Workshop: Wie geht das, Teil 6

Diesmal werfen wir einen Blick auf die sogenannten Insert-Effekte und schauen, was es beim Routing von Effekten im Allgemeinen zu beachten gilt ... Ausgabe 08/2014

Send-Effekte zeichnen sich dadurch aus, dass eine Kopie des Signals per Aux-Weg aus dem Kanal geführt wird, um dann dem jeweiligen Effektgerät oder Plug-In und schließlich – meist über einen eigenen Kanal – dem ursprünglichen Signal wieder hinzugemischt zu werden. Sprich: Man hört beides, sowohl das Originalsignal, den Dry-Anteil, wie auch den Effekt, den Wet-Anteil. Auch bei Insert-Effekten wird ein Signal aus dem Kanal genommen und in einen Effektprozessor geführt. Das entstandene Effekt-Signal ersetzt allerdings das Originalsignal wenn es zurück in den Kanal geführt wird. Es gibt also kein zweites Signal neben dem Ursprünglichen. Die wichtigsten Insert-Effekte sind Equalizer, kurz: EQ, und die sogenannten Dynamik-Effekte  wie Kompressor, Limiter, Noisegate und so weiter. Aber auch Verzerrer, Pitch-Shifter, Wah-Wahs und Ähnliches werden in der Regel als Insert eingesetzt.

EQ – Equalizer
Das englische Wort „Equalizer“ bedeutet so viel wie „ausgleichen“. Mit dem EQ lassen sich bestimmte Frequenzbereiche anheben oder absenken. Man unterscheidet hier zwischen verschiedenen Bau- und Wirkungsweisen. Eine technisch relativ einfache Variante sind die sogenannten Shelving-Filter, die aufgrund ihres grafischen Kurvenverlaufs auch als Kuhschwanzfilter bezeichnet werden. Mit diesen EQs sind kontinuierliche Absenkungen oder Anhebungen durchführbar, jeweils unter- beziehungsweise oberhalb einer definierten Einsatzfrequenz. In einigen Ausführungen sind Shelving-Filter durchstimmbar: Der Anwender kann über einen zusätzlichen Regler bestimmen, ab welcher Frequenz der EQ eingreift. Für präzise Filterarbeiten erweisen sich Kuhschwanz-Schaltungen allerdings als ungeeignet, da sie notwendigerweise großflächig anheben beziehungsweise absenken ...