Workshop: Wie geht das – Teil 34

„Phatt“ soll es klingen. Gerade wer Musik für Radio, Youtube, Spotify und Co. produziert, benötigt häufig den Breitwand-Sound. Kräftige Vocals, fette Gitarrenwände und knallende Drums sollen helfen, sich gegen andere Künstler durchzusetzen. Ein Werkzeug dafür ist das Doppeln von Spuren.

Die Idee des Doppelns ist alt. Betrachtet man etwa ein typisches Sinfonieorchester, so fällt sofort die große Anzahl an Streichinstrumenten im Vergleich zu den Bläsern auf. Und obwohl zwischen 20 und 40 Geigen auf dem Podium sitzen, spielen nicht alle Musiker einen eigenständigen Part. Häufig gibt es nur fünf unabhängige Stimmen. Mehrere Musiker spielen also dieselbe Stimme. Der Klang addiert sich, wird lauter und durchsetzungsfähiger. Dadurch werden die Streicher im Volumen an die Bläser angepasst, denn eine Trompete klingt bauartbedingt einfach lauter als eine Geige.

Möchte der Arrangeur mehr als fünf Streicherstimmen hören, werden die einzelnen Sektionen geteilt. Man spricht dann vom so genannten Divisi. Das ist aber in der Regel mit einer Reduktion der Lautstärke verbunden – in lauten Tuttipassagen nicht immer die beste Wahl. Hier unterscheidet sich ein echtes von einem Sample-Orchester. Mehr verschiedene Noten erzeugen nicht mehr Druck sondern weniger. Wer das natürliche Verhalten mit Samples simulieren möchte, braucht deshalb spezielle Divisi-Patches, welche die reduzierte Kopfzahl pro Stimme abbilden.

In klassischen Orchesterwerken sind übrigens häufig Celli und Kontrabässe im Oktavabstand geführt ...