Workshop: Wie geht das? - Teil 21

In diesem Workshop geht es um die Grundausstattung eines Projektstudios. Wir besprechen die Mikrofontypen, die euch fit machen für fast jede Recording-Situation.

Was für den Maler Farben und Pinsel sind, das ist für den Studiobetreiber seine Mikrofonsammlung. Professionelle Studios inves­tieren dafür gewaltige Summen. Die Kun­den erwarten nicht nur eine große Anzahl, um zum Beispiel mit einer ganzen Band gleichzei­tig recorden zu können, sondern möglichst auch eine große Auswahl. Besonders beliebt sind heutzutage Vintage-Mikrofone. Modelle aus den frühen Jahren des deutschen Rundfunkes (Neumann, Telefunken) stehen ganz oben auf der Wunschliste der meisten Studiobetreiber – nicht zu unrecht. Damals wurde auf eine hohe Signalqualität und geringe Fertigungstoleranz Wert gelegt. Ein 40 Jahre altes Mikrofon kann bei guter Pflege in aktuellen Produktionen immer noch gewinnbringend eingesetzt werden. Leider hat der Hype um diese Modelle dazu geführt, dass die Gebrauchtmarktpreise in den letzten 15 Jahren gewaltig angestiegen sind. Nicht gerade einsteigerfreundlich. Das ist aber kein wirkliches Problem. Aktuelle Mikrofone der renommierten Hersteller bieten sehr gute Qualität bei günstigem Preis. Ideal für die Grundaus­stattung eines kleinen Studios.
Jedes Mikrofon formt den Klang des aufgenommenen Signals entscheidend mit. Ein gutes Mikrofon in einem guten Raum ist mehr als die halbe Miete in Sachen Aufnahmequalität und wie ein talentierter Maler eben mit guten, kräftigen Farben und zahlreichen Pinseln tolle Bilder malen kann, so kann der Engineer aus einer reichhaltigen Mikrofonpalette gezielt das optimale Mikrofon wählen. Je mehr Mikrofone, desto mehr Klangfarben stehen zur Verfügung. Im Laufe einer Karriere stellen sich bei jedem Produzenten Präferenzen für bestimme Mikrofone für bestimmte Klänge ein und formen zusammen mit seinen Mixing-Fähigkeiten seinen individuellen Sound. Doch wie fängt man an, wenn man noch keine umfangreiche Auswahl zur Hand hat? Was braucht man unbedingt...