Workshop: Wie geht das? - Teil 17

Als Keyboarder hat man es nicht immer leicht: Man muss den Song raushören, Sounds erstellen, die Akkorde auswendig lernen und die schnellen Licks müssen vor dem Gig auch noch geübt werden. Dann sagen einem die Fans nach dem Konzert das die Keyboards wieder nicht zu hören waren.

Das ist logischerweise sehr frustrierend. Bevor man jetzt aber dem Mensch am Mischpult die alleinige Schuld zuschiebt, sollte man überlegen, was man als Keyboarder selbst tun kann, damit das nicht mehr so häufig passiert. Die Lösung lautet: Ihr passt eure Sounds auf den Liveeinsatz an.
Zuerst muss man sich als Keyboarder klar machen, warum es überhaupt nötig ist, Modifikationen an seinen Sounds vorzunehmen. Schließlich habe ich doch die neuste Workstation oder die fette Samplelibrary gerade wegen Ihrem Klang gekauft. Da bezahlen die Hersteller teure Soundprogrammierer für ihre Produkte und jetzt soll ich dran rumschrauben? Ja das sollst du! Viele Werkspresets dienen nämlich hauptsächlich einem Zweck: Den potenziellen Käufer zu überzeugen, und zwar beim Antesten der Geräte mit Kopfhörer im Laden. Da werden die Sounds mit maximaler Stereobreite und einem Frequenzgang über den gesamten Hörbereich präsentiert. Delays und große Hallräume blähen die Klänge auf. Ein LFO moduliert das Filter, der Step-Sequencer rattert los und ein Summenkompressor quetscht noch das letzte bisschen Pegel aus den Wandlern. Manchmal drückt man nur eine Taste und denkt, man hat schon einen kompletten Track. Ergebnis ist, der Interessent denkt sich „das Teil klingt mal super fett, dröhnende Bässe, krispe Höhen, haben will!“ Aber …

Kategorisiert die Sounds
Ein Klang verhält sich über Kopfhörer vollkommen anders als über eine PA. Hinzu kommt, dass ihr ja live Teil von einer Band seid. Das bedeutet, ihr teilt euch den Platz im Arrangement mit anderen Instrumenten. Deshalb ist es wichtig, immer das Gesamtergebnis zu beachten und Keyboardsounds nicht losgelöst vom Song zu beurteilen.