Workshop: Wie geht das, Teil 13

Nicht jeder Gig findet auf großer Bühne statt und nicht immer ist eine riesige Soundanlage am Start. Dieser Workshop zeigt euch, wie man Lautsprecher sowohl für das Publikum als auch für sich selbst einsetzen kann.

Machen wir doch als Einleitung für den Workshop ein Gedankenexperiment: Wir reisen 230 Jahre in die Vergangenheit, nach Wien. Ein Ensemble führt eine Komposition von W.A. Mozart auf. Unsere vier Musiker spielen selbstverständlich ohne Mikrofone, Mischpult oder Boxen. Einzig der reine Klang der Instrumente dringt an das Ohr der Zuhörer. Und wer mischt ab? Niemand und alle. Die Musiker steuern ihre Dynamik selbst durch ihr Spiel. Manchmal führt die erste Geige, manchmal ist das Cello laut, während die Bratsche lieber vornehm im Hintergrund bleibt. Zeitsprung ins Jahr 1920 nach Harlem, New York: In den Clubs spielen die Bigbands, ohne Mikrofone bringen sie die Tänzer in Wallung. Amps auf der Bühne sind nicht auszumachen. Die Trompeter, Posaunisten und Saxophonisten bringen sich in harmonischen Einklang.
Heute undenkbar? Nein, in jedem Konzertsaal, bei jeder Bigband und in jeder Chorprobe findet genau eine solche Arbeitsweise immer noch täglich Anwendung. Die Musiker und ein Dirigent balancieren die Dynamik der einzelnen Spieler ohne Hilfe von Elektronik aus. Die Instrumente verschmelzen zu einem homogenen Ganzen. Der Fachterminus dafür ist „Blending“. Jeder Musiker ist für die Lautstärke seiner Stimme und zusätzlich für die Lautstärke des ganzen Ensembles verantwortlich.
Diese Verantwortlichkeit und Herangehensweise lässt sich...