Workshop: Wie geht das, Teil 10

Fullrange oder Subwoofer, Säulenlautsprecher oder Boxen, aktiv oder passiv, Monitore und Sidefills. Was brauche ich und wieviel Publikum kann ich damit beschallen ... Ausgabe 12/14

Ausgehend von der Bandsituation sollte man sich vor der Anschaffung der ersten eigenen PA die persönlichen Bedürfnisse notieren. Eine PA ist ein komplexes Gebilde aus mehreren Geräten. Viele Faktoren spielen eine Rolle und was für den einen Anwender die perfekte Anlage ist, ist für die andere Band ein Fehlkauf. Deshalb gibt es auch nicht die ideale Einsteiger-PA. Glücklicherweise trifft man im Beginner-Segment auf eine reiche Auswahl an möglichen Lösungen für die unterschiedlichsten Budgets.

 

Eine Frage des Stils

 

Zuerst sollte man sich die Frage stellen, welche Musik man hauptsächlich mit der Anlage wiedergeben möchte? Spielt eure Band hauptsächlich Jazz, oder seit ihr als Singer-Songwriter unterwegs und braucht deshalb nicht so viel Lautstärke wie beispiels wiese eine Heavymetal-Combo. 200 Jazzfans erwarten einen anderen Bass als 200 Technojünger auf der Rave. Schlagsätze wie soviel Watt Leistung für so viele Zuhörer funktionieren deshalb nicht. Wenn das Publikum andächtig lauscht, reicht sicherlich  weniger als wenn man im Festzelt gegen einen hohen Publikumspegel anspielt. Tieffrequente Wobbel-Dubstep-Synthis erfordern anderes Material als die filigrane Verstärkung eines Gospelchores.

 

Der Klang der Anlage sollte deshalb beim Kauf unbedingt getestet werden. Nimm ein paar Tracks, die du gut kennst mit zum Händler und höre dir verschiedene Anlagen an. Ein PA ist allerdings keine Hifi-Anlage oder Studioabhöre. Ein guter Sound und ein linearer Frequenzgang sind nicht die einzigen Kriterien, die Hersteller in ihren Anlagen unterbringen müssen. So verbessert eine leichte Mittenbetonung beispielsweise die Sprachverständlichkeit. Trotzdem kann man aus einem Hörvergleich Tendenzen ableiten und Unterschiede zwischen Testkandidaten wahrnehmen. Gefallen mir die Höhen? Sind mir die Bässe straff genug? Gibt es nasale Mitten. Wenn möglich sollte man bei der Testsession ruhig mal ein Mikro anschließen und ein paar Takte singen oder ein paar Akkorde auf der Gitarre klampfen. Du kennst deine Musik am besten und weißt wie sie klingen soll. Man hat zwar später die Möglichkeit mit dem EQ die Anlage noch klanglich zu formen, aber besser ist es natürlich, wenn man schon sofort einen Wohlfühlsound hat ...