Workshop: Songlyrics, Teil 17

Zum Abschluss unseres großen Lyrics-Workshops fassen wir in dieser und der nächsten Folge die wichtigsten Infos für Songwriter noch einmal zusammen ... Ausgabe 10/2014

Aller Anfang ist schwer. Für viele gestaltet sich der Einstieg in einen Text als schwierigster Teil des Songschreibens. Außerdem ist es oft schwer, hat man den Einstieg geschafft, den kreativen Fluss am Laufen zu halten. Bei beiden Problemen können folgende Strategien helfen:

1. Ruhe schaffen


Zunächst gilt es, dafür zu sorgen, dass man möglichst ohne Unterbrechungen an seinem Projekt arbeiten kann. Freiräume sollte man sich aber nicht schaffen, um sich ungestört in seinen Text verbeißen zu können. Vielmehr sollte man sich, wenn kreative Probleme auftreten, ein Stück weit …

2. Vom Problem lösen


Erst dadurch, dass man Abstand zum akuten Problem gewinnt, kann man bei der Arbeit einen Grad an Zufälligkeit zulassen, der für schöpferische Problemlösungen unerlässlich ist. Erst so durchbricht man gewohnte Denkmuster – und kommt auf Ideen, die man nie gefunden hätte, wenn man mit seinen Gedanken dicht am Problem geblieben wäre. Den Faktor Zufall kann man auf ganz unterschiedliche Weisen ins Spiel bringen. So könnte man zum Beispiel eine Tageszeitung aufschlagen oder eine Website öffnen und versuchen, einen Weg zu finden, sich ausgehend vom letzten Hauptwort der aufgeschlagenen beziehungsweise online geöffneten Seite leiten zu lassen – das heißt, eine Assoziationskette in Gang zu setzen.

3. Object Writing


Eine gute Übung, die einem den Einstieg ins Songtext-Schreiben erleichtert, ist das Object Writing. Hierbei schreibt man, bevor man sich an die konkrete Form des Textes macht, einfach drauflos – ohne auf Rhythmus und Wiederholungen zu achten oder Reime zu verwenden. Ein relativ freier Prosatext, den ihr innerhalb von circa 10 Minuten schreibt, erfüllt den Zweck. Am besten nehmt ihr euch als Ausgangsbasis bei dieser Übung kein komplexes Thema vor. Hilfreich ist es, von einem physischen Gegenstand auszugehen, der einem zufällig in den Sinn oder vor die Augen kommt (daher auch die Bezeichnung „Object Writing“). Konzentriert euch auf eure Sinne und arbeitet möglichst viele anschauliche Details heraus: Zeigt, statt nur zu erzählen ...