Workshop: Social Media, Teil 5

Herzlich willkommen zur fünften Folge des Social-Media-Workshops, in der wir uns mit der eigenen Band-Homepage beschäftigen ... Ausgabe 10/2014

Wer die Social-Media-Welt schon ein paar Jahre verfolgt, hat sicherlich festgestellt, dass diese äußerst schnelllebig ist. Bestimmte Seiten werden vom Geheimtipp zum Megahype und verschwinden plötzlich wieder in der Versenkung. Erinnert sich noch jemand an My­space? Vor 5 Jahren kam kein Konzertkalender ohne Myspacelink aus und die Visionen des Feuilletons sahen unzählige Rockstarkarrieren nur durch die Power des Bandportals voraus. Heute findet man bei diesem Anbieter hauptsächlich leicht verweste Bandseiten, die seit geraumer Zeit nicht mehr upgedatet wurden.


Andere Bands haben ihre Seiten komplett gelöscht und sich neuen Portalen angeschlossen. Was war eigentlich passiert? Durch ständige Design- und Funktionsänderungen hatte Myspace den Nutzern die Anwendung immer schwieriger gemacht. Was vorher einfach zu bedienen war, wurde durch den üblichen IT-Erneuerungswahn und die zunehmende Kommerzialisierung immer umständlicher und hatte schließlich keinen Effekt mehr. Facebook gewann an Bedeutung und die ganze Arbeit, die man in seinen Myspace-Freundeskreis investiert hatte, war plötzlich umsonst. Ob es jetzt an der Bedienerfreundlichkeit, dem Zeitgeist oder der Schnelllebigkeit des Internets lag, sollen die Experten und Kulturkritiker bewerten. Fakt ist, dass man als Nutzer keinen Einfluss auf Design und Beliebtheit einer Social-Media-Seite hat und oft auch nicht weiß, wann der Abstieg eines bestimmten Anbieters beginnt.

Vorteile der eigenen Website


Bei der eigenen Website hingegen hat man alle Fäden in der Hand. Man bestimmt das Design, den Inhalt und die Interaktion mit den Nutzern. Man kann frei wählen, welchen Video- oder Musikplayer man verwendet, ob es Kommentarfunktionen gibt oder nicht und so weiter. Hinzu kommt, dass eine eigene Domain für alle frei zugänglich ist – ohne Anmeldung oder Registrierung. Nicht alle Fans oder Veranstalter machen mit Begeisterung beim Social-Media-Trend mit. Vertraut man allein auf Facebook als Bandwebsite schließt man bestimmte Personen, die Interesse an der Musik haben, einfach aus. Hinzu kommt, dass die Arbeit, die man in eine eigene Website investiert, nicht so schnell verloren gehen kann, denn Design, Domain und der Webspace ist gesichert – egal, ob sich Trends ändern. Gerade für Bands, die viel live spielen, ist es wichtig, dass Clubs und Zuhörer immer leicht Zugriff auf bestimmte Informationen haben, wie beispielsweise Tourdaten, Pressetext, Foto.

Was gehört auf die Website?


Die eigene Homepage sollte die wichtigsten Informationen eurer Band bereitstellen. Folgende Menüpunkte sollten sich also definitiv auf eurer Homepage befinden:

News:


Was passiert gerade bei euch (neues Album, neue Tourdaten, Videos oder Songs, Tourberichte, interessante Artikel oder Reviews in der Presse). Im Gegensatz zu Facebook gehen die Besucher der Homepage relativ gezielt auf eure Seite und man kann daher die Neuigkeiten etwas ausführlicher und substantieller gestalten. Lieber einmal im Monat einen interessanten, ausführlichen Post als alle zwei Tage Belanglosigkeiten – auf eurer eigenen Homepage kann niemand liken und die relevanten Neuigkeiten sind nicht zu finden, wenn sie von Banalitäten verdeckt werden ...