Workshop: Konzertvideo – Do it yourself Teil 1

Gutes Videomaterial ist für jede Band wichtig. Egal, ob als Promo-Content für Veranstalter oder zur Fanbetreuung via Facebook, Vimeo oder Youtube. Doch wie bekommt man gutes Material? Kann man das als Musiker mit eigenem Equipment selber machen?

In dieser mehrteiligen Workshop-Reihe werden wir uns mit diesen Fragen und vor allem den vielen kleinen Details befassen.

Klar ist das Filmen eine eigene Kunstform, die es genauso zu erlernen gilt, wie die Musik. Ein SOUNDCHECK-Workshop über mehrere Teile kann nicht die jahrelange Erfahrung einer Videocrew ersetzen. Das ist auch gar nicht das primäre Ziel. Ab einer gewissen Größenordnung wird man als Band sicherlich auf professionelle Film-Produktionsfirmen zurückgreifen.

Doch zu Beginn der Karriere, wenn das Budget kleiner und der Enthusiasmus größer ist, darf ruhig selbst Hand angelegt werden. Dabei werden wir uns in dieser Workshop-Reihe hauptsächlich mit dem Filmen eines Livekonzertes befassen. Es wird kein Musikvideodreh.

Zwar kann man hier als Band durch eigenen Einsatz vieles verwirklichen, was vor Jahren noch absolut unmöglich war. Die Arbeitsweise bei einem Musikvideo-Dreh unterscheidet sich aber doch deutlich vom Filmen eines Livegigs. Andere Möglichkeiten, aber auch andere Probleme, erfordern andere Wege.

Musikvideo vs. Livekonzert

In manchen Punkten ist ein Musikvideo einfacher. Es gibt einen klar strukturierten Ablauf, ihr müsst keinen Ton aufzeichnen, ihr könnt mit weniger Equipment (Kameras, Licht) auskommen. Die angestrebte Spielzeit ist kürzer, alles ist etwas besser planbar.

In anderen Punkten wird es hingegen schwieriger. Ihr braucht ein (zumindest grobes) Drehbuch. Ihr müsst (mindestens eine) coole Location auswählen. Klamotten und Schminke oder Maske spielen eine stärkere Rolle. Eventuell benötigt ihr Schauspieler und Requisiten, um eine Story zu erzählen.

Und auch in der Nachbearbeitung kann eine umfangreichere Arbeit anfallen. Insgesamt ist bei Musikvideos ein ganz anderer Look gefragt. Themen wie Postproduktion, Colorcorrection oder Special-FX sind hier nicht selten sehr aufwändig. Doch zu diesen Fachbegriffen kommen wir noch.

Unser Ansatz ist jetzt aber erst einmal ein anderer. Wir haben eine gute Band. Ein Quintett aus Schlagzeug, Bass, Keyboards, Gesang, Saxophon oder Flöte. Die Band spielt musikalisch gut zusammen und will sich mit Videomaterial, welches Livecharakter hat, bei Veranstaltern bewerben.

Auf diese Art sollen mehr Gigs akquiriert und vielleicht die ein oder andere Bookingagentur überzeugt werden. Da kein Major-Label die Geldschatulle geöffnet hat, sind die Budgets überschaubar. Die Frage ist also, wie weit kommt man durch Do-it-yourself?

Man muss sagen, dass das ganze Vorhaben beliebig skalierbar ist. Das betrifft sowohl den Aufwand als auch die Kosten. Das Spektrum reicht von "Handy-Mitschnitt" bis zur (semi-)professionellen Filmproduktion.

In diesem Workshop werden wir einen gesunden Mittelweg beschreiten, aber immer links und rechts des Wegesrandes schauen. Was kann ich machen, wenn ich etwas sparen muss, was kann ich erreichen, wenn ich noch ein paar Scheine mehr in den Hut lege? Dabei werden wir uns nicht nur auf das Bild konzentrieren.

Der Ton ist mindestens genauso wichtig. Insgesamt liegt unser angestrebtes Qualitätsniveau über dem eines Handy-Mitschnittes. Sowohl in Sachen Optik als auch Akustik. Bevor wir uns aber mit den Details wie Kameras, Licht und Ton befassen, gilt es zuerst, die Frage nach dem "Wo" zu beantworten.

Der Ort des Geschehens

In welcher Location soll der Dreh stattfinden? Liveclub, Theaterbühne oder Openair-Gig? Ein Dreh bei Tage auf dem Stadtfest funktioniert völlig anders, als in einem dunklen Rockclub. Es ist aber nicht nur der Unterschied zwischen Tages- und Kunstlicht, viele Dinge spielen eine Rolle.

Wenn irgend möglich, solltet ihr den Drehort im Voraus besichtigen. Falls ihr externe Personen (Kameraleute, Tontechniker, Lichtdesigner) hinzuzieht, auch wenn es nur Kumpels sind, ist eine Produktionbesprechung "on location" immer sinnvoll.

Macht eine Checkliste der wichtigsten Punkte und protokolliert die Begehung. Klärt dabei auch, welches vorhandene Equipment der Location benutzt werden kann und wo es platziert wird. Wo steht das FoH-Pult? Die vordere linke Bühnenkante ist vielleicht aus akustischen und optischen Kriterien nicht so günstig, wie eine zentrale Positionierung. 

Hier gibt es den vollständigen Beitrag.