Test: Lehle RMI Basswitch Dual Band Compressor

Der Lehle RMI Basswitch Dual Band Compressor ist ein Gerät, das Maßstäbe setzt.

Um zu verstehen, was den Lehle RMI Basswitch Dual Band Compressor so besonders macht, muss man verstehen, wie Kompressoren grundsätzlich funktionieren. Ein Kompressor gehört für viele Bassisten zur Grundausstattung für Auftritte und Studioarbeit. Richtig eingestellt gleicht er Dynamikunterschiede aus, hilft bei der Definition des Tons, beispielsweise bei schnellen Läufen, und gibt dem Ton auf Wunsch noch ein paar Extra-PS mit auf den Weg. Doch gerade der letzte Punkt ist für manche Spieler die Stelle, die ihnen am meisten Kummer verursachen kann. Denn ist er nicht korrekt eingestellt oder zeigt das Gerät selbst ein paar Schwächen, geht schnell die Luftigkeit und Transparenz im Ton verloren und der Sound wird zu einer einzigen dickflüssigen Suppe. Ein Lösungsansatz: Das Signal wird nicht in seiner Gänze gleichmäßig komprimiert. Statt dessen arbeiten zwei unabhängige Kompressoren (daher Dual Band), wobei jeder für einen anderen Frequenzbereich zuständig ist. So können tiefere Frequenzen intensiver bearbeitet werden, während die für die Frische im Ton zuständigen höheren Bereiche luftiger bleiben dürfen. Und weil für einen solchen Kompressor schnell mal ein Dutzend Regler eingestellt werden müssen, findet man entsprechende Geräte hauptsächlich im Studio-Bereich. 

Robuster und eleganter Compressor

Was Design und Verarbeitung angeht, ist das Gerät ein echter Lehle. Es sieht funktional und elegant aus, wirkt aber gleichzeitig so stabil, als wäre es für die Ewigkeit gebaut. Alle Regler verfügen über Markierungen und sind extrem flach gehalten. Das schützt vor Abknicken und vor versehentlichem Verstellen. Der Fußtaster ist von der eigentlichen Schaltung entkoppelt, was der Lebenszeit des Gerätes zugute kommt, da hier auch bei häufigem Ein- und Ausschalten kein Verschleiß einsetzt. Eine helle LED gibt Auskunft über den Schaltzustand sowie die Intensität des Kompressoreinsatzes. Leuchtet sie weiß, ist der Gerät aus, bei blau eingeschaltet. Je heller die LED leuchtet, desto härter arbeitet der Kompressor.

 

Mehr Power für den Bass

Was bei näherer Betrachtung des Effektpedals als erstes auffällt, ist die Beschriftung der Potis. Normalerweise würde man Begriffe wie „Attack“ oder „Threshold“ erwarten, wie man sie von anderen Kompressoren kennt. Das ist hier anders. Hier heißen sie „Volume“, „Gain“, „Comp.“ und „Freq.“ Der Grund ist, dass sich das Gerät automatisch um die entsprechenden Anpassungen kümmert – und das dank Dual Band gleich in doppelter Hinsicht. Der Spieler kann sich stattdessen um andere Dinge kümmern, wie beispielsweise die Lautstärkeeinstellung („Volume“) bei ein- oder ausgeschaltetem Kompressor oder um den Arbeitsbereich der beiden Kompressoren, deren Trennfrequenz mit „Freq“ bestimmt werden kann. „Gain“ steuert, wann der Kompressor zu arbeiten beginnt und mit „Comp“ lässt sich die Kompressionsrate einstellen. Der Arbeitsbereich liegt zwischen Quasi-Limiter bis hin zu klassisch-einfachem Kompressor. Das Interessante sind aber die Zwischenwerte. Je nach eigenem Geschmack, Setup, Spielstil und Genre kann man den Sound mit fast chirurgischer Präzision in kürzester Zeit seinen Wünschen anpassen. Definiertes Slappen mit zupackenden Tiefen? Oder feine Fretlessläufe aufwerten? Ist die grobe Rockkelle oder luftig-kräftiger Pop-Punch gefragt? Alle Einstellungen gehen richtig schnell und ganz einfach. 

Klanglich spielt der Dual Band Compressor in einer eigenen Liga, ohne Fehl und Tadel. Dabei rede ich hier nicht über so banale Dinge wie pumpen oder ähnliches. Solche Schwächen leistet er sich nicht mal im Ansatz. Vielmehr schafft er es, den Klang kräftiger und besser zu machen, ihn dabei luftig-frisch zu erhalten und sonst nicht weiter aufzufallen. Ein größeres Kompliment an einen Kompressor kann man nicht machen. Einmal angeschlossen wird man ihn wohl nicht wieder hergeben. Einen Umschalter zwischen aktiven und passiven Bässen gibt es im Übrigen nicht, er ist schlichtweg unnötig. Die Schaltung des Lehle kommt mit beiden Signalstärken klar.

Lehle-Verarbeitung im Inneren

Interessant sind auch die Innereien des Pedals. Wichtige Schaltverbindungen bestehen beispielsweise aus Gold. Das sieht nicht nur schick aus und liest sich in einem Testbericht toll, es hat einen echten Mehrwert. Mit dem Edelmetall vermeidet der Hersteller, dass im Laufe der Jahre Verbindungen korrodieren und die Klangqualität leidet.

Summa Summarum

Der Lehle RMI Basswitch Dual Band Compressor ist ein Gerät, das Maßstäbe setzt. Trotz einfachster Bedienbarkeit ist es ein herausragender Kompressor, sowohl für den Live-Einsatz, wie auch für die tägliche Arbeit im Proberaum oder im Studio.