Test: Eurolite LED TMH-X19 & TMH-X7

Wie viele Farben braucht eigentlich eine perfekte Farbmischung? Vier oder Fünf? Oder sogar Sechs? Eurolite hat in der TMH-X-Serie jetzt zwei neue Moving-Washlights vorgestellt, die sogar auf sieben Farben basieren. Das schauen wir uns doch mal genauer an.

Ihre Verwandtschaft können der TMH-X7 und der X19 nicht verleugnen – auch wenn der Kopf und die Arme des X19 deutlich größer sind. Die Base ist bei beiden Geräten gleich gestaltet und auch der Rest hat große Ähnlichkeiten: der kleine und der große Bruder eben. Die Basis macht auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck. Der verwendete Kunststoff ist stabil ausgeführt und auch in eine hübsche Form gebracht worden. Zwei Griffe sorgen für eine sichere Handhabung. Schaut man auf die Unterseite, so befinden sich dort vier Gummifüße, um den Köpfen Standfestigkeit zu geben. Dazwischen ist eine stabile Metallplatte befestigt, an der der Scheinwerfer aufgehängt werden kann. Dafür sind im Lieferumfang jeweils zwei Montageplatten enthalten, an denen Schellen oder Haken befestigt werden können, um den Scheinwerfer zum Beispiel an eine Traverse zu hängen. In dieser Metallplatte kann auch das Sicherungsseil eingehängt werden.

Präzisionswerk

An der Basis befinden sich auf der einen Seite ein Display und vier Taster. Vom hochauflösenden Farbdisplay sind sämtliche Informationen leicht ablesbar. Das Menü ist klar gegliedert, damit sich jeder schnell zurecht findet. Hier lassen sich auch hilfreiche Funktionen einstellen, wie zum Beispiel die Invertierung der Bewegungen oder dass der Pan-Winkel statt 540 auf 360 Grad beschränkt wird. Dies ist dann sinnvoll, wenn man einen Controller einsetzt, der keine hochauflösenden 16-Bit-Bewegungen unterstützt. Durch das Herabsetzen des Bewegungsbereiches erhöht sich dann die Präzision der einzelnen Schritte.

Unter Strom

Auf der gegenüberliegenden Base-Seite befinden sich die Anschlüsse. Der Strom wird über P-Con-Stecker zugeführt. P-Con ist eine kompatible Version zu den weit verbreiteten Powercon-Steckern. Über eine P-Con-Buchse kann der Strom auch weitergegeben werden. So dürfen bis zu acht Geräte aneinander gehängt werden, ohne hässliche Stromverteiler zu benötigen. Die DMX-Verkabelung kann dreipolig oder fünfpolig erfolgen. Beide XLR-Varianten sind am Gerät vorhanden. Zwischen dem Strom- und DMX-Anschluss befindet sich noch ein Hauptschalter sowie die Halterung der Feinsicherung. Diese kann also von außen im Ernstfall getauscht werden. 

Auch die Köpfe und die Arme sind sehr gut verarbeitet. Die Abdeckungsschalen sind robust und ertragen auch mal kleinere Karambolagen. Die halbkugelförmigen Linsen vor den LEDs sind aus sehr wertigem Kunststoff gefertigt.
Auch unter der Abdeckung machen der TMH-X7 und der TMH-X19 einen sehr guten Eindruck. Die Mechaniken, Kabel und Elektronikbauteile sind sinnig aufgebaut und versprechen ein langes Leben.

Farbenpracht

Starten wir in den Praxisteil unseres Tests. Und als erstes interessieren mich natürlich die Farben und vor allem die neue Farbe Lemon, die auch für mich völlig neu ist. Dazu schaue ich mir beide Scheinwerfer gemeinsam an. Nach einem kurzen Reset sind die Scheinwerfer einsatzbereit. Was mir gleich positiv auffällt, ist die Helligkeit. Auch wenn sich die 25 Watt pro LED auf sieben Farben aufteilen, bleibt pro Farbe wirklich noch ordentlich Lichtleistung übrig. 

Rot, Grün und Blau sind, wie bei LED üblich, monochromatisch. Das heißt, sie erzeugen wirklich nur einen ganz schmalen Frequenzbereich mit der gewünschten Farbe. Dadurch wirkt diese Farbe dann extrem kräftig. Man kann mit diesen drei Farben auch weitere, vor allem poppige Farben mischen. 

Das Weiß von TMH-X7 und TMH-X19 hingegen ist breitbandig. Es wird über einen Leuchtstoff erzeugt, ähnlich einer Leuchtstoffröhre. Das Ergebnis ist ein relativ gleichmäßiges Weiß mit einer klaren Tendenz ins Bläuliche. Das weiße Licht ist also relativ kalt. Es ist ideal, um kaltes Weiß oder Pastelltöne zu mischen. 

Um die Lücke zwischen Rot und Grün zu schließen, haben viele LED-Scheinwerfer die Farbe Amber, also Bernsteinfarben. Dies ist auch beim TMH-X7 und X19 so. Das Amber wird wieder direkt über eine LED erzeugt und ist daher auch eine schmalbandige, monochromatische Farbe. Mischt man nun aus diesen fünf Farben das Licht, so ist schon eine deutliche Verbesserung zu spüren. Orange- und Gelbtöne wirken deutlich lebendiger und mischt man sich nun ein warmes Weiß, so bekommt man ein ordentliches Ergebnis, aber immer noch mit sichtbaren Einschränkungen. Vor allem, wenn man Personen beleuchtet, wirken diese immer noch fahl oder grünlich.

Zitronen-Gelb

Und hier kommt nun Lemon zum Einsatz. Wie der Name schon vermuten lässt, ist Lemon ein sehr kräftiges Gelb mit leichter Grüntendenz. Auch diese Farbe ist nicht monochromatisch sondern sehr breitbandig und deckt einen großen Bereich ab, von tiefem Grün bis hin zu ganz tiefem Rot. Aus diesen sechs Farben mische ich mir jetzt ein weißes Licht und das Ergebnis überzeugt. Dies kann man auch messtechnisch feststellen. Dazu gibt es den Wert CRI, den Color Rendering Index, zu deutsch: Farbwiedergabe-Index. Bei bisheriger RGBAW-Farbmischung komme ich hier bei gemischtem Warmweiß im Bestfall auf einen Wert von 75. Kommt jetzt aber Lemon mit ins Spiel, so erreiche ich in unserem Test auf einmal einen Wert von 92. Ab 90 spricht man von einem professionellen Wert. Ich erreiche also Werte, die bisher nur ohne Farbmischung von professionellen rein-weißen LEDs darstellbar waren.

Eine Farbe fehlt aber noch. Die beiden Eurolite-Köpfe haben auch noch UV im Programm. Auch dieses wird wieder monochromatisch erzeugt und ist also wieder sehr schmalbandig. UV-Licht – auch Schwarzlicht genannt – ist ja vor allem bekannt, weil es selbst sehr dunkel erscheint, aber dennoch Dinge zum Leuchten anregt. Aber nicht nur zur Beleuchtung von UV-aktiven Materialien ist das Schwarz-Licht gut. Es lassen sich auch ganz eigene, sehr tolle Mischfarben erzeugen. Bei diesen Farben bleiben wirklich keine Wünsche offen.

 

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