Test: Eurolite LED DMX Color Chief

Viele Bands arbeiten mit fertigen Scheinwerferbars, an denen vier einzelne LED-Spots hängen. Eurolite hat nun einen eigenen Controller speziell für solche Strahler-Arrays entwickelt. Der Eurolite Color Chief kann aber auch problemlos andere Scheinwerfertypen steuern. Wir verschleppten ihn in unser Testlabor.

Der Häuptling mit dem farbigen Federschmuck macht eine gute Figur. Damit ist allerdings nicht nur das Symbol des neuen Eurolite-Controllers gemeint, sondern auch das Pult selbst. Schon die Verarbeitung macht gleich auf den ersten Blick einen sehr hochwertigen Eindruck. Das 19" breite und drei Höheneinheiten messende Gehäuse ist aus stabilem Blech gefertigt. Es kann entweder auf einem Tisch abgestellt oder in ein Rack eingebaut werden. Auch das Design ist sehr gelungen. Die hinterleuchteten Gummiknöpfe und die teils farbige Bedruckung machen eine Orientierung auf dem Controller sehr einfach und geben ihm einen modernen Look. Zudem ist das farbige Display sehr übersichtlich gehalten und auch wenn es etwas klein geraten ist, kann man dennoch alles gut ablesen. 
Betrachten wir zunächst die Rückseite: Dort befinden sich die meisten Anschlüsse. Der Color Chief verfügt über einen dreipoligen XLR-Ausgang. Rechts daneben befinden sich der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil sowie ein Hauptschalter. Links daneben ist der Audio-Eingang zu finden. Der Color Chief kann sowohl über diesen als auch über ein eingebautes Mikrofon die Musiktaktung empfangen.

Einrichtung leicht gemacht

Bevor man das Licht einstellen kann, müssen die Scheinwerfer erst gepatcht, also eingerichtet werden. Ganz bequem funktioniert dies beispielsweise bei den Eurolite-KLS-Systemen und bei einfachen LED-Scheinwerfern mit Farbmischung. Denn diese sind in der Gerätebibliothek des Color Chief bereits vorhanden. Solltet ihr also Geräte verwenden, die in der Bibliothek bereits eingetragen sind, müsst ihr diese also lediglich anwählen, eine Startadresse festlegen und diese auch den Scheinwerfern zuteilen – schon kann es los gehen. 

Sind die von euch genutzten Scheinwerfer nicht in der Bibliothek vorhanden, müsst ihr diese zuerst einmal anlegen. Jeder Scheinwerfer kann dabei bis zu 30 DMX-Kanäle haben. 24 Kanäle davon sind für die Farben reserviert. Insgesamt werden hier sechs Farben auf die vier ansteuerbaren Köpfe aufgeteilt. Ein Kanal kann dabei als Farbrad definiert werden. Das ist praktisch, wenn man zum Beispiel einen Effekt hat, der wirklich ein Farbrad verbaut hat oder eben nur einen DMX-Kanal zur Ansteuerung von verschiedenen Farben zur Verfügung hat. Dann gibt es einen Kanal für die Gesamthelligkeit und einen zur Ansteuerung des Shutters und des Strobe-Effekts. Drei weitere DMX-Kanäle können frei belegt werden und lassen sich später über drei Drehregler einstellen. Insgesamt hört sich hier jedoch das Anlegen komplizierter an, als es ist. Im Großen und Ganzen muss jedoch einfach nur das DMX-Protokoll des jeweiligen Scheinwerfers, das ihr in der Anleitung findet, den Funktionen des Color Chief zugeordnet werden. 

Welche Geräte lassen sich nun aber verwenden beziehungsweise im Color Chief anlegen? In erster Linie sind dies natürlich LED-Scheinwerfer mit bis zu sechs Farben und Scheinwerfersysteme mit bis zu vier Spots und ebenfalls bis zu sechs Farben pro Spot. Aber auch die meisten einfachen Lichteffekte, Stroboskope, Weißlichtscheinwerfer oder auch DMX-Nebelmaschinen können wunderbar eingerichtet werden. Auch LED-Leisten mit bis zu vier Sektionen lassen sich ganz einfach als ein Gerät ansteuern. Und wenn eure LED-Scheinwerfer keinen extra Dimmerkanal benötigen, dann könnt ihr auch davon vier Stück als ein Gerät anlegen. So kommt man dann auch auf eine ganz beachtliche Anzahl an möglichen Scheinwerfern.

Bedienelemente im Überblick

Habt ihr eure Geräte angelegt, könnt ihr loslegen. Dazu wählt ihr ganz links in der vertikalen Anordnung von Knöpfen eines oder mehrere eurer Geräte an. Daneben befinden sich vier waagerecht angeordnete Taster, die mit A, B, C und D beschriftet sind. Mit diesen wählt ihr die einzelnen Spots des Geräts an- oder ab. Für die Farbeinstellungen stehen dann zudem noch sechs einzelne Drehregler zur Verfügung. Diese sind endlos ausgeführt, sodass ihr auch beim Umschalten zwischen verschiedenen Scheinwerfern immer beim aktuellen Wert anfangt. Die sechs Regler stehen für die sechs möglichen Farben: Rot, Grün, Blau, Weiß, Amber und UV und sind farblich auch entsprechend gekennzeichnet. Mit Hilfe dieser Regler könnt ihr stufenlos jede technisch mögliche Farbe erzeugen. Darunter findet ihr einen horizontal angeordneten Schieberegler für die Farbrad-Steuerung. Mit ihm könnt ihr die Farbe eurer Scheinwerfer steuern.

 

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