Story: Zwei Film- und Serienkomponisten packen aus, Teil 2

In Action-Serien gibt es alles: spektakuläre Szenen, Spannung und große Gefühle – also auch die unter­schiedlichsten Anforderungen an die Musik ... Ausgabe 09/2014

m ersten Teil unseres Interviews mit Jaro Messerschmidt und Nik Reich führten uns die beiden Komponisten durch ihre Studios und verrieten uns interessante Details zu ihren Instrumenten und technischen Hilfsmitteln. Im zweiten Teil kommen wir nun zur Musik, der Arbeit mit Orchestern – ob real oder als PlugIn – und zur großen Frage: Wie kommt man als Filmkomponist an Jobs?

SOUNDCHECK: Film- und Serienmusik geht durch alle Genres. Muss man als Filmkomponist in allen Musikstilen zu Hause sein?
Jaro Messerschmidt: Du musst tatsächlich nicht in allen Stilistiken zu Hause sein. Es kommt darauf an, wo du hin willst. Es gibt Filmkomponisten die wirklich nur in einer Stilistik sehr gut sind, diese machen und durchziehen. Wir hatten in unserer Vergangenheit viele Stilistiken zu bewältigen, was mir persönlich wahnsinnigen Spaß macht. Ich konnte mich nie wirklich für einen Stil entscheiden. Deswegen hat mich Filmmusik sehr interessiert, weil du da wirklich alles machen kannst. Natürlich nur, wenn es das Projekt bietet oder verlangt.


Nik Reich:
Das Interesse an Filmmusik kam bei mir vom wachsenden Interesse an orchestraler Musik. In der Schule habe ich Stravinski gehört und die russischen Komponisten aufgesaugt, parallel dazu in Rockbands gespielt. Übers Produzieren und das MIDI-Arbeiten kam dann das Interesse an elektronischer Musik. Das war damals eine spannende Zeit. ­Triphop und Bigbeat kamen auf und da wollte man natürlich auch so einen geilen Beat programmieren können. Das war eine organische ­Entwicklung die sich auch in der Filmmusik manifestiert. da ist halt auch Rock, Elektro, ­Bigbeat, Orchester – und auch die Mischung daraus gefragt. Wir sind immer interessiert an Musik und hören genau hin, was gerade los ist und wie das produziert wird ...