Story: Wanda

Zwölf Monate nach ihrem Debüt veröffentlichen Wanda mit „Bussi“ bereits ihr zweites Album. Ein Gespräch über Streichholzschachtel-Amps, Freundschaft und Ernest Hemingway als Inspirationsquelle beim Songwriting.

Mit ihrer Singe „Bologna“ und dem Album „Amore“ stiegen Wanda vor einem Jahr in die Reihe der wichtigsten Protagonisten des Austro-Pop-Revivals auf. Anders als die ähnlich erfolgreiche österreichische Band Bilderbuch klingt die Formation um Sänger und Songwriter Marco Michael Wanda allerdings ein gutes Stück rotziger. Gerade ist mit „Bussi“ Wandas zweites Album erschienen. Wir haben Bandleader Marco und Gitarrist Manuel Christoph Poppe zum Gespräch getroffen und konnten auch Wanda-Produzent Paul Gallister einige Fragen stellen.

SOUNDCHECK: Marco, wenn man sich deine Texte anhört, hat man den Verdacht, dass du schon mal das eine oder andere Buch gelesen hast …
Marco Michael Wanda: Ich glaube, ich musste mich sehr viel mit Literatur beschäftigen, damit meine Texte so werden konnten, wie sie jetzt sind. Da gibt es natürlich Berührungspunkte – allen voran mit Ernest Hemingway. Von diesem Schriftsteller habe ich gelernt, Dinge auszulassen. Also: Nicht alles sagen zu wollen. Hemingway ging immer davon aus, dass, was man wahrhaftig empfindet, nicht niedergeschrieben werden muss, sondern dass es vom Leser sozusagen durchgespürt wird.

SC: Gibt es da bei dir keine Befürchtungen, dass es dann zu kryptisch wird?
Marco: Nein, gar nicht. Ich glaube, dass meine Texte einen relativ verständlichen Gehalt vermitteln. Aber klar, es kann schwierig sein. Die Sprache ist das größte und aufregendste Experiment der Natur – und noch lange nicht fertig oder gar effizient ...