Story: Tarja Turunen

Wir haben mit Tarja Turunen über ihr neues Album The Shadow Self, über Gesangstechniken und noch einiges mehr gesprochen. Zudem beantwortete uns Tarjas Mixing-Engineer Tim Palmer einige technische Fragen zur Produktion des neuen Werks der stimmgewaltigen Finnin und Ex-Nightwish-Frontsirene.

Es gibt in mir eine Finsternis, die mich dazu bringt, Musik zu schreiben“, sagt Tarja über ihre kreative Triebkraft. Wer nun aber befürchtet, es bei der Finnin mit einem Trauerkloß zu tun zu haben, darf beruhigt sein. In ihrem Alltag zeigt die ehemalige Nightwish-Fontfrau sich als echter Sonnenschein. Und vermutlich ist es unter anderem auch ihre positive Ausstrahlung, die illustre Gastmusiker wie etwa Red-Hot-Chili-Peppers-Drummer Chad Smith dazu bringt, Tarja bei ihrer Soloarbeit zu unterstützen.

SOUNDCHECK: Tarja, auf deinem neuen Album kann man eine Reihe interessanter Musiker hören. Wie hast du denn zum Beispiel Chad Smith kennen gelernt?

Tarja: Kevin Chown, der Bassist mit dem ich arbeite, ist ein langjähriger Freund von Chad. Kevin hat mir schon vor Jahren gesagt, dass ich einfach fragen soll, wenn ich mal Chads Drumming auf einem meiner Songs brauche. Während des Songwriting-Prozesses von The Shadow Self dachte ich an Chad und seine Art zu spielen – besonders beim Schreiben von Demons In You. Er ist ein großartiger Schlagzeuger mit einer einzigartigen Spielweise. Ich finde es unglaublich, dass er an meinem Album teilgenommen und am Ende sogar fünf Songs dafür aufgenommen hat.

SC: Du hast auch mit Michael Monroe gearbeitet. Michael ist ja eine wichtige Figur der finnischen Musikszene …

Tarja: Michael ist eine lebende Legende. Seine Pionierarbeit und sein Image in der Glamrock-Szene werden weltweit von vielen Leuten als sehr wichtig angesehen. Mit der Band Hanoi Rocks war er international erfolgreich – noch bevor irgendeine andere Band das schaffte. Ich schätze ihn als Freund von mir.

SC: Auf dem Song „Demons In You“ singst du zusammen mit Alissa White-Gluz von Arch Enemy. Wie sah der Arbeitsprozess bei diesem Song aus? War es schwierig, eure beiden doch sehr unterschiedlichen Gesangsstile auf einem Track zu vereinen?

Tarja:
Alissas Art zu singen, war für „Demons In You“ unbedingt notwendig. Als ich meine eigenen Vocal-Aufnahmen fertiggestellt hatte, dachte ich sofort an sie, denn mein Gesangsstil ist sehr clean, und ich bin nicht in der Lage, meine Vocals so zu pushen, wie Alissa es mit ihrem Growl-Stil kann. Alissa hat ihre Vocals mithilfe der Anweisungen, die ich ihr gegeben habe, in Kanada aufgenommen. Im Grunde habe ich ihr aber viel Freiheit gelassen. Ich wollte, dass sie auch mit ihrer cleanen, schönen Stimme singt. Ich wusste, dass das Resultat ihrer Arbeit fabelhaft sein würde. Das Hauptthema des Albums sind ja die Gegensätze im Leben, und Alissa verkörpert sozusagen das Gegenteil von mir, wenn es ums Singen geht.