Story: Musikvideos mit kleinem Budget

Videoclips sind ein fantastisches Mittel, um sich als Band zu vermarkten. Der Regisseur und Produzent Manuel Weiss verrät, wie man auch ohne großes Budget Musikvideos drehen kann ... Ausgabe 07/2014

Irgendwann steht für fast jede Band die Erkenntnis im Raum, dass ein Videoclip her muss, schließlich sind bewegte Bilder eines der besten Marketing-Mittel. Auch wer nicht über einen Major-Deal und das entsprechende finanzielle Backing verfügt, kann heute Musikvideos drehen, die hochwertig daherkommen. Besitzt man dafür nicht das notwendige Equipment und Know-How, hat man immer noch die Wahl, sich einen Partner an Bord zu holen. Manuel Weiss etwa, der mit seiner Firma Weiss Entertainment unter anderem Video-Produktionen anbietet, die auch für Newcomer erschwinglich sind.


SOUNDCHECK: Manuel, aus welchem Gedanken heraus wurde Weiss Entertainment gegründet?
Manuel Weiss:
Mit dem digitalen Zeitalter bot sich irgendwann die Möglichkeit, einen coolen Look für Musikvideos zu kreieren, den man sich auch leisten konnte. Früher hatte alles, was auf Video und nicht auf Film gedreht wurde, diesen Daily-Soap-Effekt – Egal, wie viel Mühe dahinter steckte.  Das hat keinen Spaß gemacht. Als die Technik dann so weit war, dachte ich mir, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um mir das nötige Equipment zuzulegen, jedoch klein anzufangen. Aber wenn ich klein anfange, also Learning by doing sozusagen, kann ich natürlich erst mal nur an die kleinen Bands herantreten. Das ist als Konzept aufgegangen, weil viele gesagt haben: „Hey, das ist ein cooler Look! Das kennen wir für so einen relativ günstigen Preis gar nicht.“

SC: Was ist, generell gesprochen, bei einem Videodreh der teuerste Faktor?
MW:
Was am meisten kostet, sind definitiv Crew und Equipment. Wenn man mal von Deutschland ausgeht, kostet eine große Produktion durchschnittlich 20.000 Euro. Steht ein Major-Label dahinter, kann es auch schon mal zwischen 50.000 und 100.000 Euro kosten. Wobei es selbstverständlich immer auf die Idee und die Umsetzung ankommt. Das heißt: Braucht man zum Beispiel einen Set-Designer? Welche Kulissen hat man? Das geht alles ins Geld. Heutzutage kann man ein Musikvideo aber auch kleiner umsetzen, so wie wir es unter anderem machen. Dann kommt man schon mit einem Team aus drei, vier Leuten gut zurecht und kann die Kosten deutlich geringer halten. Wenn man bei den großen Verleihern mal schaut, was eine Basisausrüstung am Tag kostet, dann ist man schon über dem Preis, den man bei uns für ein komplettes Video zahlt. Letztlich ist das selbstverständlich Verhandlungssache, und hängt auch immer von den spezifischen Kosten des Drehs ab. Sprich: Wenn es mehr kostet, sind das in der Regel durchgeschliffene Posten. Es kann ja zum Beispiel sein, dass man eine Riesenhalle mieten möchte, was dann 500 Euro zusätzlich kostet ...