Story: Evanescence

Das vierte Studioalbum „Synthesis“ der Alternative-Rock-Combo Evanescence, ist ein Release der besonderen Art. Im Interview: Produzent Will Hunt.

Mit ihrem neuen Album wagen Evanescence ein schwieriges Unterfangen: Auf „Synthesis“ vereinen die US-Amerikaner um Sängerin und Pianistin Amy Lee neben zwei neuen Songs zahlreiche Stücke aus ihrem Back-Katalog – neu aufgenommen und von Star-Arrangeur David Campbell (Michael Jackson, Beyoncé, Adele …) für ein komplettes Orchester überarbeitet. Alle Fäden liefen im Zuge dieses Projekts bei Producer Will Hunt zusammen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Evanescence-Drummer). Wir haben uns mit Hunt über die Arbeit an „Synthesis“ unterhalten.

Soundcheck: Will, was hat dich an der „Synthesis“-Produktion gereizt? 

Will Hunt: Das „Synthesis“-Projekt war schon vom ersten Moment, als Amy mich deswegen anrief, besonders interessant. Obwohl ich einen sehr vielfältigen Musikgeschmack habe und gern in allen möglichen Genres arbeite, hat elektronische Musik doch eine besondere Faszination für mich. Das ist so, seit ich zum ersten Mal Björks Album „Debut“ gehört habe. Der Gedanke, eine von elektronischer Musik inspirierte Platte zu produzieren und zu programmieren, die voller gut geschriebener Songs mit Orchester-Arrangements steckt, war dann wie ein Lotteriegewinn. An einem Projekt zu arbeiten bei dem Amy schreibt, Piano spielt, singt und David Campbell arrangiert? Besser geht’s nicht!

SC: Was war bei „Synthesis“ deine Hauptaufgabe als Produzent?

Will: Ich habe mehrere Rollen übernommen: Programmierer, Engineer, Co-Songwriter und Produzent. Zunächst war es meine Aufgabe, einige bekannte Evanescence-Songs neu zu interpretieren. So etwas ist immer eine Herausforderung, weil die neuen Versionen zwar frisch klingen sollen, aber gleichzeitig genauso stark sein müssen wie die Versionen, die schon jedem bekannt sind. Ich hab dann mit den originalen Pro-Tools-Sessions angefangen und alles bis auf die Lead-Vocals und das Piano stummgeschaltet. Danach fing ich an, mit neuen Rhythmen, Samples und Synth-Parts zu experimentieren. Dieser Abschnitt der Produktion zog sich über mehrere Monate, und ich habe zu dieser Zeit hauptsächlich allein gearbeitet. Es gab im Grunde keine Regeln und mein Ansatz unterschied sich von Song zu Song.

SC: Wie ging es dann weiter?

Will: Als ich für jeden Track eine solide Basis gefunden hatte, lud ich jeweils einen Rough-Mix und die einzelnen Audio-Files auf einen Dropbox-Ordner, den Amy und ich teilten. Zu diesem Zeitpunkt fungierte ich sozusagen als Angelpunkt für das Rad des kreativen Prozesses, das sich langsam zu drehen begann.

(...)

Interesse am vollständigen Beitrag? 

SOUNDCHECK-Ausgabe 01/2018 hier bestellen