Special: Vollgas auf der Autobahn

Keine Schnittstelle hat die Musikwelt so umgekrempelt wie der MIDI-Standard. Auch mehr als 30 Jahre nach seiner Einführung wird dieser digitale Standard sowohl im Studio wie auf der Bühne genutzt. In unserem Special erfahrt ihr, was ihr wirklich über MIDI wissen müsst.

Die Abkürzung MIDI steht für: Musical Instrument Digital Interface (zu Deutsch: digitale Musikinstrumenten-Schnittstelle). Es soll ja immer noch Leute geben, die sich durch das Wort „Interface“ beziehungsweise „Schnittstelle“ irritieren lassen und sich wundern, dass, wenn sie ihren Synthesizer per MIDI mit ihrem Computer verbinden, kein Ton zu vernehmen ist. Um also gleich einen beliebten Anfängerirrtum auszuräumen: MIDI überträgt keine Audiodaten, sondern ist ein Industriestandard für den Austausch (vornehmlich musikalischer) Steuerdaten. Das heißt, wenn man zum Beispiel auf einer MIDI-fähigen Tastatur eine Taste drückt, können als Information etwa Notenwert und Anschlagstärke weitergeleitet werden (an einen Klangerzeuger, aber auch an eine DAW, einen weiteren Controller und so weiter). Mit Sounds hat MIDI also nur mittelbar etwas zu tun.
Vom „MIDI-Standard“ spricht man sowohl hinsichtlich der Beschaffenheit der notwendigen Hardware, wie auch in Bezug auf das Kommunikationsprotokoll, über das die entsprechenden Daten übermittelt werden. Eingeführt wurde MIDI 1983 von Dave Smith und Ikutaro Kakehashi. Bis heute erweist dieser Standard sich als wichtiger Pfeiler der Musik-Produktion und Live-Darbietung. Die für die heutige Zeit vergleichbar geringe Datenauflösung und andere Mankos zeugen zwar davon, wie alt der MIDI-Standard bereits ist – Fakt ist aber auch, dass ohne MIDI weder die einflussreichen Aufnahmen von Bands wie Depeche Mode oder den Pet Shop Boys aus den 1980er-Jahren entstanden, noch der stark elektronische Sound neuerer Acts möglich gewesen wäre...