Special: Moderne Bandvideoproduktion

Ein Video zu drehen muss heute nicht mehr teuer sein. Wir möchten euch in diesem Special einige Herangehensweisen an den Video-Dreh näher bringen.

Ein Musikvideo ist neben dem Album, der Tour und der Promotion sicherlich einer der wichtigsten Eckpfeiler. Mit einem guten Video positioniert ihr eure Band auf dem gut gefüllten Markt und verschafft euch Gehör.

Waren Musikvideos lange Zeit ein extrem teures Mittel privilegierter Musiker und Bands, ist es heutzutage für fast jeden erschwinglich und relativ leicht realisierbar. Alles was ihr braucht ist mindestens eine gute Kamera, ein Stativ, ausreichende Belichtung und einen leistungsstarken Rechner mit einer Schnittsoftware.  

In diesem Special zeigen wir euch, wie ihr qualitativ hochwertige Band-Videos günstig drehen könnt, um eure Band auch auf YouTube und Co. gut in Szene zu setzen - ohne dafür euren Bausparvertrag kündigen zu müssen. 

Das ganze Thema ist extrem vielfältig und bietet genug Stoff, um Bücher damit zu füllen. Daher beschränken wir uns auf einige grundlegende Dinge, die bei der Produktion eines Videos für eure Band hilfreich sein können. Wir gehen auf den Live-Mitschnitt ein, wollen uns anschließend aber vertieft mit den Möglichkeiten eines Selfmade-Musikvideos beschäftigen.

Warum solltet ihr ein Video drehen?

Um als Band Gehör und Aufmerksamkeit zu bekommen, solltet ihr möglichst viele Kanäle bedienen. Neben einer hochwertigen Aufnahme in Form eines Albums oder einer EP ist das Musikvideo eine der vielversprechendsten Möglichkeiten. Ihr könnt euch als Band visuell in Aktion zeigen, eure Bühnenpräsenz rüberbringen und einen Anhaltspunkt zu euch liefern, den Fans und eventuelle Booker oder Labels zu schätzen wissen dürften.

Mit YouTube, Vimeo und Co. habt ihr die passenden Plattformen dazu vermutlich bereits in eurem Browser-Verlauf. Heute hat so gut wie jeder ein Smartphone, mit dem man Videos beachtlicher Qualität aufnehmen kann.

Moderne digitale Spiegelreflex-Kameras, kurz DSLRs liefern weitgehend Aufnahmen in der Qualität hochprofessioneller Videokameras, die durchaus fernsehtauglisches Format haben.

Natürlich steht es euch auch frei, Camcorder oder professionelle Kameras zu nutzen, die Preisspanne liegt zwischen knapp 200 Euro bis in 10 000 Euro.

Darin liegt auch das Problem mit Camcordern und Kameras. Die günstigen sind in ihrer Bildqualität DSLRs deutlich unterlegen, verlangen aber auch kein großes Know-how, da sie dem Benutzer vom Fokussieren bis zum automatischen Einstellen des richtigen ISO-Wertes (der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors der Kamera) sämtliche Entscheidungen und das Handwerk abnehmen.

Es besteht dabei die Gefahr, dass die Bilder dadurch nicht sonderlich interessant wirken und immer ein wenig an "Urlaubsvideo" erinnern. Professionelle Kameras sind dagegen ein ideales Werkzeug, doch aufgrund der hohen Preise für viele eher als Leih-Geräte interessant.

DSLRs wie beispielsweise die Canon EOS 700d oder vergleichbare Geräte von Olympus, Nikon oder Panasonic sind ein guter Kompromiss. Denn sie erlauben es, mit unterschiedlichsten Objektiven neben den Fotos auch die Videoaufnahmen zu individualisieren. Zudem sind sie schon für relativ wenig Geld zu haben. Da Musikvideos zudem den unbedingten Anspruch haben sollten, sehr dynamische und abwechslungsreiche Bilder zu liefern, ist die DSLR hier das Mittel unserer Wahl.

Möglichkeiten eines Musikvideos

Das Interessante an Musik-Videos ist die stilistische Freiheit, die ihr dabei habt. Im Grunde ist alles erlaubt, was gefällt. Ihr seid nicht so stark an Konventionen gebunden, wie das beim Filmdreh der Fall wäre. So ist der Zuschauer an gewisse bildkompositorische Klischees gewöhnt.

Entscheidet ihr euch für ein Musik-Video, sollte es gleich an die konkrete Planung gehen. Bei diesem Vorhaben sind die Voraussetzungen nämlich andere, als beim Filmen eines Gigs.

Wer kann euch unterstützen?

Ihr werdet ein Team benötigen. Jemanden der aktiv filmt, sich um die Abläufe kümmert und so weiter. Überraschungsmomente sollten auf ein Minimum reduziert werden. Plant bestenfalls jede Szene und Einstellung in einem Storyboard. Es empfiehlt sich, möglichst viele Szenen und Einstellungen im Voraus gedanklich durchzuspielen und im Storyboard zu skizzieren. So könnt ihr wertvolle Zeit sparen.

Beim Dreh entstehen garantiert noch genügend spontane Momente. Es bietet sich an, für die Performance im Video zu einem Playback zu spielen. Dann seid ihr sicher, dass ihr die Bilder am Ende gut auf den Song schneiden könnt.

Zudem solltet ihr den Song mehrmals einspielen, um möglichst viel Bildmaterial zu haben; davon könnt ihr am Schnittplatz nur profitieren. Wichtig ist, dass euer Spiel zum Playback authentisch rüberkommt — ihr also wirklich zum Playback spielt. Daher sollte euer Playback bestenfalls so laut wiedergegeben werden, dass ihr als Band samt eurer Amps und dem Drumset insgesamt leiser seid, als die Wiedergabe. Ansonsten wirken eure Bewegungen einfach nicht natürlich genug. Ihr solltet euer Band-Setup möglichst leise fahren, um das Playback noch gut hören zu können. Hierzu sollte also bestenfalls eine kleine PA bereitstehen.

Weitere hilfreiche Tipps, wie ihr euer Band-Video günstig dreht, gibt es hier.