Special: Mischen von der Bühne

Ein Tonplatz im Saal ist stets mit einem großen Aufwand verbunden. Daher ist es attraktiv und bei knappem Budget

auch Standard, von der Bühne zu mischen – auch als Musiker ... Ausgabe 04/2014

Zu einer guten Beschallung gehört ein guter Sound, aber auch gutes Monitoring, damit man sich und die anderen Musiker hört und dementsprechend gut und dynamisch spielt. Dabei gerät man sehr schnell in drei schwierige Zielkonflikte: Erstens hört man sich immer gern laut und deutlich, und möchte sein Instrument im Zweifel lauter drehen. Dies führt in einer Band mit Schlagzeug zu sehr hohen Schalldrücken auf der Bühne.

Zweitens muss deshalb auch der Gesang sehr laut aufgedreht werden und das führt zu einer Mitkopplungsproblematik. Das Gesangsmikrofon „hört“ den gesamten Bühnenlärm und überträgt diesen auf den lauten Gesangsmonitor – ein Durcheinander chaotischer Raumresonanzen schaukelt sich gegebenenfalls bis zum Rückkopplungs-Pfiff auf.

Drittens muss die PA im Saal die Bühne so sehr übertönen, dass der zwangsläufig unschöne Bühnen-Mix für das Publikum nicht mehr wahrnehmbar ist. Am Ende behauptet jeder, sich nicht gehört zu haben und das Publikum muss einen großen Lärm erdulden. An Textverständlichkeit ist trotzdem nicht einmal zu denken. Ob mit oder ohne Tontechniker, ob mit dem Mischpult auf der Bühne oder im Saal: Diese Herausforderung muss man stemmen ...