Special: Korrekter Umgang mit Synthesizern

Synthesizer dominieren das Klangbild moderner Musikproduktionen wie keine zweite Instrumentengruppe. In unserem Special widmen wir uns dem Umgang mit diesen heute so wichtigen Instrumenten und liefern euch wertvolle technische Hintergründe.

Noch in den Achtziger-Jahren gab man Musik, in der Synthesizer dominierten, mit dem Begriff „Synthpop“ eine eigene Genrebezeichnung. Was Bands wie Depeche Mode, The Human League oder die Pet Shop Boys damals taten, ist heute nicht mehr so außergewöhnlich, dass es eines eigenen Begriffs bedürfte, um es von anderen Formen der Popmusik abzugrenzen. Im Gegenteil: Elektronische Klangerzeuger werden heute im Mainstream so flächendeckend verwendet wie keine andere Instrumentengruppe. Längst haben sie die Gitarre, den früheren Platzhirschen der Popmusik, verdrängt. Was nicht heißen soll, dass Gitarren und andere Instrumente nicht in diversen Genres weiterhin im Zentrum stehen. Synthesizer sind aber, davon ganz unabhängig, aus der modernen Musikproduktion kaum mehr wegzudenken. Grund genug also, um sich dieser Instrumentengruppe einmal ausführlicher zu widmen.

Als „Synthesizer“ bezeichnet man für gewöhnlich elektronische Instrumente, die auf dem Weg der Klangsynthese Töne generieren. Unterscheiden lässt sich dann noch mal grob zwischen analogen und digitalen Synthesizern sowie zwischen Hardware-Geräten und reinen Software-Instrumenten. Das Wort „Synthesizer“ leitet sich vom griechischen „Sýnthesis“ ab, was so viel bedeutet wie „zusammensetzen“ oder „vereinigen“. Seiner Wortherkunft nach setzt ein Synthesizer also Klänge zusammen. Dies traf bereits auf die ersten Ausführungen derartiger Instrumente zu und es passt auch noch im Hinblick auf aktuelle Modelle. Wie das „Zusammensetzen“ dann konkret ausfällt, ist jedoch von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.

Subtraktive Synthese

Die subtraktive Synthese kam bereits in den ersten analogen Synthesizern zum Einsatz. Es handelt sich um das einfachste Syntheseverfahren. Tatsächlich wird, wie das Wort „Subtraktiv“ bereits andeutet, in dieser Syntheseform etwas entfernt. Mittels eines oder mehrerer Filter werden Frequenzanteile aus einem Audiosignal subtrahiert. Man kann sich die Klangerzeugung ähnlich wie bei der Arbeit eines Bildhauers vorstellen: Auch hier entsteht etwas Neues dadurch, dass Teile des Ausgangsmaterials entfernt werden. Anstatt Stein fallen hier gewissermaßen Frequenzen weg. Zwar lässt sich subtraktive Synthese prinzipiell mit jedwedem Ausgangssignal betreiben, gemeint ist, wenn dieser Begriff fällt, jedoch meist ein Signalfluss, wie ihn die Analog-Synthies aus den Sechziger- und Siebziger-Jahren boten (beziehungsweise deren virtuelle Pendants jüngerer Zeit).

Diese Instrumente erzeugen mittels eines Oszillators eine obertonreiche Wellenform, etwa einen Sägezahn, die dann durch ein Lowpass-Filter in bestimmten Bereichen abgeschwächt wird (mehr zu den Synthesizer-Komponenten erfahrt ihr in den 7 goldenen Regeln). Klassische subtraktive Synthesizer sind zum Beispiel der Moog Minimoog, Oberheims OB-8 und der Prophet-5 von Sequential Circuits.