Special: Guide-Track-Produktion für Studio, Bühne und Proberaum

Guide-Tracks zählen im Studio zu den Standard-Werkzeugen. Aber auch auf der Bühne haben sie ihre Berechtigung. Wir zeigen euch, wie man Guide-Tracks erstellt und einsetzt ... Ausgabe 10/2014

Unter einem Guide-Track versteht man eine Audio-Spur, an der Musiker sich orientieren können, um eine möglichst optimale Performance abzuliefern (der englische Ausdruck „Guide-Track“ bedeutet soviel wie „Leitspur“). Wozu dem Musiker diese Form der Führung genau dient, hängt von der jeweiligen Situation beziehungsweise von den Wünschen des Musikers selbst ab. So kann ein Guide-Track vornehmlich dazu dienen, das Tempo vorzugeben, oder (was meist zutrifft) er kommt zusätzlich als Orientierungshilfe bezüglich der Songparts zum Einsatz. Sprich: Er hilft dem Musiker dabei, zu erkennen, wann die Bridge einsetzt, ein bestimmtes Fill-In erklingt und so weiter.


Ebenso kann ein Guide-Track aber auch dazu dienen, einen bestimmten Groove, eine bestimmte Spielweise oder Ähnliches vorzugeben. Oder er wird gar nicht so sehr vom Musiker benötigt, sondern soll es dem Produzenten oder Tontechniker im Studio erleichtern, zu verstehen, wie sich die Künstler einen Part oder einen ganzen Song wünschen. Nach dem klanglichen oder musikalischen Charakter des Guide-Tracks können dann das geeignete Equipment (Mikrofone, Preamps, Effektgeräte …) oder besondere Recording-Techniken (Close- oder Distanz-Mikrofonierung, Raum-Optimierungen …) gewählt werden. Gerade wer im Studio nur einen sehr begrenzten Zeitraum zur Verfügung hat und über das notwendige Home-Recording-Know-how verfügt, sollte sich überlegen, Guide-Tracks auch zu diesem Zweck einzusetzen. Hier macht es Sinn, die Guide-Tracks in unterschiedliche Stems (aus mehreren Spuren bestehenden Audio-Summen) mit unterschiedlichen Instrumenten-Kombinationen aufzuteilen.     

 

Der akustische Leitfaden


Beim Einsatz als „akustischer Leitfaden“ für Produzent und Techniker, aber auch zum Beispiel für Session-Musiker ist die Grenze zum Demo fließend, also zu einer mehr oder weniger ausgearbeiteten Songskizze, die – wie auch das Erstellen von Guide-Tracks – einen Teil der Pre-Production darstellt. Im ersten Beispiel (dem Guide-Track, der vornehmlich als Tempo-Vorgabe genutzt wird) kann dagegen die Grenze zum Click-Track überschritten werden. Während es sich beim Click-Track jedoch im Grunde bloß um eine Audio-Spur handelt, die ähnlich einem Metronom über einfach gehaltene, in der Regel monofone Klänge (Piep-Sound, Kuhglocke, Rimshot …) und entsprechend der Taktart des Song den Beat vorgibt, versteht man unter einem Guide-Track für gewöhnlich eine deutlich weiter ausgearbeitete Audio-Spur, die dem Musiker mehr Informationen zur Orientierung bietet.
Eine andere Form von Audio-Spuren, die sich mit Guide-Tracks durchaus überschneiden kann, sind Zuspieler-Spuren.