Special: Gehörschutz für Musiker

Wer an Musik dauerhaft Spaß haben möchte, ohne seine Gesundheit zu gefährden, kommt um das Thema Gehörschutz nicht herum. Wir beleuchten das Thema für euch ... Ausgabe 08/2014

Beginnen wir mit etwas Hintergrundwissen. Beim Hörvorgang trifft der Schall, der eigentlich nichts anderes ist als eine Vielzahl von Druckwellen, auf die Ohrmuschel. Sie ist durch ihre Form perfekt dafür geeignet, ihn aufzufangen. Von dort gelangen die Schallwellen über den Gehörgang zum Trommelfell, das zu schwingen beginnt und die Schwingung auf die Gehörknöchelchenkette im Mittelohr überträgt. Schließlich gelangen diese Vibrationen zum Innenohr, das wie ein Schneckengehäuse geformt ist. Der untere Teil der Schnecke ist zuständig für hohe Frequenzen, der obere Teil für tiefe. In der Schnecke befinden sich Flüssigkeit und die Haarsinneszellen. Ein Teil von ihnen, die inneren Haarzellen, wandeln den Schalldruck in elektrische Impulse um und leiten sie weiter ans Gehirn.

Die anderen, äußeren Haarzellen sind für unser Thema interessant. Sie sind nämlich dafür zuständig, den Schall je nach Bedarf abzudämpfen oder, wenn er zu leise ist, zu verstärken. Bei zu hohem Schalldruck brechen die empfindlichen Härchen und sterben ab. So kommt es zu Schwerhörigkeit, denn aufgrund der fehlenden Haarzellen kann leiser Schall nicht mehr genügend verstärkt werden. Gleichzeitig werden lautere Geräusche als besonders unangenehm und überproportional laut empfunden, da keine ausreichende Dämpfung stattfindet. Lärmschädigungen betreffen meist den unteren Teil der Schnecke, also die höheren Frequenzen. Dies bedeutet, dass tiefe Töne zwar noch gut wahrgenommen werden können, allerdings bestehen Probleme, wenn es um höhere Töne und Geräusche um 4.000 Hz geht.

Die Verschlechterung der Hörleistung ist ein schleichender Prozess, der über viele Jahre hinweg passiert und vom Betroffenen kaum oder gar nicht wahrgenommen wird. Normalerweise erholen sich die Haarsinneszellen wieder, nachdem sie höheren Lärmbelastungen ausgesetzt waren. Diesen Effekt kennt ihr vielleicht. Zum Beispiel nach einer Nacht im Club bei lauter Musik, wenn ihr am nächsten Tag schlechter hört oder sogar Pfeifgeräusche wahrnehmt. Die vorübergehende „Schwerhörigkeit“ verschwindet nach ein paar Stunden Ruhe für das Ohr aber wieder. Überschreitet der Lärmpegel allerdings bestimmte Dezibel-Werte, ist das Gehör der Lärmbelastung zu häufig ausgesetzt oder sind die Erholungspausen für das Ohr zu kurz, kann es zu irreparablen Gehörschädigungen und einem dauerhaften Hörverlust kommen ...