Special: Effektives Monitoring im Home- und Projektstudio

Mit Musik arbeiten heißt, mit den Ohren zu arbeiten. Alles zum Thema Monitor-Lautsprecher, Aufstellung und dem nötigen Zubehör erfahrt ihr in unserem Special ... Ausgabe 02/2014

Ein Lautsprecher-System dürfte fast jeder in irgendeiner Form besitzen. Warum also als Musiker in eine spezielle Abhöre investieren, wenn man doch zuhause bereits ein HiFi-System stehen hat? Ja, vielleicht sogar eines, auf dem die eigenen Lieblings-CDs verdammt gut klingen. Die häufigste und richtige Antwort auf diese Frage lautet: Weil HiFi-Lautsprecher darauf ausgelegt sind, möglichst jede Aufnahme spektakulär klingen zu lassen. Für gewöhnlich wird dies – gerade bei günstigeren Systemen – dadurch erreicht, dass den Bässen und Höhen ein kräftiger Boost verliehen wird.



Wer Audiospuren aufnimmt, mischt oder Masterings erstellt, dem geht es aber vor allem darum, Schwächen im Signal aufzudecken. Wenn ein Mix zu harsche Mitten hat, eine Kickdrum nicht knackig genug klingt oder die Hallfahne der Vocals zu sehr heraussticht, dann möchte man all dies als Musiker beziehungsweise Toningenieur hören können. Gute Monitore sind auf genau solche Aufgaben ausgelegt. Sie sollen weitestgehend objektiv klingen. Gefragt ist Linearität oder, wie es oft heißt, Ehrlichkeit.


Nun ist es mit tontechnischer Ehrlichkeit allerdings so eine Sache. Wie soll man festlegen, welcher Speaker ehrlich klingt und welcher nicht? Ein Beispiel: Bei Abhöre A verzeichnen wir im Vergleich zu Abhöre B eine deutliche Anhebung bei 4 kHz. Abhöre B betont dagegen gemessen an Abhöre A den Bereich zwischen 300 und 500 Hz. Klingt Abhöre A oder B ehrlicher? Was könnte hier als entscheidende Referenz herhalten? Vielleicht ist es der Klang, den die Instrumente bei der Aufnahme im Studio hatten? Einigen wir uns darauf, stoßen wir jedoch schnell auf eine ganze Reihe von Schwierigkeiten: So werden Produktionen heute meist im Overdub-Verfahren aufgenommen, die Instrumente landen also nacheinander auf dem Aufnahmemedium ...