Special: Drumprogramming & -Replacing

Das Schlagzeug bildet das rhythmische Rückgrat eines Songs. Wer kein echtes Drumset hochwertig aufnehmen kann, muss deshalb aber nicht auf Groove und Sound verzichten.

Das Schlagzeug war eines der ersten Instrumente, das man versuchte, elektronisch zu imitieren. Heute legendäre Drummachines, wie Rolands TR 909, CR78 oder Casios Vl-1, waren ursprünglich dazu gedacht, Rock/Pop und Tanzmusiker mit Schlagzeug „In-the-Box“ auszustatten. Das diese analogen oder digitalen Rhythmusknechte jedoch über wenig Speicher und Möglichkeiten verfügen, und eigentlich gar nicht nach echten Drums klingen, störte Jahrzehnte später Dance und Technoproduzenten offensichtlich nicht. Fast kein House/Technohit kam in den 90ern ohne TR-909-Bassdrum aus. Trios „Da, da,da“ ist ohne Casios Vl-1 undenkbar und den Drumloop von Phil Collins „In the Air tonight“ hat wohl auch jeder Musikfan im Ohr. Vom Klang eines richtigen Drumsets war man damit aber noch weit entfernt.
Als man auf immer mehr Samplespeicher zurückgreifen konnte, war man dem richtigen Schlagzeug-Sound einen Schritt näher gekommen. Zu Beginn der 90er prägten Emu- und die weißgrauen Akai-Sampler viele Studioracks. Über die damalige Gesamtspeicherkapazität von rund 30 Megabyte darf man heute getrost schmunzeln. Wer kein dickes Portemonnaie hatte (damals war so ein Sampler mit über 10.000 DM für mich ein unerreichbarer Traum), benutzte die Sample­drums aus seiner Workstation. Dem Yamaha SY-77 oder dem Korg M1 ließen sich mit geschickter Programmierung durchaus gute Drumtracks entlocken, auch wenn die Perkussionabteilung in der Band aufgrund mangelndem Realismus oft die Nase rümpfte...