PA Anlage Omnitronic AZX-212A und AZX-112A

Die AZX-Serie von Omnitronic bietet Power für den schmalen Geldbeutel. Aus verschiedenen Konfigurationen können die Elemente der PA Anlage für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden und bieten für verschiedene Einsatzgebiete jede Menge Möglichkeiten.

Die richtige PA Anlage zu finden ist oft gar nicht so einfach. Nicht nur das Überangebot lässt den vermeintlichen Käufer oft verloren im PA-Dschungel zurück. Gerade wenn es um die Dimensionierung geht, kommt es darauf an, die Leistung nicht zu knapp zu bemessen - oder gar mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, wenn sich das Geld buchstäblich in (bewegte) Luft auflöst. Welche PA Anlage nun die richtige ist, entscheidet am Ende der Terminkalender des Musikers oder der Band. Ein kurzer Blick darauf sollte genügen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Anschaffung momentan am sinnvollsten ist. Eine Faustregel besagt, dass die PA Anlage so dimensioniert sein sollte, dass damit zirka 80 Prozent der Auftritte bestritten werden können. Ist mal eine Großveranstaltung dazwischen, macht es mehr Sinn, sich für dieses Event ein größeres System zu leihen.

Omnitronic AZX: Modular-Betrieb

Mit dem Omnitronic AZX-System lässt sich die PA Anlage sogar modular betreiben. Zum Test liegt uns pro Seite jeweils ein aktiver Subwoofer und eine aktive Fullrange-Box vor. Damit kann das PA System je nach Auftrittsort und Besetzung angepasst werden. Steht die komplette Band auf der Bühne, machen zwei Topteile und zwei Subwoofer wohl am meisten Sinn. Ist allerdings für einen kleinen Club-Gig nur ein Sänger mit Akustikgitarre oder ein Duo ohne Bass und Schlagzeug gefragt, können die Subwoofer getrost zu Hause gelassen werden, da der Einsatz der Fullrange-Boxen in diesem Fall ausreichen sollte.
Die preiswerte Omnitronic AZX-Serie bietet sowohl passive als auch aktive Lautsprecher in unterschiedlichen Größen an. Für unseren Test nehmen wir ein System mit einem aktiven 12“-Topteil und einen aktiven 12“-Subwoofer – eine Kombination, die auch einen kleinen Club ausreichend beschallen dürfte. Die Besetzung der Band besteht aus zwei Sängern, einer Akustikgitarre, einem Akkordeon und einem Drumset.

Technische Daten: Omnitronic AZX 212A 2-Wege Top

  • Bauart: 2-Wege-Fullrangebox
  • Bestückung: 12“ Tieftöner, Titan-Hochtöner
  • Verstärker: Biamp Class-D
  • Frequenzbereich: 55 Hz - 20 kHz
  • Max. Schallpegel: 95 dB
  • Anschlüsse: Input, Link
  • Regler: Level, Hi, Low
  • Schalter: Mic / Line, HF Trim, Power
  • Maße: 43 x 40,5 x 67 cm
  • Gewicht: 19,15 kg

Zugegeben, die Boxen sind keine Leichtgewichte und nehmen im Vergleich zu den gerade modernen Säulensystemen etwas mehr Platz weg. Trotzdem ist es aus jahrelanger Erfahrung irgendwie beruhigend, wenn dort ein echter Mitteltöner am Werk ist, der die Lücke zwischen Hochtönern und Subwoofern schließt, was bei vielen Säulensystemen trotz noch so guten Klangeigenschaften immer wieder ein Nadelöhr darstellt.
Der Aufbau ist mit etwas Erfahrung, wie die Boxen verkabelt werden, kein Problem. Allerdings wäre der Transport trotz der robust wirkenden Boxen mit passenden Hüllen deutlich schöner. Da vom Hersteller bislang kein passendes Set erhältlich ist, um die Boxen zu schonen, macht es Sinn, sich rechtzeitig anderweitig nach passendem Schutz umzusehen. Der Tour-Alltag wird früher oder später seinen Tribut in Form von unschönen Macken fordern.

Roadtaugliche PA Anlage

Äußerlich wirken die Boxen robust und machen einen wertigen Eindruck, der auch in höheren Preiskategorien nicht anders sein könnte. Die Gehäuse sind aus 15 Millimeter starkem MDF-Holz gebaut und mit einem strapazierfähigen Strukturlack überzogen, der so manchen Stoß sicher abfangen dürfte. Die Lautsprecher selbst sind mit einem Metallgitter geschützt, unter dem eine zusätzliche Schicht Akustikschaumstoff angebracht ist. Äußerlich gibt es nichts zu beanstanden. Transportiert werden die Boxen mit in das Holz gefrästen Griffen, die an beiden Seiten zu finden sind.
Der Aufbau benötigt nur wenige Handgriffe. Dazu muss pro Seite die optional erhältliche Distanzstange in das M20-Gewinde des 12''-Subwoofers gedreht werden, um anschließend das 12''-Topteil auf der Oberseite zu platzieren. Die passende Distanzstange von Omnitronic bietet hierzu eine Höhenverstellung im Bereich zwischen 75 und 135 Zentimeter und wird in der jeweiligen Einstellung sicher fixiert. Jetzt müssen die Boxen nur noch verkabelt werden, bevor der Soundcheck losgehen kann.

Technische Daten: AZX 112A PA-Subwoofer

  • Bauart: Subwoofer
  • Bestückung: 12“-Subwoofer
  • Verstärker: Class-D
  • Frequenzbereich: 40 Hz – 250 Hz
  • Max. Schallpegel: 93 dB
  • Anschlüsse: Input L / R, Link L / R, High Pass L / R
  • Regler: Sub Level, Low Pass
  • Schalter: Phase, Power
  • Maße: 50 x 57,5 x 45 cm
  • Gewicht: 21,90 kg

Das Fullrange-Topteil AZX 212A ist sowohl für den Alleinbetrieb als auch für den Einsatz als Satelliten-Box bestens vorbereitet. Neben einem Regler für die Gesamtlautstärke lassen sich Bässe und Höhen zur weiteren Klangoptimierung der PA Anlage mit einem Drehregler anpassen. Der XLR-Eingang kann entweder als Line-Eingang oder auch mit Mikrofonpegel betrieben werden. Ein Feature, das nicht zu unterschätzen ist, wenn mal auf die Schnelle etwas gebraucht wird, um eine Rede oder Ansage unkompliziert zu verstärken. Für den Soundcheck wird der Regler allerdings auf Line-Level gestellt, da das Signal direkt aus dem Mischpult an die Boxen gesendet wird. Über einen Schalter kann der Hochtonbereich um -2 beziehungsweise -4 dB abgeschwächt werden. Die drei Statusanzeigen geben Aufschluss darüber, ob die Box in Betrieb ist, ein Signal anliegt und ob der integrierte Limiter im Einsatz ist. Dieser verhindert zum Schutz des Lautsprechers ungewollte Pegelspitzen und aktiviert sich, sobald der Schwellenwert erreicht wird. Es macht sich aus der Praxis immer bezahlt, ab und zu mal ein Auge auf diese Anzeige zu werfen, da es für kein System gesund ist, immer am Limit zu arbeiten. Neben der Eingangsbuchse steht auch ein XLR-Link zur Verfügung, um das Signal an ein weiteres Gerät weiterzugeben.

Flexibler Subwoofer

Der Omnitronic Subwoofer ist mit einem Schalter zur Phasenumkehr bestückt, falls mehrere Subwoofer parallel geschaltet sind und es Probleme mit Phasenauslöschungen gibt. Neben der Gesamtlautstärke lässt sich die Trennfrequenz zwischen 80 und 200 Hz beeinflussen. Hier gibt es ebenfalls die drei optischen Anzeigen des Topteils, die unter anderem über die Arbeit des Limiters informieren. Mit jeweils zwei Eingängen und Ausgängen lässt sich der Subwoofer auch in einer 2.1-Konfiguration verwenden. Es besteht die Möglichkeit, beide Eingangssignale durchzuschleifen.
Die Praxis soll zunächst die 12“-Fullrange-Box im Alleinbetrieb ohne Subwoofer genauer in Augenschein nehmen. Dazu wird die Box direkt mit dem Mixer verbunden. Als Signalquellen liegen eine Akustikgitarre und ein Gesangsmikro an. Der Trim-Regler für die Höhendämpfung ist deaktiviert und die Klangeinstellung neutral eingestellt. Die Klangreserven reichen allemal für einen Solomusiker oder eine Combo ohne Schlagzeug in kleinen Bars oder Pubs aus.

Der Schalter für die Höhenabsenkung nimmt der Box etwas an Aggressivität und kann zusammen mit der Klangregelung gute Sounds produzieren, die am Mixer dann nicht weiter korrigiert werden müssen. Für die Grundeinstellungen empfiehlt es sich, die PA Anlage einmal mithilfe gut vertrauter Aufnahmen auf den eigenen Geschmack hin zu optimieren. Im Solo-Betrieb macht die AZX 212A in ihrer Preisklasse eine gute Figur und eignet sich auch bei dezenten Lautstärken für eine angenehm klingende Wiedergabe.

In Kombination mit dem Subwoofer legt das PA System nochmal eine Schippe drauf. Das Omnitronic Topteil wird dadurch entlastet und kann sich ausschließlich um die oberen Frequenzen kümmern, was den Klang noch einmal hörbar frischer werden lässt. Insgesamt entsteht in der Kombination deutlich mehr Schub, der in kleinen Läden auch problemlos eine Bassdrum oder einen Bass naturgetreu wiedergeben wird. Für die Folk-Combo sind die beiden Fullrange-Boxen von Omnitronic  in Kombination mit den Subwoofern ein ideales System, um sich auch bei hohem Hintergrund-Pegel genügend Gehör zu verschaffen. Auch hier gilt, dass sich der Ton-Techniker vor dem Soundcheck ausreichend mit den Einstellmöglichkeiten der PA Anlage vertraut machen sollte, um bestmöglichen Klang aus den Boxen zu holen.

Fazit zur PA Anlage

Insgesamt können die preiswerten Boxen überzeugen. Es ist schon erstaunlich, was mittlerweile auch für den schmalen Geldbeutel an Klang geboten wird. Weiterer Pluspunkt eines solchen Systems, das nur aus Aktivboxen besteht, ist die Möglichkeit, je nach Einsatz unterschiedliche Konfigurationen zu benutzen und nicht unnötig viel Equipment mit sich herumzuschleppen. Das System ist ideal für Combos, die es eher akustisch angehen und eine klare Wiedergabe des Band-Sounds wünschen, dabei aber aufs Budget achten müssen.

Omnitronic AZX-212A und 112A im Überblick

Bewertung der PA Anlage

  • Einstellmöglichkeiten +
  • Klang +
  • Höhendämpfung +
  • Limiter +
  • keine Hülle -

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