Massiv und klangneutral

Dieses Jahr überrascht uns Mackie gleich mit einer ganzen Reihe neuer Audio-Tools. Gegen­stand unseres heutigen, ausführlichen Praxis-tests sind die vier DI-Boxes der MDB-Serie.
Mit welchen Features diese unverzichtbaren Helferlein für Bühne und Studio aufwarten können und wie sie sich im Alltag bewähren, verrät euch unser Testbericht.

Gleich ob auf der Bühne oder im Studio, ohne DI-Boxen geht es nicht! Viele Instrumente, allen voran Keyboards und E-Akustik-Gitarren, liefern an ihrem Ausgang ein unsymmetrisches und entsprechend empfindliches Audiosignal. Um das unsymmetrische Instrumentensignal möglichst sauber und verlustfrei über eine längere Distanz per Kabel übertragen zu können, muss es mit Hilfe einer sogenannten DI-Box in ein symmetrishes Audiosignal umgewandelt werden, wobei die Länge des unsymmetrischen Kabels möglichst kurz sein sollte. Mit der MDB-Serie bietet Mackie vier unterschiedliche Modelle von DI-Boxen an, die sich in Konzeption und Ausstattung dem jeweiligen Verwendungszweck optimal anpassen. Wie sich die Modelle unterscheiden und mit welchen Features die MDB-DI-Boxes aufwarten können, haben wir in unserem ausführlichen Praxistest für euch unter die Lupe genommen.


Der erste Eindruck
Alle vier Modelle der MDB-Serie hat Mackie in ein massives, matt-schwarz beschichtetes Stahlblechgehäuse gepackt, das selbst härtesten Beanspruchungen auf der Bühne standhält. Auch die Buchsen und Schalter sind aus widerstandsfähigem, massivem Metall und nicht etwa aus zerbrechlichem Kunststoff. Die massive Bauweise ist wahrscheinlich auch ein wesentlicher Grund für das relativ hohe Gewicht der kleinen Boxen. Dieses liegt bei rund einem halben Kilogramm. In Verbindung mit den beiden auf den Boden aufgeklebten Gummistreifen, sorgt dieses Gewicht aber  gleichzeitig für einen guten und rutschfesten Stand der DI-Boxen, was durchaus einen Vorteil darstellt.


MDB-1P
Die MDB-1P DI-Box ist der ideale Begleiter für Gitarristen, Bassisten und andere Instrumentalisten, die ein unsymmetrisches Mono-Signal in ein symmetrisches Signal umwandeln möchten, das dann gefahrlos auch über längere Strecken transportiert werden kann. Tipp: selbst wenn man zum Beispiel am Bassverstärker bereits über einen DI-Output verfügt, kann ein zweites Signal von der DI-Box zwischen Instrument und Verstärker eventuell Frequenzen liefern, die im Mix mit dem Amp-Signal erst den
idealen Sound ergeben.


Obacht auf die Phase

Arbeitet man mit zwei Signalen der gleichen Quelle, sollte man jedoch unbedingt die Phase im Auge behalten, damit es nicht zu Frequenz-Auslöschungen kommt. Wie bei passiven DI-Boxen üblich, kommt die MDB-1P von Mackie ohne Stromversorgung klar. Das Instrument wird mit einem möglichst kurzen, hochwertigen und unsymmetrischen Kabel mit 6,3 Millimeter Klinkensteckern am Input der DI-Box angeschlossen und mit einem zweiten Klinkenkabel der Thru-Ausgang mit dem Eingang des Verstärkers verbunden. Das nun am XLR-Ausgang anliegende, symmetrische Signal wird mit einem symmetrischen Mikrofon-kabel mit XLR-Steckverbindern an der Stagebox beziehungsweise dem Mischpulteingang angeschlossen. Ist die Signalquelle zu stark, so dass es zu Verzerrungen kommt, kann das Signal mit dem Pad-Schalter der MDB-1P um 15 Dezibel abgesenkt werden. Sollte es durch den Einsatz der MDB-1P DI-Box zu einer Brummschleife kommen, bietet der Ground-lift-Schalter neben dem XLR-Ausgang schnelle Abhilfe. Dank sehr guter elektronischer Komponenten bietet die MDB-1P einen weiten Frequenzgang von 20 - 20.000 Hertz und einen Dynamikumfang von 128 Dezibel mit einer harmonischen Verzerrung von nur 0,002% bei 1000 Hertz – hervorragende Qualität zu einem wirklich günstigen Preis!

MDB-2P
Was ist besser als eine MDB-1P? Ganz klar! Zwei MDB-1P – und das natürlich in einem Gehäuse. Genau das ist die MDB-2P, die uns Mackie freundlicher Weise für unseren Praxistest zur Verfügung gestellt hat. Aufgrund der zweikanaligen Auslegung eignet sich die MDB-2P natürlich besonders für Keyboards, Media-Player und andere Stereo-Signalquellen mit unsymmetrischem Ausgang, deren Signal für eine längere, möglichst verlustfreie Kabelverbindung symmetriert werden soll. Wie ihr einkanaliger Kollege arbeitet die MDB-2P vollkommen ohne Stromversorgung und gleicht ihm auch sonst in Ausstattung und den technischen Daten. In unserem Test haben wir die MDB-2P ausgangsseitig mit unserem Studio-Mischpult verbunden. Am Stereo-Eingang haben wir abwechselnd ein Kurzweil Stage-Piano und einen CD-Player angeschlossen und auch die Thru-Ausgänge zum Vergleich mit unserem Mischpult verbunden. Der Test verlief ohne Probleme. Obwohl wir ganz genau hingehört haben, konnten wir keine Nebengeräusche oder andere Klangeinbußen durch das Einschleifen der MDB-2P hören.

 

 


MDB-1A
Natürlich darf auch eine aktive DI-Box nicht fehlen, die durch die Stromversorgung eine vielseitigere Elektronik erlaubt. Als Stromversorgung wird für die MDB-1A die heute fast in jedem Mischpult vorhandene Phantomspeisung von 48 Volt genutzt, die auch für Kondensatormikrofone benötigt wird. Die MDB-1A kann wahlweise ganz normal mit einem Mono-Signal, oder mit einem Stereo-Signal am Eingang belegt werden, wobei der Thru-Ausgang durch das Aktivieren des Merge-Schalters zum Eingang für den zweiten Kanal wird. Die Elektronik der MDB-1A mischt beide Stereo-Kanäle zu einem Mono-Signal, welches symmetriert am XLR-Ausgang anliegt. Auch hier gibt es zur Dämpfung des Eingangssignals wieder einen Pad-Schalter, der sogar statt der -15 Dezibel- eine -20 Dezibel-Absenkung bewirkt. Eine Power-LED auf der Eingangsseite bestätigt, dass die 48 Volt Stromversorgung aktiviert ist. Neben dem Ground-Lift-Schalter, der bei der MDB-1A wie bei den anderen Modellen auf der XLR-Ausgangsseite zu finden ist, bietet das aktive Modell zusätzlich einen Phasen-Umkehr-Schalter und einen Low-Cut-Filter, der alle Frequenzen unter 120 Hertz unterdrückt. Mehr Funktionalität kann man von einer DI-Box wirklich nicht erwarten!


MDB-USB
Die MDB-USB DI-Box ist ein wirklich außergewöhnliches Modell, das den direkten Anschluss von Stereo-Audio-Quellen via USB-Anschluss gestattet. Die Stromversorgung erfolgt dabei über den USB-Anschluss, so dass kein separates Netzteil erforderlich ist. Die hochauflösende Digital-/Analog-Wan­dlung mit 24 Bit und einer Samplerate von 96 Kilohertz garantiert eine erstklassige, analoge Signalwiedergabe. Die Möglichkeit der Lautstärkenregelung sowie die Mono-/Stereo-Umschaltung und der zusätzliche Kopfhörer-Ausgang für das Monitoring machen die MDB-USB zur idealen Schnittstelle zwischen PC und Monitorlautsprechern im Home-Recording-Studio. Natürlich bietet auch die MDB-USB auf der Seite der beiden symmetrischen XLR-Ausgänge einen Ground-Lift-Schalter, um eventuellen Brummschleifen den Garaus zu machen.


Fazit
Mit den vier DI-Box-Modellen bietet Mackie für jede Problemstellung die ideale Lösung. Die Qualität ist wirklich robust und verdient die Bezeichnung Built like a tank. Aber auch die Elektronik und die Ausstattung verdienen ein großes Lob. Die DI-Boxen sind alle extrem rauscharm und klangneutral.
Mackie hat es wieder einmal geschafft, sehr gute Qualität bezahlbar zu machen!


Michael Hennig