Kompromiss-los: Fever 333

Rap und Rock zusammenzubringen ist keine neue Idee. Die Kompromisslosigkeit, mit der Fever 333 genau diesen Crossover-Sound abliefern, macht das US-Trio wieder zu einem der heißesten Newcomer in diesem Jahr. Wir haben mit Drummer Aric Improta über das Fever 333-Debüt-Album gesprochen. Fans von Rage Against The Machine und den Beastie Boys aufgepasst! 

SC: Aric, Fever 333 wird gerne mal als „Supergroup“ bezeichnet. Wie denkt ihr denn über diesen Begriff? Und siehst du die Band eher als eine Art Zweitprojekt zu deinen anderen Tätigkeiten als Drummer, oder soll Fever 333 künftig dein Hauptprojekt sein?

Aric: Naja, so schmeichelhaft der Begriff „Supergroup“ auch ist – wir sehen uns selbst eigentlich eher als ganz gewöhnliche Band. Wir stecken in Fever 333 genauso viel Energie wie in all unsere vorherigen Projekte – wenn nicht noch mehr. Und wir werden alles versuchen, damit sich diese Band auch mindestens so gut entwickelt wie unsere vorherigen Acts. Was den zeitlichen Aufwand angeht, muss ich sagen: Wir haben eine neunmonatige Tour geplant für das kommende Jahr, und wenn wir Zuhause sind, arbeiten wir an neuem Material. Ich würde also sagen, Fever 333 ist mein Hauptprojekt. (lacht)

Euer Sound weckt Erinnerungen an die späten 90er Jahre. Hast du das Gefühl, ihr sprecht eine neue, jüngere Generation von Fans an, die diesen Crossover-Sound neu entdeckt?

Ich denke, die Musikwelt konzentriert sich momentan sehr viel auf die Rap- und Hip-Hop-Szene, denn dort wird einfach innovative Musik gemacht. Neue Perspektiven und ein Gefühl absoluter künstlerischer Freiheit sind da deutlich zu spüren, und leider gibt es das in vielen anderen Genres zur Zeit nicht so sehr. Ich glaube auch, dass die Welt ein wenig die Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit vermisst, die Rockmusik einst so beliebt gemacht hat. Wir lieben Rock und Hip Hop, und wir wollten diese beiden Stile einfach verbinden und einen Sound schaffen, der sich authentisch anfühlt.Wir alle haben verschiedene musikalische Einflüsse, und wir wollen diese Einflüsse zu einem eigenständigen Sound zusammenfügen, der uns repräsentiert. Dabei ist uns der Punkrock-Ansatz, den wir schon in unserer Jugend toll fanden, aber natürlich immer noch wichtig.

Lass uns über dein Drumming sprechen. Was gefällt dir an deiner Rolle in der Band am Besten?

Ich finde es toll, dass wir soviel Wert auf Groove und Attack legen. Unsere Rhythmen sind normalerweise sehr straight, und als Musiker ist es dann meine Aufgabe, diese Beats grooven zu lassen und sie mit der richtigen „Attitüde“ rüberzubringen. Das war mir schon immer wichtig – aber bei Fever 333 ist dieser Ansatz noch wichtiger als bei meinen anderen Projekten.

Wie sieht dein Drum-Setup bei Fever 333 denn aus? Welche Becken und Sticks benutzt du, und warum?

Oh, mein Set sieht ganz anders aus als in meiner Zeit bei Night Verses. Ich benutze so wenige Teile wie möglich. Zwei Toms, Kick, Snare, Hi-Hat, zwei Crash- und ein Ride-Becken, und ein Roland SPD-SX Pad. Ich benutze meine Signature Remo-Felle, die ich per Hand designed habe. Mein Drumset kommt von Tama, meine Becken von Meinl, ich spiele Vic Firth Sticks und benutze einen Roland-Sampler. Ich habe viele verschiedene Anbieter für al diese Parts ausprobiert, und jetzt habe ich damit endlich mein persönliches Setup gefunden, mit dem ich am besten arbeiten kann. Gerade in dieser Band ist es übrigens auch wichtig, dass die Teile einiges aushalten! (lacht)

Würdest du sagen, dass deine Art zu spielen, bei Fever 333 anders ist als bei Night Verses?

Auf jeden Fall. Bei Fever 333 ist es extrem wichtig, mit dem richtigen Gefühl zu spielen. Die meisten unserer Songs starten mit einer politischen Message, und meine Hauptaufgabe als Drummer ist es dann, diese Message durch mein Spiel noch zu verstärken. Die Energie muss stimmen. Bei meiner anderen Band Night Verses geht es viel mehr um kompositionelle Konzepte und ab und zu auch darum, komplizierte technische Dinge zu spielen. Kurzum: Es geht da mehr um die musikalische Atmosphäre.

Anfang des Jahres erscheint das Fever-333-Debütalbum. Kannst du uns ein wenig über den Aufnahmeprozess erzählen?

Ich bin so stolz auf dieses Album. Diese Sammlung von Songs fühlen sich so an, als wären sie der logische nächste Schritt für unsere Band. Sie sind variabler als die Songs unserer ersten EP, wir haben mehr experimentiert, und man spürt die Chemie zwischen den Musikern, die sich über die vergangenen Monate natürlich auch weiterentwickelt hat. Wir haben über eineinhalb Jahre an den Songs gearbeitet, und manche von ihnen sind schon vor der Veröffentlichung unserer EP „Made In America“ entstanden. Wir haben sie zurückgehalten, bis wir genug Songs zusammen hatten, die unserem eigenen Anspruch an unser erstes Album entsprochen haben. Was die Drum-Parts auf dem Album angeht, hatte ich so viele Freiheiten wie selten zuvor. Wir haben uns gegenseitig angetrieben und es geschafft, die Energie unserer Live-Shows auf die Platte zu bringen. Beim Songwriting haben wir mit John Feldman (Frontmann der Band A, Anmerkung der Redaktion) und Blink-182-Drummer Travis Barker zusammen gearbeitet. Die beiden haben uns geholfen, uns auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren. Das war sehr wichtig für uns.

Du bist nicht nur als talentierter Drummer bekannt, sondern sorgst auch immer wieder mit der einen oder anderen spektakulären Show-Einlage für Aufsehen. Woher hast du diese Moves?

Vom Skateboarden. (lacht)

Wie sieht das Jahr 2019 für dich persönlich aus?

Für mich wird es das hektischste Jahr meines Lebens. Wir spielen Konzerte und Festivals auf fünf Kontinenten, wir veröffentlichen unser Debüt-Album, wir wollen die eine oder andere Charity-Organisation noch stärker unterstützen, und wir arbeiten an neuen musikalischen Konzepten und Video-Ideen. Und zwischen all diesen Projekten möchte ich auch mit Night Verses weiter arbeiten. Kurzum: Es wird hektisch, aber ich freue mich darauf.

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