Komplettes Beschallungsequipment – Teil 2

Wie stellt man Beschallungsequipment richtig ein und bedient es sachgemäß? Nachdem wir im ersten Teil unseres Specials bereits herausgearbeitet haben, welche Beschallungsanlage sich für welche Zwecke anbietet, gehen wir nun an die Frage, wie man die besten klanglichen Ergebnisse aus diesen Anlagen zieht.

 

 

In Teil 2 unseres Specials gehen wir davon aus, dass ihr euch bereits ein Soundsystem angeschafft habt. Da nicht jeder Musiker über eine abgeschlossene Ausbildung als Tontechniker verfügt, ist man als Laie oft überfordert, wenn es um die optimale Einstellung von Tontechnik-Equipment geht. Unser nachfolgender Artikel will euch helfen, euer Equipment besser zu verstehen und die für euch passenden Einstellungen zu ermitteln, damit ihr aus eurem PA-System den besten Sound herausholen könnt.

Wie viele andere Bereiche hat sich auch der Bereich Audio-Equipment in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Die zunehmende Miniaturisierung und der verstärkte Einsatz der Digitaltechnik haben dazu geführt, dass die Geräte einen immer größer werdenden Funktionsumfang anbieten, wodurch die Bedienung immer komplexer und für den Laien unverständlicher wird. Selbst kleine Kompakt-Anlagen verfügen heute schon über DSP-Schutzschaltungen und eine Vielzahl integrierter Funktionen und Effekte, wie z. B. Gates, Limiter, Kompressoren etc. Um sein Equipment sachgerecht bedienen und einstellen zu können, ist man auch als Musiker gezwungen, sich mit der Technik auseinander zu setzen. Auf den nachfolgenden Seiten wollen wir euch daher einen kleinen Leitfaden für die richtige Einstellung eures PA-Audio-Equipments liefern und dabei den einen oder anderen Fachbegriff erklär

Mikrofone, DI-Boxen, Stative und Kabel

Die Mikrofone sind die Ohren eures PA-Systems! Was die Ohren nicht hören, kann auch das beste PA-System nicht wiedergeben. Daher solltet ihr bei der Abnahme eurer Instrumente darauf achten, nur wirklich dafür geeignete Mikrofone einzusetzen. Tipp: Jedes Mikrofon hat seinen eigenen „Charakter“ und färbt daher euren Sound. Verlasst euch nicht auf Testberichte, sondern probiert selber verschiedene Mikrofone aus, um so das Beste für euer Instrument herauszufiltern.

Für die Abnahme eures Drumsets solltet ihr ein spezielles Set zusammenstellen. Je Kessel sollte mindestens ein Mikrofon vorgesehen werden und zusätzlich Kondensator-Mikrofone für die Hi-Hat und die beiden Over-Head-Mikrofone. Als Over-Head-Mikrofone eignen sich z. B. die JTS FMG-170T besonders gut, da diese Kondensator-Mikrofone über einen besonders leichten Karbon-Galgen verfügen, der auch direkt als Kabelführung dient. Da das XLR-Kabel am anderen Ende des Galgens angeschlossen wird, dient das Kabelgewicht gleichzeitig als Gegengewicht zur Mikrofonkapsel. Für die Abnahme der anderen Instrumente sollten ebenfalls passende Richtmikrofone sowie DI-Boxen für die Abnahme von Bass und Keyboards vorhanden sein. Achtet auch auf stabile Stative und qualitativ gute XLR- und 6,3-mm-Klinkenstecker-Kabel in ausreichender Stückzahl, zzgl. 2–3 je Typ als Reserve. Die Kabel sollten sortiert in einem eigenen Case verstaut sein, wobei sich aufgrund der hohen Anzahl bei den XLR-Kabeln ein Aufrollen auf einem Schlauchwagen in der Praxis gut bewährt hat. Beim Aufrollen der anderen Kabel hat sich die Methode mit den gegenläufigen Schlaufen durchgesetzt, da dies am schonendsten für die Kabel ist. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, sollte sich das Kabel durch einfaches Ziehen an den Enden abwickeln lassen, ohne dass das Kabel in sich verdreht ist. Auch solltet ihr Welcro-Kabelbinder verwenden und auf keinen Fall die Kabel durch verknoten zusammenfassen. Jeder scharfe Knick ist eine vorprogrammierte Sollbruchstelle!

Oft unterscheiden wenige Zentimeter über die Qualität des Klangs

So wichtig wie die Qualität der Mikrofone ist auch deren genaue Positionierung. Nachfolgend ein paar grundlegende Tipps:

Bassdrum: Wird ein dynamisches Mikrofon zur Abnahme verwendet, so sollte dies ca. 5 cm vom Schlagfell entfernt und genau gegenüber der Anschlagstelle des Klöppels positioniert werden. Wichtig ist nicht nur der Bauch der Bassdrum, sondern auch der hörbare Anschlag, auch Kick genannt. Das heißt, beim Mix nicht nur auf die tiefen Frequenzen um die 80 Hz achten, sondern auch auf den Hochtonbereich für den Anschlag, der bei ca. 1.500 Hz liegt.

Toms und Snare: Für die Toms und die Snare dynamische Richtmikrofone verwenden, die entweder über Clips am Rand des oberen Schlagfells befestigt oder über kleine Stative so ausgerichtet werden, dass sie leicht nach unten zeigen. Die Mikrofone sollten so nah wie möglich an die Kessel bzw. Schlagfelle herangeführt werden, ohne jedoch den Schlagzeuger zu behindern oder gar in die Schlagbahn der Sticks zu gelangen. Um der Snare vielleicht etwas mehr Bauch zu verleihen, kann man zusätzlich ein zweites Mikrofon von unten an das Resonanzfell heranführen und dieses nach Bedarf dem Gesamtmix hinzufügen. Achtung: bei allen Instrumenten, die mit zwei oder mehreren Mikrofonen abgenommen werden, ist auf eventuelle Phasenauslöschungen zu achten! Gegebenenfalls ist mit der Phasenumkehrtaste am Mischpult dem Effekt der Phasenauslöschung entgegenzuwirken.

Hi-Hat: Da die Hi-Hat hauptsächlich im Hochtonbereich zuhause ist, eignen sich zur Abnahme besonders Kondensator-Kleinmembran-Mikrofone mit Richtcharakteristik. Die Positionierung sollte in ca. 5–10 cm Entfernung mit einer leicht nach unten auf den Beckenrand zeigenden Ausrichtung erfolgen, wobei das Mikrofon nicht in den Luftstrom beim Schließen der Hi-Hat geraten sollte.

Over-Head-Mikrofone: Die Over-Head-Mikrofone sollen hauptsächlich die Becken, aber auch das gesamte Drumset von oben abnehmen. Sie werden meist paarweise eingesetzt und schweben an langen Galgenstativen links und rechts über dem Drumset in ca. 50 cm Abstand zum höchsten Becken und senkrecht nach unten zeigend. Auch hier ist zu beachten, dass der Schlagzeuger nicht in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Notfalls ist der Abstand nach oben zu vergrößern.

Gitarren-Verstärker: Da die üblichen 12"-Lautsprecher nur bis maximal ca. 5.000 Hz gehen, eignen sich hier fast alle dynamischen Richtmikrofone zu Abnahme. Als Klassiker wird meist das Shure SM57 eingesetzt, aber je nach Gitarren-Sound kann durchaus auch ein anderes dynamisches Richtmikrofon eingesetzt werden und vielleicht sogar einen besseren „Sound“ liefern. Gerade bei der Abnahme einer Gitarrenbox ist die richtige Positionierung besonders wichtig. In der Lautsprechermitte positioniert ist der Klang sehr höhenlastig. Je weiter man das Mikrofon zum Lautsprecherrand bewegt, desto mehr Bassanteile bekommt der Klang. Auch der Mikrofonwinkel beeinflusst den Klang. Da Gitarrenklänge und die Vorstellungen von einem „optimalen“ Sound sehr unterschiedlich sein können, gibt es eigentlich kein Patentrezept. Eine gute Startposition wäre jedoch z. B. 2–5 cm von der Bespannung entfernt und ca. 5 cm von der Lautsprechermitte mit einem Winkel von ca. 60° zur Membran hin ausgerichtet.

Akustische Gitarren: Besitzt die Gitarre ein Piezzo-Tonabnehmersystem mit Vorverstärker, so verwendet man am besten eine DI-Box, wobei das Klinkenkabel zwischen Gitarre und DI-Box möglichst kurz gehalten werden sollte, ohne den Gitarristen dabei zu behindern. Hat die Gitarre kein Tonabnehmersystem, muss sie über ein Mikrofon abgenommen werden. Besonders gut eignen sich hier Kondensator-Kleinmembran-Mikrofone mit Richtcharakteristik, die möglichst ca. 30 cm entfernt vom Gitarrenhals etwa auf Höhe des 12. Bundes positioniert und auf den Gitarrenbody ausgerichtet werden. In dieser Position bekommt das Mikrofon neben dem vollen Ton des Gitarrenklangs auch noch etwas von den Halsgeräuschen mit, die ja auch Teil des Gesamtsounds einer akustischen Gitarre sind. Vollkommen falsch ist die landläufige Meinung, die beste Position sei direkt über dem Schallloch, da dort die teilweise lauten Picking-Geräusche den Sound stören.

Bass: Oftmals besitzen Bassverstärker bereits einen DI-Out-Ausgang. Ist dieser vorhanden, sollte man diesen zuerst versuchen, da dies die einfachste Möglichkeit ist. Scheidet diese Möglichkeit aus, sollte man eine DI-Box, die Speaker-Level verträgt (wie z. B. die Rupert Neve Design RNDI), zwischen Verstärker und Bass-Lautsprecherbox einschleifen. Auf diese Weise bekommt man die Färbung des Signals durch den Bass-Verstärker und eventuell eingeschleifter Effekte auch in das Mischpult. Verwendet man eine normale DI-Box mit Instrument-Level zwischen Instrument und Verstärker, fehlen diese Klangfärbungen und Effekte im Mix.

Keyboards: Da Keyboards meist Stereo-Sounds liefern, empfiehlt sich auch der Einsatz einer zweikanaligen DI-Box je Keyboard. Da die Tastenkünstler oftmals mit mehreren Keyboards gleichzeitig arbeiten, ist zu überlegen, ob man nicht z. B. auf eine mehrkanalige DI-Box im 19"-Rackformat zurückgreift, die dann gleich vier bis sechs DI-Anschlüsse miteinander kombiniert. Grundsätzlich gilt auch hier: Die unsymmetrischen Klinkenkabel zwischen Instrument und DI-Box so kurz wie möglich halten.

Das Side-Rack mit Effektgeräten

Besitzt ihr ein analoges Mischpult, so sind einige externe Effekte für einen guten Sound unerlässlich. Diese Effektgeräte haben meist das einheitliche 19"-Format und sind in einem sogenannten Side-Rack, welches in der Nähe des Mischpultes aufgestellt wird, untergebracht. Das Side-Rack sollte ganz oben mit einem „Power Conditioner & Light Modul“ beginnen, welches eine Mehrfachsteckdose mit Stromfilter und Rack-Beleuchtung ist und an das alle Geräte im Side-Rack angeschlossen sind. Dieser Stromfilter sorgt dafür, dass Störungen im Stromnetz nicht über die PA als lautes Knacksen und Knistern hörbar werden. Bei der Verkabelung des Racks sollte auch darauf geachtet werden, dass alle Strom-führenden Leitungen auf der einen und alle Signal-führenden Leitungen auf der anderen Seite geführt werden, um Einstreuungen auf ein Minimum zu reduzieren. Um die zahlreichen Verbindungen zwischen Mischpult und Side-Rack nicht jedes Mal neu einzeln verkabeln zu müssen, solltet ihr prüfen, ob nicht noch etwas Budget übrig ist, um vom Fachmann eine Verbindung via Multicore-Kabel mit Harting-Multipin-Steckern fest einbauen zu lassen. Auf diese Weise vermeidet ihr Fehler bei der Verkabelung und spart eine Menge Aufbauzeit. Weitere Effektgeräte im Side-Rack sollten folgende Funktionen beinhalten:

Gates: Für jedes Mikrofon zur Abnahme des Schlagzeugs, außer den Over-Head-Mikrofonen, sollte ein Gate im Insert-Weg des Mischpultes eingeschleift werden. Da insbesondere die Kessel oft zu lange nachklingen und um ein Übersprechen auf andere Mikrofone zu vermeiden, müssen diese Mikrofonsignale durch den Einsatz von Gates beschnitten werden. Aber Vorsicht bei den Einstellungen! Werden die Kessel durch zu kurze Klangzeiten zu stark beschnitten, sind sie oft nicht in der Lage, ihren vollen Klang zu entfalten und klingen dann nur noch dünn und höhenlastig. Für eine exakte Einstellung der Gates sollte man auf alle Fälle etwas Zeit einplanen, insbesondere, wenn man noch nicht viel Übung darin hat. Die wichtigsten Parameter in diesem Zusammenhang sind „Threshold“, der Eingangspegel, den das Signal überschreiten muss, damit das Gate den Ausgang öffnet, „Attack“, die Zeit, die das Gate brauchen darf, bis der Ausgang voll geöffnet ist, „Hold“, die Zeit, die der Ausgang geöffnet bleibt, „Release“, die Dauer der Ausklingphase bzw. die Zeit, die das Gate brauchen darf, um den Ausgang wieder zu schließen.

Kompressoren: Ein Kompressor beschneidet den Dynamikumfang eines Audio-Signals, d. h. leise Stellen werden lauter und laute Stellen werden leiser. Dieser Effekt muss ebenfalls, wie die Gates, in den Signalweg eingebunden und folglich über den Insert-Weg des Mischpultes für die relevanten Kanäle eingeschleift werden. Kompressoren empfehlen sich besonders für akustische Gitarre, den Bass sowie Gesangsstimmen, können aber auch bei Rhythmus-Gitarre, insbesondere bei Clean-Sounds, im Einzelfall gute Dienste leisten. Die wichtigsten Parameter in diesem Zusammenhang sind „Threshold“, das Signallevel, ab dem übersteigende Signale komprimiert werden sollen und das in etwa der leisesten Signalstärke entspricht, und „Ratio“, das eigentliche Kompressionsverhältnis, welches meist als Verhältniszahl angegeben wird, wie z.B. „2:1“ oder „5:1“. Dieses Verhältnis beziffert die Stärke der Kompression. Bei einer Einstellung „5:1“ entspricht eine Zunahme des Eingangssignals um 5 db einer Zunahme des Ausgangssignals um nur noch 1 db. Da auf diese Weise das komprimierte Ausgangssignal logischerweise leiser als das Eingangssignal ist, wird über den Parameter „Make Up“ angegeben, wie stark das Ausgangssignal insgesamt angehoben werden soll. Meist gibt es da eine „Auto“-Einstellung, bei der die Ausgangslautstärke, je nach Kompressionsrate, automatisch so angehoben wird, dass das Ausgangssignal genauso laut wie das Eingangssignal ist.

Multi-Effekt-Geräte: Besitzt euer Mischpult keine integrierten Effekte, so solltet ihr mindestens ein, besser zwei oder mehr Multi-Effekt-Geräte in eurem Side-Rack haben. Ein sehr beliebter Effekt ist z. B. der Hall oder englisch Reverb, der insbesondere für Gesang, aber auch für andere Instrumente gerne eingesetzt wird. Besonders gute Hersteller von Hallgeräten sind u. a. Lexicon, TC Electronic und Eventide. Auch das Delay oder Echo ist ein sehr oft eingesetzter Effekt. Eure Effektgeräte im Side-Rack sollten am besten über die dafür vorgesehenen Effektwege (meist als FX1 und FX2 abgekürzt) mit dem Mischpult verkabelt werden. Dadurch stehen die Effekte dann jedem Kanal zur Verfügung, wobei der Effektanteil pro Kanal über die entsprechenden Regler eingestellt werden kann. Ein kleiner Trick: Wenn ihr genügend Kanäle auf eurem Mischpult frei habt, könnt ihr auch die Ausgänge der Effektgeräte auf einzelne Kanäle im Mischpult legen und so über die Mute-Taste der entsprechenden Kanäle in Liedpausen die Effekte schnell stummschalten, denn es klingt schon etwas komisch, wenn auf der Ansage des nächsten Songs ein starker Hall oder ein Echo / Delay zu hören ist.

Wenn der Main-Out oder Master-Out eures Mischpultes keine eigene Klangregelung mehr hat, findet man oft in Side-Racks einen großen 2-x-31-Band grafischen Equalizer als Summen-Klangregelung, um besondere klangliche Raumgegebenheiten auszugleichen. Beispiel: Ein leerer Raum reflektiert mehr hohe Frequenzanteile, als ein mit Publikum gefüllter. Da beim Soundcheck die Halle meist noch leer ist, kann es sein, dass während der Show eine leichte Höhenanhebung notwendig wird. Auch wird der Summen-EQ oft dazu benutzt, bestimmte Instrumente oder Stimmen etwas in den Vordergrund zu holen, ohne dabei die Gesamtlautstärke anzuheben. Wer etwas mehr Budget hat, tut auch gut daran, je Monitor-Weg einen eigenen Equalizer einzusetzen. Oftmals klagen Musiker, dass sie sich nicht im Monitor hören können, aber eine weitere Anhebung der Gesamtlautstärke ist aufgrund von Feedback-Problemen nicht mehr möglich. Wie freut sich da der Tontechniker, wenn er die Feedback-Frequenzen gezielt über einen Equalizer herausziehen kann. Sehr gute Hersteller solcher Geräte sind u. a. Klark Teknik, BSS und DBX.

Das Endstufen- und Prozessor-Rack sowie das Lautsprecher-System

Ob ihr ein Endstufen-Rack, Frequenzweichen und Lautsprecher-Prozessoren benötigt, hängt natürlich von den zum Einsatz kommenden Lautsprecher-Boxen und Monitor-Lautsprechern ab. Verwendet ihr ein modernes, aktives Lautsprecher-System, so sind die Endstufen, Frequenzweichen und DSP-Prozessoren mit den relevanten Schutzschaltungen für die Lautsprecher bereits in diese integriert, sodass ihr gänzlich auf ein solches Rack verzichten könnt. Einfach nur die Lautsprecher mit passenden Kabeln (meist XLR-Kabel) mit den Ausgängen auf eurer Stagebox verbinden und ihr seid fertig. Besitzt ihr passive Lautsprecherboxen mit integrierten Frequenzweichen, braucht ihr in eurem Rack lediglich einen optionalen DSP-Lautsprecher-Prozessor und die Endstufen mit der für eure Boxen passenden Ausgangsleistung. Haben eure Boxen keine integrierten Frequenzweichen, so solltet ihr diese in eurem Endstufen-Rack integrieren, damit die Lautsprecher auch nur den Frequenzanteil bekommen, den sie auch wiedergeben können.

Abschließende Hinweise

Die Endstufen bzw. aktiven Lautsprecher erst einschalten, wenn alle anderen Geräte bereits laufen und ihr mit der Verkabelung eures Systems fertig seid. Andernfalls kann es zu lauten und sehr störenden Geräuschen kommen, die eventuell sogar eure Lautsprecher zerstören können. Generell sollten auch die Hauptlautsprecher eures PA-Systems mit der Vorderkante der Bühne eine Linie bilden, sodass kein Mikrofon vor den Lautsprechern positioniert werden kann, da es sonst sehr leicht zu Feedback-Problemen kommt. Achtet beim Aufbau auch auf eine strikte Trennung von Ton- und Licht-Stromversorgung, damit es nicht zu unerwünschten Neben- und Brummgeräuschen kommt. Alle Kabel sollten so verlegt werden, dass möglichst niemand darüber stolpern kann und Netzkabel möglichst weit von Signalkabeln entfernt sind. Dies gilt besonders für unsymmetrische Kabel, die an ihren zweipoligen Mono-Klinkensteckern leicht erkennbar sind.

Stagebox und Multicore-Kabel

Eine Stagebox mit Multicore-Kabel in ausreichender Länge, evtl. mit einer Verlängerung für größere Entfernungen. Bewährt hat sich in der Praxis z.B. die Stagebox mit 25-m-Multicore-Kabel, an das mit einem Harting-Multipin-Stecker das sogenannte „Fan-Out“, mit der Auflösung in einzelne Kabel zum Anschluss an das Mischpult, angeschlossen wird. Zusätzlich eine 25-m-Verlängerung, ebenfalls mit Harting-Multipin-Steckern an beiden Enden, die notfalls bei größeren Entfernungen zusätzlich vor dem Fan-Out angeschlossen werden kann.

Bereits an dieser Stelle im Setup gibt es neu entwickelte Geräte, wie z.B. den RCF M18 Digital Mixer, welche die Stagebox und die gesamte Mischpultelektronik, sogar inklusive diverser Modeling Amps, beinhalten und nur noch per iPad-Fernsteuerung bedient werden. Hat man eines dieser Geräte im Einsatz, so kann natürlich auf das Multicore-Kabel verzichtet werden.

Das Mischpult

Das Mischpult sollte im Idealfall direkt vor der Bühne in einem gleichschenkligen Dreieck zu den PA-Boxen und etwas erhöht aufgebaut werden, sodass der Tontechniker freien Blick auf die Bühne hat, auch wenn das Publikum dazwischen steht. Steht das Mischpult an einer anderen Position im Raum, so sollte der Tontechniker zwischendurch immer wieder mal an diese Position gehen, um den Gesamtsound und das Panning zu überprüfen. Bezüglich der Wahl des Mischpultes solltet ihr euch vorher überlegen, wie viele Kanäle und Monitorwege ihr mindestens benötigt. Zusätzliche Kanäle schaden nicht und geben euch evtl. sogar die Möglichkeit, euer Setup in Zukunft wachsen zu lassen oder eine zweite Supportband mit den zusätzlichen Kanälen bedienen zu können, ohne eure eigenen Kanal-Einstellungen ändern zu müssen. Auch solltet ihr euch überlegen, ob nicht evtl. ein modernes, digitales Mischpult, wie z.B. das DMIX-20 von IMG Stageline, für euch in Frage kommt. Neben der hochwertigen, digitalen Signalverarbeitung haben diese Pulte den Vorteil, komplett alle Einstellungen als Szenen abspeichern zu können, sodass auch bei mehreren Bands in einer Veranstaltung die mühsam im Soundcheck erarbeiteten Settings nach einem Bandwechsel zur Verfügung stehen und einfach wieder vom Speicher geladen werden können. Auch beinhalten digitale Pulte oft schon die benötigten Effekte, die bei einem analogen Pult extra angeschafft und in einem Side-Rack untergebracht werden müssen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern auch Gewicht und Zeit beim Verkabeln. Arbeitet ihr noch mit einem Mischpult, bei dem jeder Kanal seinen eigenen Fader hat, so solltet ihr bei der Kanalbelegung bereits Gruppen bilden, also alle Schlagzeug-Mikrofone direkt nebeneinander, dann alle Gesangsmikrofone, danach alle Gitarrenmikrofone usw., wobei innerhalb der Gruppen die Links-nach-Rechts-Ordnung der Bühne auch auf dem Mischpult abgebildet werden sollte. Dies erspart euch später ein längeres Suchen nach dem richtigen Fader. Bietet euer Mischpult Subgruppen an, so solltet ihr auch diese nutzen und z.B. alle Schlagzeugkanäle zusammen auf eine Subgruppe legen, dann alle Gesangsmikros auf die zweite Subgruppe usw. Dadurch könnt ihr ganze Instrumentengruppen schnell in ihrer Lautstärke anpassen oder sogar stumm schalten, ohne das Mischungsverhältnis der Kanäle zueinander zu zerstören. Ihr solltet auch eine Rolle ca. 2 cm breites Kreppklebeband besorgen und davon einen Streifen unter die Fader auf das Mischpult kleben. Auf diesem Kreppband könnt ihr dann mit einem Marker eure eigene Kanalbelegung notieren. Nach der Vorstellung lässt sich das Band wieder leicht abziehen, ohne das Pult zu beschädigen.

 

Wenn der Main-Out oder Master-Out eures Mischpultes keine eigene Klangregelung mehr hat, findet man oft in Side-Racks einen großen 2-x-31-Band grafischen Equalizer als Summen-Klangregelung, um besondere klangliche Raumgegebenheiten auszugleichen. Beispiel: Ein leerer Raum reflektiert mehr hohe Frequenzanteile, als ein mit Publikum gefüllter. Da beim Soundcheck die Halle meist noch leer ist, kann es sein, dass während der Show eine leichte Höhenanhebung notwendig wird. Auch wird der Summen-EQ oft dazu benutzt, bestimmte Instrumente oder Stimmen etwas in den Vordergrund zu holen, ohne dabei die Gesamtlautstärke anzuheben. Wer etwas mehr Budget hat, tut auch gut daran, je Monitor-Weg einen eigenen Equalizer einzusetzen. Oftmals klagen Musiker, dass sie sich nicht im Monitor hören können, aber eine weitere Anhebung der Gesamtlautstärke ist aufgrund von Feedback-Problemen nicht mehr möglich. Wie freut sich da der Tontechniker, wenn er die Feedback-Frequenzen gezielt über einen Equalizer herausziehen kann. Sehr gute Hersteller solcher Geräte sind u. a. Klark Teknik, BSS und DBX.

Das Endstufen- und Prozessor-Rack sowie das Lautsprecher-System

Ob ihr ein Endstufen-Rack, Frequenzweichen und Lautsprecher-Prozessoren benötigt, hängt natürlich von den zum Einsatz kommenden Lautsprecher-Boxen und Monitor-Lautsprechern ab. Verwendet ihr ein modernes, aktives Lautsprecher-System, so sind die Endstufen, Frequenzweichen und DSP-Prozessoren mit den relevanten Schutzschaltungen für die Lautsprecher bereits in diese integriert, sodass ihr gänzlich auf ein solches Rack verzichten könnt. Einfach nur die Lautsprecher mit passenden Kabeln (meist XLR-Kabel) mit den Ausgängen auf eurer Stagebox verbinden und ihr seid fertig. Besitzt ihr passive Lautsprecherboxen mit integrierten Frequenzweichen, braucht ihr in eurem Rack lediglich einen optionalen DSP-Lautsprecher-Prozessor und die Endstufen mit der für eure Boxen passenden Ausgangsleistung. Haben eure Boxen keine integrierten Frequenzweichen, so solltet ihr diese in eurem Endstufen-Rack integrieren, damit die Lautsprecher auch nur den Frequenzanteil bekommen, den sie auch wiedergeben können.

Abschließende Hinweise

Die Endstufen bzw. aktiven Lautsprecher erst einschalten, wenn alle anderen Geräte bereits laufen und ihr mit der Verkabelung eures Systems fertig seid. Andernfalls kann es zu lauten und sehr störenden Geräuschen kommen, die eventuell sogar eure Lautsprecher zerstören können. Generell sollten auch die Hauptlautsprecher eures PA-Systems mit der Vorderkante der Bühne eine Linie bilden, sodass kein Mikrofon vor den Lautsprechern positioniert werden kann, da es sonst sehr leicht zu Feedback-Problemen kommt. Achtet beim Aufbau auch auf eine strikte Trennung von Ton- und Licht-Stromversorgung, damit es nicht zu unerwünschten Neben- und Brummgeräuschen kommt. Alle Kabel sollten so verlegt werden, dass möglichst niemand darüber stolpern kann und Netzkabel möglichst weit von Signalkabeln entfernt sind. Dies gilt besonders für unsymmetrische Kabel, die an ihren zweipoligen Mono-Klinkensteckern leicht erkennbar sind.