Komplettes Beschallungsequipment Teil 1

Die richtige Wahl der PA entscheidet über Erfolg oder Misserfolg eures Auftritts. Deshalb solltet ihr ein PA System nutzen, das auf eure Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dieses Special beschäftigt sich mit der richtigen Dimensionierung eurer PA Anlage. 

Unter Beschallungsanlagen versteht man elektrische Anlagen, die Audiosignale verstärken und mittels Lautsprechern der menschlichen Wahrnehmung zugänglich machen.

Neben den sogenannten PA Anlagen (PA = Public Address), auf die wir hier näher eingehen werden, gibt es die ELA-Anlagen (ELA = Elektrische Lautsprecher-Anlage) für die flächendeckende Beschallung von Gebäuden. Durch den verstärkten Einsatz der digitalen Technik, neuer Materialien wie Neodym und anderer Veränderungen haben sich die PA Systeme in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Ziel bleibt: die klanglich optimale und möglichst naturgetreue Wiedergabe von Musik für größere Menschenmengen.

Die Konkurrenz der Hersteller von PA Anlagen ist groß und hat uns eine Vielfalt an Systemen beschert, die fast unüberschaubar geworden ist. Da viele Watt nicht immer gleich "gut" heißt, wollen wir das Dickicht etwas lichten und euch Tipps, geben, was ihr beim Kauf einer PA beachten solltet. 

Die eigentlichen Anschaffungskosten sind meist schnell über die eingesparten Leihgebühren wieder drin. Der Kauf einer bandeigenen PA will trotzdem gut überlegt sein. Was sind die Anforderungen für Transport, Auf- und Abbau sowie Personal? Braucht man einen eigenen Tontechniker, der das PA System während des Auftritts bedient? Bedenkt man die Kosten, die für Transport, Roadies, Tontechniker und Wartung anfallen, erscheinen die Leihgebühren durchaus gerechtfertigt.

Nach einem anstrengenden Auftritt, bei dem man 100 Prozent gegeben hat, neben der Backline auch noch das Sound-System abzubauen und zu verladen, ist nicht jedermanns Sache. Oft ist man besser beraten, einen festen PA-Verleiher zu suchen, mit dem man einen Rahmenvertrag abschließt und so bessere Konditionen bekommen kann.

 

Kompakt-PA-Systeme - eine brauchbare Alternative

Habt ihr euch dennoch für eine eigene PA entschieden, steht ihr jetzt vor der Qual der Wahl. PA Anlagen gibt es inzwischen in allen Variationen, von der kleinsten Kompakt-PA bis hin zum prozessorgesteuerten Multi-Array-System. Welche Größe und Stärke für euch am besten geeignet ist, entscheiden euer Musikstil, die Größe eurer Band und die am häufigsten gespielten Auftrittsorte.

Seid ihr DJ oder besteht eure Band nur aus akustischen Instrumenten? Tretet ihr meist in Straßencafés, Nebenzimmern oder Hotel-Lobbys auf? In diesen Fällen reicht ein kompaktes PA System vollkommen aus. Durch den Kauf eines zweiten, baugleichen Systems und/oder eines aktiven Subwoofers ist das System leicht erweiterbar.

Gerade in diesem Bereich macht die Anschaffung einer eigenen PA Anlage noch am meisten Sinn, da moderne Systeme meist alle Einzelkomponenten kompakt in einem Gehäuse arrangiert haben. Wegen des geringen Gewichts kann man sie leicht transportieren.

Gerade in dieser PA-Klasse finden wir sehr viele Neuentwicklungen. Das Anti-Resonance Bracing (ARB) und die Multicell Transformer (MCT) Technologie von HK Audio verbessern den Wirkungsgrad der Lautsprecher wesentlich und ermöglichen die geringen Abmessungen der PA Anlage erst.

 

Säulen-PA-Systeme sorgen für ein aufgeräumtes Bühnenbild

Ein weiterer sehr beliebter Vertreter der Kategorie Kompakt-PA-Systeme sind die Säulen-PA-Systeme, bei denen eine Vielzahl von kleinen, vertikal phasengleich angeordneten Lautsprechern den Mitten- und Höhenbereich wiedergeben.

Die Verwendung von Neodym statt dem klassischen Ferrit gibt den kleinen Lautsprechern der PA die hohe Leistungsfähigkeit bei geringen Abmessungen. Den Membranflächenverlust gleicht die höhere Anzahl der Lautsprecher wieder aus.

Weitere Vorteile der Säulen-PA-Systeme sind der vertikal erweiterte Abstrahlwinkel und die verbesserte Optik, da die dünnen Säulen links und rechts am Bühnenrand kaum sichtbar sind.

PA Systeme der Mittelklasse

Seid ihr eine Rock- oder Metal-Band und tretet in Clubs oder Hallen auf, kommt ihr mit den Kompakt-PA-Systemen wohl kaum aus. Die höheren Anforderungen an Reichweite und Lautstärke erfordern eine PA Anlage der Mittelklasse.

Bei den meist aus Zwei- oder Drei-Weg-Systemen bestehenden Anlagen hat jeder Weg seine eigenen Verstärker und Lautsprecher. Grundsätzlich unterscheidet man diese Systeme nach "aktiv" und "passiv".

Bei aktiven Lautsprechersystemen sind die Verstärker mit allen DSP-Schutzschaltungen direkt in das Lautsprechergehäuse eingebaut. Handelt es sich um Lautsprecher für den Tieftonbereich, auch Subwoofer genannt, ist oftmals auch eine Frequenzweiche mit integriert. Diese lässt nur den unteren Frequenzbereich an den Verstärker durch und leitet den oberen Frequenzbereich an einen meist als XLR-Male-Buchse ausgelegten Signalausgang weiter. An diesen Signalausgang werden die Mittel- und Hochton-Lautsprecher angeschlossen. Die Frequenz, bei der diese Splittung des gesamten Frequenzbereichs vorgenommen wird, bezeichnet man als "Trennfrequenz". Sie ergibt sich aus dem Frequenzbereich des Tiefton-Lautsprechers. 

Passive Lautsprecher-Systeme hingegen bestehen lediglich aus den eigentlichen Lautsprechern. Die gesamte Signalaufbereitung und -Verstärkung wird extern von Geräten wie

  • Mehrweg-Frequenzweichen
  • DSP-Prozessoren 
  • und Endstufen (auch Power Amps genannt)

vorgenommen. Sie sind meist in einem 19-Zoll-Rack untergebracht.

Äußerlich lassen sich aktive und passive Lautsprecherboxen leicht an ihren Anschlüssen erkennen.

Aktive Systeme haben eine Buchse zum Anschluss eines Netzkabels zur Stromversorgung und fast ausschließlich XLR-Buchsen zum Anschluss und zur Weiterleitung des Audiosignals.

Passive Systeme benötigen keinen Stromanschluss und haben meist SPEAKON-Buchsen zum Anschluss und zur Weiterleitung des wesentlich stärkeren Lautsprechersignals der Endstufe.

Momentan besteht ein Trend zu Gunsten der aktiven Lautsprechersysteme. Beide Systemarten haben aber ihre Vor- und Nachteile, die je nach Anwendung im Einzelfall abgewogen werden sollten.

Generell sind aktive Systeme leichter zu bedienen, da die Einstellung und Verkabelung der externen Frequenzweichen, DSP-Prozessoren und Endstufen entfällt. Stattdessen ist nur ein Mikrofonkabel vom Master Out des Mischpults zur ersten Lautsprecherbox zu ziehen.

Wer sich mit der PA Technik auskennt, verwendet oft lieber passive Systeme, da diese flexibler sind und sich einzelne Komponenten leicht austauschen lassen.

Line Array Systeme werden hauptsächlich für die Großraum-Beschallung eingesetzt. Bei Line Array Systemen werden mehrere, gleichartige Lautsprechereinheiten zu einem "großen" Lautsprecher zusammengeschlossen. Ihr großer Vorteil ist ihre Skalierbarkeit und die Reichweitenoptimierung. Je nach Raumgröße und benötigtem Schalldruck werden die Systeme individuell zusammengestellt und montiert. In diesem PA-Bereich gibt es ebenfalls aktive und passive Systeme, deren Elektronik und Endstufen in separaten 19-Zoll-Racks untergebracht sind.

Da Array-Systeme meist nur für PA-Verleiher, die sich auf Großveranstaltungen spezialisiert haben oder für die Beschallung großer Konzerthallen relevant sind, gehen wir nicht näher auf sie ein.

Es gibt einen Trend zu kleineren Array-Systemen, die für Bands, die oft in größeren Hallen spielen, eine interessante Alternative zu herkömmlichen PA Anlagen darstellen.

PA: Komponenten gleicher Qualitätsstufe kombinieren

Bei der Planung eurer eigenen PA Anlage solltet ihr darauf achten, dass ihr Komponenten möglichst gleicher Qualitätsstufe miteinander kombiniert.  Eure Qualitätsansprüche solltet ihr dem zur Verfügung stehenden Budget anpassen. Was die Mikrofone an Klangfülle nicht erfassen, können die Lautsprecher nicht wiedergeben und umgekehrt. Es macht wenig Sinn, auf der Bühne Neumann Spitzen-Mikrofone zur Abnahme einzusetzen, wenn das Restbudget nur noch für schwache Low-Budget-Lautsprecher reicht.

Arbeitet ihr mit einem PA-Verleih, ist es Sache der Verleihfirma, auch die Mikrofone und DI-Boxen zu stellen. Ein wichtiges Instrument hierzu ist der "Technical Rider". Dieses Dokument liefert dem PA-Verleiher alle notwendigen Informationen über das Bühnen-Setup eurer Band und sollte auf keiner Band-Website fehlen.

Wer sichergehen will, dass der eigene High-Quality-Sound ungetrübt in der PA Anlage ankommt, kümmert sich am besten selbst um eine geeignete Mikrofon- oder DI-Lösung. Da sich Live-Bedingungen erheblich von dem Umfeld in einem Tonstudio unterscheiden, kommen für die meisten Bereiche auch andere Mikrofone als im Studio zum Einsatz.

Während im Studio beispielsweise für den Gesang empfindliche Großmembran-Kondensator-Mikrofone eingesetzt werden, sind für den rauen Live-Einsatz dynamische Mikrofone wie der Klassiker Shure SM58 besser geeignet. Da Kondensator-Mikrofone meist eine bessere Auflösung in den Höhen haben, gibt es diese auch für den Live-Einsatz.

Aber Vorsicht: Kondensator-Mikrofone benötigen eine Betriebsspannung! Diese kann, wenn es das Mischpult oder die Stagebox vorsieht, über die 48-V-Phantomspeisung erfolgen oder über eine Batterie im Mikrofon-Schaft.

Verwendet ihr eine "wireless"-Lösung mit einem Sender im Mikrofon, kann eine Kondensator-Kapsel problemlos eingesetzt werden. Denn für den Sender wird auch eine Betriebsspannung benötigt.

Praxistipp: Wenn ihr ein eigenes Mikrofon kauft, probiert am besten Modelle verschiedener Hersteller aus, bevor ihr euch entscheidet. Jedes Mikrofon hat seine eigene Charakteristik und "färbt" eure Stimme. Welches eure Stimme unterstützt und am besten klingt, sollten dabei nur eure Ohren entscheiden.

Auch für Instrumentalisten gibt es einen Klassiker – das Shure SM57, ein dynamisches Kleinmembran-Richtmikrofon. Es kommt auch mit hohem Schalldruck, wie er bei der Snare-Abnahme oder der Mikrofonierung von E-Gitarren-Verstärkern auftritt, gut klar.

Aber auch hier gilt: Probieren geht über studieren! Auch andere Hersteller fertigen gute Richtmikrofone, die unter Umständen ein besseres Ergebnis liefern, als die Universallösung SM57. 

 

Für Bassisten und Keyboarder hat sich live die Abnahme über DI-Boxen (Direct Injection Box) etabliert. Leider sind die meisten DI-Boxen nur für Instrumenten- und Line-Level-Signale ausgelegt. Beim Bassisten wird so zum Beispiel nur der reine Instrumentenklang abgenommen und nicht die Veränderungen des Signals durch den Verstärker oder die integrierten Effekte.

Um den optimalen Bass-Sound zu bekommen, sollte daher eine DI-Box, wie die RNDI von Rupert Neve Designs, eingesetzt werden, die eine Speaker-Level-Signal-Stärke von bis zu 1000 W verträgt. Diese kann dann zwischen Amp und Box eingesetzt werden und fängt so den Gesamtsound am besten ein.

Generell gilt: Alle Instrumente, wie auch eine elektro-akustische Gitarre, die am Ausgang ein unsymmetrisches Signal liefern (erkennbar an einem Mono-Klinkenstecker-Kabel), müssen wegen der langen Multicore-Signalführung zwischen Stagebox und Mixer über eine DI-Box symmetriert werden.

Das unsymmetrische Mono-Klinkenstecker-Kabel zwischen Instrument und DI-Box sollte dabei so kurz wie möglich sein und über eine möglichst gute Abschirmung verfügen.

Ausnahme: Wenn Mixer der neueren Generation eingesetzt werden, bei denen Stagebox und Mixer eine Einheit bilden, die via Netzwerk oder Bluetooth-Verbindung durch ein Tablet oder einen entsprechenden Controller gesteuert wird. In diesem Falle kann auf eine Symmetrierung des Signals verzichtet werden.

Der Mixer – wo der Band-Sound entsteht

Beim Mixer laufen alle Audio-Signale zusammen, werden in Lautstärke und Klang angepasst und mit Effekten veredelt. Dann werden die Signale an die Endstufen zur Verstärkung und Wiedergabe durch die Lautsprecher gesendet.

Kleinere Bands, die meist keinen separaten Tontechniker haben, positionieren den Mixer meist direkt auf oder neben der Bühne, um notfalls während des Auftritts schnell selbst etwas nachregeln zu können.

Vorteil: Es wird keine Stagebox und kein Multicore-Kabel benötigt.

Nachteil: Durch die schlechte Abhörposition kann der Klang der FOH-Lautsprecher (Front of House) nicht beurteilt und gegebenenfalls nachgeregelt werden. Hier muss während des Soundchecks besonders sorgfältig gearbeitet werden, sodass lediglich eine nachträgliche Anpassung der Kanal-Lautstärken vorgenommen werden muss.

Besonders vorteilhaft sind in diesem PA Bereich Mixer der neuen Generation, wie der M18 von RCF, bei denen sich alle Einstellungen kabellos und bequem von einem Tablet steuern lassen. Während des Auftritts kann das Tablet an einem Mikrofon-Stativ befestigt werden.

Wird, wie bei Rock-Bands üblich, auch das Schlagzeug abgenommen und kommt eine PA Anlage mittlerer Größe zum Einsatz, empfiehlt sich meist der Einsatz eines größeren Mischpultes. Dieses sollte zusammen mit dem Tontechniker möglichst in einem gleichschenkligen Dreieck vor den FOH-Lautsprechern und etwas erhöht positioniert werden. Das ermöglicht dem Tontechniker eine freie Sicht auf die Lautsprecher. Der Tontechniker kann nur so gut sein, wie es seine Abhörposition erlaubt. Sitzt der Tontechniker abgeschirmt hinter mehreren Reihen stehenden Publikums, wird der Mix garantiert zu höhenlastig ausfallen.

Bezüglich der Kanalanzahl gilt: Je mehr, desto besser! Es schadet auf keinen Fall, immer ein paar Kanäle auf Reserve zu haben, denn es kann ja mal ein Kanal ausfallen oder es tauchen unerwartet zusätzliche Mikrofonanforderungen auf. Spielt ihr mit einer zweiten Band zusammen und setzt einen analoges Mischpult ein, ist es von Vorteil, wenn man das Pult einfach splitten kann. So gehen die im Soundcheck erarbeiteten Settings nicht verloren.

Setzt ihr ein digitales Mischpult ein, bei dem sich alle Pulteinstellungen als Szene abspeichern lassen, geht der Bandwechsel noch schneller und einfacher.

Beim Kauf eines Mischpultes solltet ihr auch darauf achten, dass die Anzahl der AUX-Wege für eure Ansprüche an den Monitor-Mix ausreicht, wobei jeder AUX-Weg als eigener Monitor-Weg oder als Effektweg genutzt werden kann.

 

Transparenz und Druck mit den richtigen Effekten

Ein paar Effekte gehören zur Grundausstattung und sollten wirklich in jedem "Side-Rack", welches meist direkt neben dem Mischpult aufgebaut wird, vorhanden sein.

Dazu gehören Kompressoren für die Vocal-Kanäle, die einfach in den INSERT des jeweiligen Mixer-Kanals eingeschleift werden und die Dynamik etwas einschränken. Leise Passagen werden dadurch etwas lauter und laute Gesangsteile etwas leiser. Dies ist besonders wichtig, wenn euer Sänger nicht mit dem Mikrofonabstand arbeitet, um Lautstärkenunterschiede in der Stimme auszugleichen.

Damit das Schlagzeug nicht alle Instrumente durch unkontrolliertes Dröhnen zudeckt, sollte für jedes Mikrofon, das einen Kessel abnimmt (also Bass-Drum, Hänge- und Stand-Toms), unbedingt ein Gate vorhanden sein. Das Gate stellt ihr am besten so ein, dass es schnell voll öffnet, dann aber auch relativ schnell wieder schließt, um das Dröhnen abzuschneiden. Aber Vorsicht: Die Öffnungszeit nicht zu kurz wählen! Die Tom sollte zumindest in der Lage sein, ihren Klang zu entwickeln.

Die üblichen zwei Overhead-Mikrofone, die hauptsächlich die Becken unterstützen und zum Gesamtsound des Schlagzeugs beitragen, brauchen normalerweise kein Gate.

Verfügt der Mixer nicht über eingebaute Effektprogramme, wäre es auch sinnvoll, zumindest einen Multieffekt-Prozessor im Rack zu haben, um den Vocals mit etwas Hall oder Delay unter die Arme greifen zu können. Damit der Effekt allen Kanälen zur Verfügung steht, nutzt ihr am besten den vorgesehenen Effekt- oder einen AUX-Weg des Mixers zum Anschluss des Multieffektgerätes.

Um das Summensignal des Mixers klanglich den jeweiligen Raumverhältnissen anzupassen, wäre auch zum Beispiel ein 2-x-31-Band grafischer Equalizer eine gute Ergänzung des Side-Racks, da man eventuelle Einstellungen sofort auch optisch sieht und nicht vergisst, dass die ja noch vom letzten Auftritt übrig geblieben sind. Dieser sollte in den INSERT-Weg der beiden Master-Ausgänge eingeschleift werden. Die beiden Master Outs links und rechts sowie die AUX-Sends der Monitor-Wege werden dann über das Multicore-Kabel wieder zur Bühne zurückgeschickt und stehen dort an der Stagebox zum Anschluss der Endstufen oder der aktiven Lautsprecher zur Verfügung.

 

Allgemeine Tipps und Tricks 
für den Betrieb einer PA Anlage

Bei der Stromverteilung solltet ihr Licht- und Ton-Strom strikt getrennt halten, um unerwünschte Nebengeräusche durch Einstreuungen zu vermeiden. Am besten wäre ein eigener, durch eine eigene Hauptsicherung abgesicherter Stromkreis. Zusätzlich gibt es für die Stromversorgung von 19"-Racks intelligente Mehrfachsteckdosen, auch Power Conditioner genannt, die eventuelle Störungen und Überspannungen in der Stromversorgung weitgehend herausfiltern.

Beim Verlegen der Kabel solltet ihr auch darauf achten, dass Kabel für die Stromversorgung einen möglichst großen Abstand zu signalführenden Audio-Kabeln haben. Solltet ihr dennoch einen Netzbrumm von 50/60 Hz auf dem System haben, niemals versuchen, die Erdungen/Schutzleiter der Netzkabel abzukleben. Dies führt zwar manchmal zum gewünschten Ergebnis, ist jedoch lebensgefährlich!

Experimentiert stattdessen mit sogenannten Trennübertragern (oder DI-Boxen), wie dem Palmer PLI-01. Diese schleift ihr in die den Brumm verursachende Signalleitung ein.

Der Trick dabei ist, dass die den Brumm verursachende Leitung physikalisch unterbrochen wird (was die Brummschleife beseitigt) und das Signal trotzdem durch einen Trenntransformator übertragen wird.

Bei der Verwendung der Steckverbindungen hat man sich auf bestimmte Standards geeinigt. Der wichtigste betrifft alle XLR-Steckverbindungen, wie beispielsweise bei Mikrofonkabeln. Gleich, ob als Kabel oder als Buchse in einem Gerät montiert, gilt: Alle Ausgänge sind als "Male" mit sichtbaren Kontaktstiften ausgeführt und alle Eingänge als "Female" mit den Löchern für die Kontaktstifte.

Alle schwarzen SPEAKON-Steckverbindungen/-Buchsen dienen dem Anschluss von Lautsprecherkabeln, wogegen alle blauen, ähnlich aussehenden POWERCON-Anschlüsse den verriegelbaren Netzkabeln für die Stromversorgung vorbehalten sind. 

Jetzt wisst ihr, worauf es beim Kauf einer PA ankommt. In diesem Special zeigen wir euch, wie ihr eure PA Anlage richtig einstellt!