Interview: Travis

„Why Does It Always Rain On Me?“ fragte die schottische Band Travis 1999 und landete damit einen Welthit. Im Interview erzählt Sänger Fran Healy von Freundschaften, Bandgefühl und Paul McCartney ... Ausgabe 09/13

Seit 22 Jahren und sechs Alben gibt es die schottische Band Travis. „Why Does It Always Rain On Me?“ fragte das Quartett 1999 und landete damit einen Welthit. In den vergangenen fünf Jahren wurde es jedoch ruhig um die Herren: Sie zogen sich ins Privatleben zurück. Sänger Fran Healy (40) veröffentlichte derweil sein erstes Soloalbum. Mit dem melancholisch-schönen Gitarrenpop auf ihrem neuen Album „Where You Stand“ leiten Travis nun die zweite Karrierephase ein, und Berlin war daran nicht ganz unbeteiligt! Im SOUNDCHECK-Interview erzählt Fran Healy von alten Freundschaften, einem neuen Bandgefühl und Bespitzelungen durch Paul McCartney.

SOUNDCHECK: (auf Deutsch) Wie geht’s dir, Fran?
Fran Healy: Geht’s gut.

SC: Ich merke schon, deine deutschen Sprach­kenntnisse haben sich in den letzten Jahren nicht merklich verbessert!
FH: Ja, es ist schrecklich. (lacht)

SC: Du lebst jetzt seit fünf Jahren in Berlin. Woran hapert’s?
FH: Ich habe nie Zeit. Ich bin zu beschäftigt damit, ein Papa zu sein. Ich habe zwar nur ein Kind, aber mein Sohn beansprucht mich ganz schön.

SC: Trotzdem hast du mit deiner Band Travis gerade ein neues Album
aufgenommen – das erste seit fünf Jahren. Warum hat das so lange gedauert?
FH: Für uns ist es der Start eines neuen Kapitels von Travis! Wir haben nach der letzten Tour beschlossen, erstmal ausgiebig Zeit mit unseren Familien zu verbringen und Väter für unsere Kinder zu sein. Wir sind ja Freunde, seitdem wir 18 sind. Wir sind also den längsten Teil unseres Lebens befreundet. Und wir waren zwischen 1996 und 2008 ständig unterwegs. Wir mussten unsere Lebensmuster einfach mal verändern. Wenn der Erfolg uns etwas ermöglicht hat, dann ist es diese Auszeit gewesen. Ich bin so froh, dass wir uns die genehmigt haben. Denn die Zeit kommt niemals wieder. Davon mal abgesehen brauchten wir die Jahre auch, um uns als Menschen wieder selbst zu finden ...