Interview: Tim Pierce

Im Interview spricht der weltbekannte Session-Musiker Tim Pierce über den Alltag im Studio, Equipment und Strategien ... Ausgabe 12/2013

Auch wenn nur wenige sein Gesicht ­kennen, dürfte es doch kaum einen Menschen auf diesem Planeten geben, der Tim Pierce noch nicht Gitarre spielen gehört hat. Ob für Michael Jackson, Ozzy Osbourne oder Miley Cyrus - Pierce konnte sein Talent schon auf mehr als 1.000 Produktionen unter Beweis stellen. Wir haben mit dem viel beschäftigten Studiomusiker über typische Sessions, Equipment und mehr gesprochen.


SOUNDCHECK: Tim, wie darf man sich deinen Arbeitsalltag vorstellen?


Tim Pierce: Ich arbeite viel zuhause, aber auch immer noch in anderen Studios. Das Verhältnis ist ungefähr 50/50. Wenn es sich um eine Tracking-Session handelt, sitze ich mit den Musikern in einem Raum und wir versuchen so schnell wie möglich einen guten Take hinzubekommen. Der Großteil meiner Arbeit besteht aber aus Overdubs. In diesem Fall kommen die Künstler beziehungsweise Produzenten in mein Studio oder ich fahre in ihres und wir hören uns den Song einmal an, während ich mir die Akkorde notiere. Danach werden sofort die ersten Parts eingespielt. Ich versuche es zu vermeiden, ­alleine zu arbeiten. Wenn die Künstler oder Produzenten mit mir in einem Raum sind, gelangen wir viel schneller zu guten Ergebnissen. Falls das aus ­irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, ­arbeite ich auch per Skype.

 

SC: Schicken dir einige Leute auch Files per Internet, zu denen du dann deine Parts alleine einspielen sollst?


TP: Solche Anfragen bekomme ich ständig. In fast allen Fällen lehne ich das aber ab und biete Skype als Alternative an. Lass es mich so ausdrücken: Dateien hin und her zu schicken, fällt nicht gerade in mein Interessengebiet. Ich möchte die Musik zusammen mit meinen Kunden erleben!