Interview: Mega Mega

Den Major-Deal haben Mega Mega schon mit ihrem Debutalbum "Behalt die Nerven" ergattert. Im Interview erzählt die Band vom neuen Album und ihrem Einstieg in die Musiker-Karriere ... Ausgabe 01/2014

In dem Song Zu Ende von Mega! Mega! heißt es vielsagend: So langsam gehen die Lichter aus. Dies ist das persönliche Statement der Band zum Niedergang des Musikgeschäfts. Sicher, der Boom, den die Musikindustrie in den neunziger Jahren erlebte zog teils eine Dekadenz nach sich, die sich wohl nur mit goldener American Express und Koks gut ertragen ließ. Andererseits war es damals selbst für eine halbwegs erfolgreiche Band möglich, von der eigenen Musik zu leben. Man kann es Mega! Mega!, die gerade bei Warner ihr Debüt veröffentlicht haben, also nicht übel nehmen, nostalgisch an längst vergangene Tage zu denken. Wir haben Antonino Tumminelli (Gesang, Gitarre), Peter Weiler (Gitarre) und Cornelius Lay (Drums) von Mega! Mega! in ihrem Berliner Proberaum getroffen.

SOUNDCHECK: Könnt ihr euch noch an den Anfang vom Ende der Musikindustrie erinnern?
Antonino Tumminelli: Das fing an, als das Internet schnell wurde. Früher verkauften Mitschüler von mir eine gebrannte CD für 10 Euro.
Peter Weiler: Der wirkliche Tod sind jetzt aber die Streaming-Dienste. Da bekommt man als Musiker pro Klick 0,001 Cent. Und wer kauft sich denn noch ein Album, wenn er für ein 10-Euro-Abo sogar auf seinem Handy jederzeit Millionen von Songs verfügbar hat? Wir nutzen das ja selbst.
AT: Aber wenn ich eine Band richtig geil finde, kaufe ich mir die Platte auch auf Vinyl. CDs lege ich mir schon gar nicht mehr zu. Heute ärgere ich mich, dass ich da aufs falsche Format gesetzt habe! Die Erstpressung von einem Foo-Fighters-Album, das ich mir neulich gekauft habe, hat mich 50 Euro gekostet – die CD-Version wird bei ebay für 3 Euro angeboten ...