Interview: Manic Street Preachers

Mit „Rewind the Film“ legen die Manic Street Preachers zwölf Songs vor, in denen fast komplett auf E-Gitarren verzichtet wird ... Ausgabe 11/2013

Der ödeste Job, das hässlichste WG-Zimmer, der kleinste Club – als junger Musiker nimmt man all dies gern in Kauf, solange nur die Hoffnung auf den nahen Durchbruch besteht. Was treibt einen aber noch an, wenn man dieses Ziel erreicht hat und im mittleren Alter steht? Woher die Motivation nehmen, um weiterzumachen? James Dean Bradfield (Gesang, Gitarre) und Nicky Wire (Bass) von den Manic Street Preachers verraten uns, wie man als arrivierter Rockstar am Ball bleibt, ohne sich zu wiederholen.

SOUNDCHECK: James, euer neues Album heißt „Rewind the Film“. Kann man diesen Titel so verstehen, dass ihr die Vergangenheit noch einmal durchleben wollt?


James Dean Bradfield: Die englische Phrase „Rewind the Film“ legt es nahe, dieses Album für nostalgisch zu halten. Tatsächlich handelt es aber davon, wie die Vergangenheit einen formt und wie sie dein Leben in der Gegenwart bestimmt. Das Album beschäftigt sich ja auch damit, dass wir einige Leute verloren haben, die einen großen Einfluss auf uns hatten und die wir enorm respektiert haben. Wenn man älter wird, verändert sich nun mal alles um einen herum und man versucht die Gegenwart irgendwie anhand der Vergangenheit zu begreifen. Das kann manchmal verwirrend sein. Es kann dich verletzen. Aber ich denke auch, dass es ein wichtiger Teil des Bandlebens sein muss, wenn man wie wir ein gewisses Alter erreicht hat. Man weiß nur, wie man als Musiker in die Gegenwart passt, wenn man noch einmal nachforscht, wie die Dinge in der Vergangenheit lagen. Das ist der Kern dieses Albums: Wir sind älter geworden und müssen mit der lächerlichen Tatsache umgehen, dass wir immer noch eine Rock-‘n‘-Roll-Band sind ...