Interview: Fettes Brot

Fünf Jahre nach dem letzten Studio Album, meldet sich die Hamburger Hip-Hop-Institution Fettes Brot zurück. Mit „3 is ne Party“ veröffentlicht die Band ihre mittlerweile siebte Platte ... Ausgabe 11/2013

Parallel zum neuen Album und nach drei Jahren Live-Abstinenz begibt sich die Band Ende diesen Jahres auf eine ausgedehnte Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Schon beim diesjährigen Rock am Ring-Festival zeigten die Hanseaten dem erstaunten Live- und Fernseh-Publikum, dass mit ihnen immer noch zu rechnen ist.

SOUNDCHECK: Der Name eurer Platte heißt frei nach einem Zitat von Andy Warhol: „3 is ne Party“. Was hat Fettes Brot mit Andy Warhol gemeinsam?


Dokter Renz: Tatsächlich war die Inspiration ein Foto, das uns im Internet untergekommen ist und bei dem Andy Warhol mit Basquiat und noch einem weiteren Künstler aus der damaligen Zeit so ein klassisches Buddy-Portrait gemacht hat. Auf irgendeine komische Art hat uns das an uns selbst erinnert – da sind sie wieder, die drei Typen und hängen auf irgend so ner Party rum und sitzen doch den ganzen Abend zusammen. Als wir dann den Warhol Satz: „One is a company, two is a crowd and three is a party“, übersetzt haben schien uns das sehr passend, zumal in diesem Zitat auch die Party enthalten war, die sich schon sehr früh als spürbares Leitmotiv unseres Albums herauskristallisiert hatte. Von dem Zeitpunkt an haben wir auch Andy Warhol und seine künstlerischen Ansätze mit in die Inspirationsmasse für die Platte aufgenommen und hatten das Gefühl, dass das auch tatsächlich sehr gut passt.

Björn Beton: Ich finde toll an Andys Arbeit, dass er gezeigt hat, dass man mit Pop-Art, also mit etwas ganz alltäglichem und allen Menschen zugänglichem – ob einer Zeitung oder einem Foto einer Tomatensuppe – Kunst machen kann. Und dass man aus praktisch allem das machen kann, was man möchte. Und wenn man dann sagt, „das ist jetzt mein Kunstwerk“, dann ist es das auch. Das ist ein revolutionärer Punk-Gedanke, der uns sofort gefallen hat. Es geht nicht darum, welche Mittel man benutzt, sondern um das Kunstwerk, das am Schluss dabei herauskommt und das ist dann das Besondere. Das hat er meiner Meinung nach sehr gut gemacht und das bewundere ich ...