Interview: Ash Soan

Wir hatten die Möglichkeit, mit Ash Soan über seine Ausbildung und seinen aufregenden Job als weltweit gefragter Session-Schlag­zeuger zu sprechen ... Ausgabe 03/2014

 

Wer zu Trevor Horns Lieblingsschlagzeugern zählt, darf sich getrost etwas auf seine rhythmischen Fähigkeiten einbilden. Nicht, dass Ash Soan dieses Lob unbedingt nötig hätte. Nach gut zwanzig Jahren im Geschäft hat er sich längst als Session-Drummer etabliert – Stars wie Robbie Williams, Adele oder Nelly Furtado zählen zu seinen Kunden. Außerdem ist er festes Mitglied der schottischen Popband Del Amitri und der Producers, einer Supergroup bestehend aus den beiden Produzenten Trevor Horn und Stephen Lipson sowie dem 10cc-Gitarristen Lol Creme.



SOUNDCHECK: Ash, du bist Mitglied der Super-Group „Producers“. Wie kam es dazu?
Ash Soan:
Mein Freund Chris Braide, der mittlerweile als viel beschäftigter Songwriter in Los Angeles lebt, hat mich angerufen und gesagt, ein paar Leute, mit denen er arbeitet, würden eine Band gründen wollen. Eher aus Spaß, aber vielleicht käme auch ein Club-Gig dabei heraus. Weil ich sehr gerne mit Chris spiele, sagte ich, das klänge nach Spaß. Erst dann hat er verraten, dass wir in Trevor Horns Studio proben würden und dass die Band aus Trevor, Stephen Lipson und Lol Creme bestehen wird.



SC: Man kann dich außerdem in der Hausband von „The Voice UK“ im Fernsehen bewundern. Viele Musiker betrachten solche Formate sehr kritisch. Was ist deine Meinung zum Phänomen Casting-Show?
AS:
Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass dieses Format einfach ein Teil des Musikgeschäfts ist und es auch eine Weile bleiben wird. Es ist leicht, kritisch gegenüber solchen Shows eingestellt zu sein, auch was die Musiker betrifft, die in den Sendungen spielen. Aber es gibt diese Shows nun mal und das Honorar für die Musiker ist sehr fair. Außerdem ist das Niveau in Sachen musikalisches Können, das dort von einem verlangt wird, meiner Meinung nach sehr hoch.

 

SC: Trevor Horn sagt, du seist in Großbritannien der Einzige, der timing-fest Rock und gleichzeitig so etwas wie den Beat aus Grace Jones‘ „Slave to the Rhythm“ spielen kann. Welche Tipps würdest du Nachwuchsdrummern in puncto Timing geben?
AS:
Eine der wichtigsten Sachen, die ich oft versuche, zu vermitteln, ist die Art, in der ich mit dem Click arbeite. Im Grunde ist das ein psychologischer Trick: Ich sage Schlagzeugern immer, sie sollen sich visuell eine Person vorstellen, die im Studio den Click spielt. Ich bin da sogar sehr genau: Das ist ein kleiner Kerl, er ist freundlich und immer vor Ort – also gewöhn dich besser an ihn! Ich empfehle auch, mit Click bei niedrigen Tempos und ohne Unterteilung zu üben. Auf diese Weise erzeugt man die Unterteilung selbst und fühlt hoffentlich das Timing besser. Außerdem rate ich Schlagzeugern, Songs zu üben. Von denen wurden einige dann wahrscheinlich nicht zum Click aufgenommen. Was wiederum deinem Feel zugutekommt ...