Für verwöhnte Ohren

Mit der DRM-Serie legt Mackie die Messlatte für den Sound von PA-Lautsprechern ein ganzes Stück höher. Vom kleinen Fullrange-System mit zwei DRM212-Lautsprechern bis hin zum vollwertigen Line-Array-System lassen sich die DRM- Lautsprecher-Module kombinieren. In unserem Test haben wir die aktiven DRM-Modelle DRM212 und DRM215 sowie den Subwoofer DRM18S genauer untersucht.

Oftmals fragt man sich beim Testen von Neuentwicklungen im Bereich PA-Lautsprecher, was denn wirklich das bahnbrechend Neue bei den Produktneuerscheinungen ist.
Leider bleibt aufgrund von anderen Zielen, wie z.B. der maximalen Reduzierung des Gewichts oder der Abmessungen, oft der gute Klang etwas auf der Strecke, aber was tut man nicht alles, um den „leichtesten“ oder „kleinsten“ PA-Lautsprecher anbieten zu können. Besonders neugierig waren wir daher auf die neue Mackie DRM-Lautsprecher-Serie, von der der Hersteller verspricht, dass sowohl das Design, als auch die verwendeten Materialien und Komponenten kompromisslos auf optimalen Klang ausgerichtet sind.
Wer Mackie kennt, der weiß, dass dieser Hersteller dafür bekannt ist, Top-Qualität zu einem wirklich erschwinglichen Preis zu liefern. Da die bisherigen Mackie PA-Lautsprecher klanglich bereits kaum Wünsche offenließen, waren wir auf die neue DRM-Serie nun wirklich gespannt.

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Aktiv oder Passiv

Seit die ersten PA-Lautsprecher mit integrierter Endstufe das Licht der Welt erblickten, wütet unter den Ton-Fachleuten die Diskussion, ob der „aktiven“ oder der „passiven“ System-Architektur der Vorzug zu geben ist. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der Mitte. Diesem Umstand trägt Mackie mit der neuen DRM-Serie Rechnung, indem alle Lautsprechermodelle sowohl als aktives System mit integriertem Verstärker, als auch als passives System ohne eingebaute Verstärkung erhältlich sind. Um auch den Verfechtern der passiven Systeme eine zuverlässige und optimal abgestimmte Verstärkung zu ermöglichen, bietet Mackie auf die DRM-Lautsprecher-Serie abgestimmte, neue Endstufen mit den Modellbezeichnungen MX2500 und MX3500.

Kleines Fullrange-System oder ausgewachsenes Line Array

Betrachtet man die einzelnen Modelle der DRM-Serie und das umfangreiche Zubehörangebot etwas genauer, so wird deutlich, dass Mackie mit den vielseitigen DRM-Modellvarianten und dem umfangreichen Montagezubehör in der Lage ist, alle Anforderungen an ein professionelles Lautsprechersystem zu erfüllen, ganz gleich in welcher Größenordnung. Da man als Band wohl eher selten mit einem eigenen Line Array System auf Tour gehen will (obwohl das mit den DRM-Modellen durchaus möglich wäre), haben wir uns für den Praxistest den aktiven DRM18S Subwoofer und die beiden aktiven Zweiweg-Systeme DRM212 und DRM215 ausgesucht. Interessant wäre sicher auch das DRM315, ein Dreiwegsystem mit ordentlich Dampf sowie das mit dem DRM18S zu kombinierende Mittel-/Hochton-Line-Array-Element DRM12A. Vielleicht kommen wir in einem separaten Test nochmal darauf zurück.

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Das Monster DRM18S

Da für einen ausgewogenen Klang der Tiefbassbereich eines PA-Systems ungefähr die vierfache Leistung des Mittel-/Hochton-Bereichs haben sollte, kommt man wohl kaum um den Einsatz eines Subwoofers herum. Da Tiefbässe vom menschlichen Ohr schwer bis gar nicht geortet werden können, kann man zunächst mit einem DRM18S in der Mitte starten, wenn man nicht gleich je Bühnenseite einen DRM18S als stabilen Sockel für einen DRM212 oder DRM215 verwenden möchte. Beim Auspacken des DRM18S fielen uns die Worte von Mackie bezüglich des „kompromisslosen Designs für optimalen, verzerrungsfreien Klang“ wieder ein, denn sowohl die großen Abmessungen des stabilen, intern verstrebten Sperrholzgehäuses mit 18 mm Wandstärke, als auch das Gewicht von knapp 41 kg haben sicher ihren Grund. Überlegt man die Kräfte, die auf eine extra weit schwingende, knapp 46 cm große Membran bei einer Verstärkung von 2.000 Watt z.B. von einem Bass-Drum-Schlag wirken, so braucht das Ganze einen wirklich stabilen Rahmen mit einer entsprechenden Standfestigkeit. Vier große Gummifüße, deren Form sich als Aussparung auf der Oberseite wiederholt, sorgen für einen sicheren, rutschfesten Stand, auch wenn mehrere Einheiten aufeinander gestapelt werden. Der 18“ große Tieftonlautsprecher wird durch ein etwa 1,5 mm starkes, matt-schwarz pulverbeschichtetes Stahllochblech geschützt, dessen Stabilität und Resonanzarmut durch das eingearbeitete Profil noch erhöht wird. Zusammen mit dem ebenfalls matt-schwarz beschichteten Gehäuse verleiht die schlichte Lautsprecherfront dem DRM18S ein edles und wertiges Design, das nur ein kleines, mittig angebrachtes Mackie-Logo zusammen mit einer Kontroll-LED am unteren Rand schmückt.

Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite

Alle Anschlüsse des DRM18S befinden sich, übersichtlich und logisch zusammengefasst, auf der Rückseite des Subwoofers. Da es sich um das aktive Modell handelt, brauchen wir nur das im Lieferumfang enthaltene Netzkabel anschließen. Gleich wo auf der Welt wir uns befinden, das automatische Schaltnetzteil des DRM18S kommt mit allen Netzspannungen zwischen 100 und 240 Volt klar, gleich ob 50 oder 60 Hz Wechselfrequenz. Mit zwei symmetrischen XLR-Mikrofonkabeln verbinden wir nun noch die „Main Out“-Ausgänge unseres FOH-Mischpultes mit den Eingängen für CH1 und CH2 des DRM18S und schon sind wir fertig zum Test des Subwoofers.

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DRM212 oder DRM215 als Ergänzung zum DRM18S

Da der DRM18S als Subwoofer ja nur Frequenzen bis ca. 160 Hz übertragen kann, benötigen wir für den Rest des hörbaren Frequenzspektrums noch ein Fullrange-System als Ergänzung. Mackie bietet hier u.a. den DRM212 oder den DRM215 als aktive Zweiweg-Systeme an. Wem zwei Wege nicht genug sind, der kann auch das aktive Dreiweg-System DRM315 dazu kombinieren. Der DRM212 und der DRM215 sind sich eigentlich sehr ähnlich und unterscheiden sich hauptsächlich durch die Größe des Tieftonlautsprechers von 12“ beim DRM212 und von 15“ beim DRM215. Natürlich braucht der größere Lautsprecher auch mehr Platz, wodurch die Abmessungen des DRM215 etwas größer sind. Auch wirkt sich der größere Tieftöner auf den übertragbaren Frequenzbereich aus, der beim DRM215 um 2 Hz tiefer als beim DRM212 liegt. Auch wenn beide Modelle den gleichen 1,4“ Kompressions-Hochtontreiber und den gleichen 1.600 Watt Class D Verstärker haben, so klingt der DRM215 insgesamt eine Spur kraftvoller und voluminöser als der kleinere Bruder DRM212.

Aufbau des Test-Setups

Um unser Test-Setup zu vollenden, verwenden wir eine 35 mm Distanzstange, welche mühelos und passgenau in den Flansch auf der Oberseite unseres Subwoofers rutscht. Beim Aufsetzen des DRM215 bemerken wir, dass der Flansch am Boden des Lautsprechers zwei Öffnungen zur Auswahl bietet. Bei der einen steht der DRM215 exakt vertikal und bei der anderen ist der Lautsprecher etwas nach unten abgewinkelt. Direkt daneben haben wir auf einem Standard-Lautsprecherstativ auf gleicher Höhe den DRM212 montiert.

Mit zwei XLR-Mikrofonkabeln haben wir nun die Eingänge der beiden Lautsprecher mit den „High Pass Out“-Ausgängen des Subwoofers verbunden. Auf diese Weise bekommen der DRM212 und der DRM215 nur den Frequenzanteil, den der Subwoofer, je nach Einstellung der Frequenzweiche, nicht mehr übertragen kann. Auf diese Weise werden die beiden Fullrange-Systeme im unteren Frequenzbereich weniger belastet und klingen daher sauberer. Wer immer noch zu wenig Bassanteil hört, kann versuchen statt der „High Pass Out“-Ausgänge die „Direct Out“-Ausgänge zu verwenden.

Diese sind nicht frequenzbeschnitten, so dass dann der DRM212 und der DRM215 zusätzlich die Subwoofer-Frequenzen übertragen. Interessant ist auch der kleine Mixer, den Mackie den beiden Modellen spendiert hat und der neben den beiden XLR-/6,3 mm Klinkenkombi-Eingängen zusätzlich eine 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse als Eingang für Kanal 3 und 4 zur Verfügung stellt. Kanal 1 und 2 sind getrennt, Kanal 3 und 4 gemeinsam (als Mono-Summe) regelbar. Das Ergebnis ist nicht nur durch den Lautsprecher hörbar, sondern liegt auch an der „Mix Out“ XLR-Buchse zur Weiterleitung an andere Lautsprecher oder einen Recorder an.

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Effektive und flexible DSP-Steuerung mit TFT-Farbdisplay

Die hochauflösende, farbige Darstellung des hellen TFT-Displays ist auch auf dunklen Bühnen gut zu lesen und liefert umfangreiche Statusinformationen des gesamten Systems. Mit dem digitalen Ein-Rad-Kontroller kann man durch Drehen auswählen und durch einen Druck auf den Knopf die Auswahl bestätigen. Das Steuerungsmenü ist übersichtlich und leicht verständlich aufgebaut, so dass man auch ohne Handbuch die Einstellungen vornehmen kann.

Natürlich empfiehlt es sich, in einer ruhigen Minute sich mit dem System vertraut zu machen, dann geht auch während der Show nichts daneben. Die Menüauswahl der DSP-Steuerung ist sehr umfangreich und vielleicht will man ja die eine oder andere gute Einstellung als eines der sechs durch den User speicherbaren Presets für später erhalten.

Fazit und Testergebnis

Mit der neuen DRM Lautsprecher-Serie hat Mackie wirklich Wort gehalten und die Messlatte, in Bezug auf klangliche Qualität von PA-Systemen, ein ganzes Stück nach oben gelegt! Wenn man von seiner PA-Anlage etwas mehr als Zimmerlautstärke erwartet, liegt man bei der neuen DRM-Serie von Mackie goldrichtig. Hier hat man sich auf echte Werte wie ein stabiles Holzgehäuse mit ausreichendem Resonanzraum, gute Lautsprecher und einen leistungsstarken und flexiblen
Verstärker besonnen. Neueste DSP-Technologie und ein übersichtliches TFT-Display erleichtern die eigentlich vielseitigen und komplexen Einstell- und Korrekturmöglichkeiten. Die neue DRM-Serie vereint die klanglichen Vorteile von optimal angepassten Holzgehäusen in Verbindung mit neuester DSP- und Verstärkertechnologie. Ein wirkliches Meisterstück!

Michael Hennig

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