Der kleine Mann im Ohr

Mit der neuen MP-Serie bietet Mackie eine Reihe qualitativ hochwertiger In-Ear-Kopfhörer für Musiker, die auch noch hervorragend fest im Ohr sitzen. Ob die drei Modelle das halten, was sie versprechen, haben wir für euch unter die Lupe genommen.

 

Der permanente Mangel an Band-Übungsräumen und die Lärmschutzvorschriften für Wohngegenden zwingen viele Musiker zur Verwendung von In-Ear-Monitor-Systemen. Auch Mackie hat diesen Trend erkannt und bietet mit der HM-Kopfhörerverstärkerreihe und den neuen In-Ear Monitor-Systemen der MP-Serie die Basis für ein modernes Monitoring-System. Wie sich die drei MP-Modelle in der Praxis bewähren und in welchen Features sie sich unterscheiden, haben wir für euch in diesem Bericht zusammengefasst.
Speziell entwickelt


Alle drei Modelle sind speziell auf Musikmachende ausgelegt: Während handelsübliche HiFi-Kopfhörer durch Anhebung von Bass und Höhen den Klang oft schönfärben, wird bei den professionellen In-Ear-Monitoren wie der Mackie MP-Serie auf eine möglichst natürliche Klangwiedergabe wert gelegt. Dass es sich bei allen drei Modellen um professionelle Werkzeuge handelt, wird auch durch das umfangreiche Zubehör deutlich: Gemäß dem Mackie-Slogan „Built like a tank“ gehört ein Hartschalen-Case zum Lieferumfang, das die Kopfhörer inklusive ihrem Zubehör wirksam schützt und sich leicht mit einem Clip an jedem Rucksack oder Schlüsselbund befestigen lässt, wenn sie nicht gerade im Einsatz sind. Damit die Kopfhörer auf jeden Fall bequem und genau passen, liefert Mackie drei unterschiedlich geformte Kunststoffaufsätze, jeweils in drei verschiedenen Größen. Das Kunststoffgehäuse sitzt bequem im Ohr und bietet durch seine Größe eine sehr gute Abschirmung von Außengeräuschen von bis zu -40 dB und eine satte Basswiedergabe. Da die Kabel über das Ohr geführt werden, ist dieser Bereich besonders verstärkt und formbar. Dies gibt dem fest im Ohr sitzenden Treiber – also die Klangüberträger oder „Schallwandler“ innerhalb des Kopfhörers – und dem zusammengeführten Kabel zusätzlichen Halt. Kein noch so wildes Head-Banging kann dem festen Sitz der Headphones gefährlich werden. Die intern verflochtenen Adern zusammen mit einer äußeren Abschirmung verleihen dem 1,5 Meter langen Kabel ein langes Leben und hervorragende Audio-Eigenschaften. Vergoldete Kontakte beim Kabel sowie beim im Lieferumfang enthaltenen Adapter von 3,5 mm auf 6,3 mm Klinkenstecker sorgen für bestmöglichen Kontakt und geringe Korrosionsanfälligkeit. Stellt sich jetzt nur die Frage, welches der drei MP-Modelle das richtige für euch ist?


Der Dynamiker: MP-120
Eines vorab: Die drei Modelle unterscheiden sich lediglich minimal durch ihre Treiber und die damit verbundenen unterschiedlichen, charakteristischen Merkmale, die man als „Meckern auf sehr hohem Niveau“ klassifizieren könnte. Das Kunststoffgehäuse des MP-120 beherbergt einen dynamischen Treiber, der in der Lage ist, neben einem satten Bass und brillanten Höhen auch den für Vocals wichtigen Mittenbereich lückenlos wiederzugeben. Der MP-120 zeichnet sich in erster Linie durch sein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis aus.



Der Doppeldynamiker: MP-220
Der Schritt vom MP-120 zum MP-220 ist weitaus größer als der Unterschied zwischen dem MP-220 und dem Spitzenmodell MP-240. Beim MP-220 kommen pro Seite zwei dynamische Treiber zum Einsatz, die sich das gesamte Frequenzspektrum von 20 - 20.000 Hz teilen. Gegenüber dem kleineren Modell ist der MP-220 auch bei sehr hohen Lautstärken in der Lage, alle Frequenzen  gleichmäßig wiederzugeben. Eine besondere Spezialität ist dabei die sehr gute Basswiedergabe, die druckvoll und doch klar reproduziert wird. Durch die Verwendung von zwei Treibern für den Mittenbereich wird gegenüber dem MP-120 eine noch bessere Auflösung erreicht. Wer also überwiegend mit hohen Lautstärken arbeitet und trotzdem ein absolut sauberes Klangbild erwartet, für den ist der MP-220 die beste Wahl.


Das Spitzenmodell: MP-240
Für alle, denen gut nicht gut genug ist und die auf absoluter Spitzenqualität bestehen, hat Mackie das Spitzenmodell MP-240 konzipiert. Während man für den Bassbereich den dynamischen Treiber des MP-220 beibehalten hat, wurde für den Mitten- und Hochtonbereich ein ultra-kompakter „Balanced Armature“-Treiber eingesetzt, der noch brillanteres High-End liefert. Dabei ist es überraschend, wie Mackie es geschafft hat, neben den zwei Treibern auch noch die Elektronik in das kleine Gehäuse zu packen.


Nicht billig, aber preiswert
Auch wenn es am Anfang etwas Fummelarbeit ist, wird diese Arbeit durch einen festen Halt und hohen Tragekomfort belohnt. Selbst nach stundenlangem Einsatz gab es keine schmerzenden Druckstellen. Sicher, die Modelle der MP-Serie sind nicht gerade billig, aber bedenkt man die hohe Qualität, das umfangreiche Zubehör und die zu erwartende, lange Lebensdauer, so sind diese Kopfhörer jeden Cent wert.