Den richtigen Kopfhörer finden

Kopfhörer sind ein nahezu unerlässliches Werkzeug, um Musik zu produzieren, aufzunehmen oder zu mischen. Worauf müsst ihr beim Kauf des richtigen Kopfhörers achten? In diesem Special erfahrt ihr mehr.

Spätestens seit mit dem Laptop Hits produziert werden, sind Kopfhörer beim Musik machen in den Rang der wichtigsten Audio-Tools aufgestiegen. Nicht immer verfügt man über eine ausgewachsene Studioabhöre. Ob man nun im Urlaub an einem Beat schraubt, im heimischen Schlafzimmer Vocals bearbeitet oder einem Freund mal eben eine Synth-Linie aus seiner neuesten Produktion vorspielen will – Kopfhörer sind hier ein höchst taugliches Tool.

Kopfhörer: Anwendungsgebiete

Neben dem Faktor Mobilität gibt es zahlreiche weitere Beispiele, warum Kopfhörer eine entscheidende Rolle beim Musik machen, Produzieren und Mischen spielen können.

Mit ihnen lässt sich wie mit einer Audiolupe ins klangliche Geschehen blicken. Klangliche Details können aufgespürt werden, die über eine herkömmliche Abhöre schlechter beurteilt werden könnten. Das kann wichtige Elemente im Klangbild betreffen, die über ein anderes System vielleicht deutlich ins Auge springen, über die eigenen Nahfeldmonitore aber kaum wahrzunehmen sind.

Beim Mischen müssen entsprechende Systeme, weil sie gewissermaßen als Audiolupe genutzt werden, eine möglichst lineare Klangwiedergabe und hohe Detailtreue liefern. Produzenten bauen mitunter aber auch ausdrücklich als echte Kopfhörer-Momente gedachte Klangexperimente in Songs ein, die nur durch Kopfhörer wirklich zur Geltung kommen.

Ebenso dienen Kopfhörer aber auch zum Beispiel für Musiker bei Recording-Sessions als Standard-Abhöroption und helfen auch in der Live-Arbeit als Abhöre.

Neben diesen Anwendungen, für die nach Möglichkeit hochwertige Profi-Tools eingesetzt werden sollten, können aber auch zweit- oder sogar drittklassige Modelle das richtige Werkzeug sein.

Musik wird heute oft nicht mehr über heimische Stereoanlagen abgehört, sondern über Smartphone-Kopfhörer und Ähnliches. Deswegen sollte man seine Produktionen auch über solche eher minderwertigen Abhöroptionen checken.

Woran muss ich vor dem Kopfhörer-Kauf denken?

Vor dem Kauf eines hochwertigen Kopfhörer-Modells wird man sich besonders ausgiebig Gedanken machen. Diese Geräte werden normalerweise für einen recht stattlichen Preis angeboten. Und wer will schon einen Fehlkauf risikieren, wenn er einige hundert Euro ausgibt.

Wenn man den richtigen Kopfhörer finden will, sollte man zunächst wissen, für was der Kopfhörer eingesetzt werden soll. Soll der Kopfhörer überwiegend bei Laptop-Produktionen eingesetzt werden, also als Alternative zu regulären Monitoren genutzt werden?

Oder benötigt man schlicht noch eine Monitoring-Möglichkeit für die DrumBooth, die Gesangskabine und so weiter?

Sind diese Fragen geklärt, können die Spezifikationen der angebotenen Kopfhörer besser eingeordnet werden. Damit kann man eine erste Auswahl treffen. Man sollte aber, bevor man die Kopfhörer kauft, auf jeden Fall probehören, denn technische Fakten allein sind nicht ausschlaggebend.

Bauformen von Kopfhörern

Grob können Kopfhörer nach ihrer Bauform unterschieden werden. In Studios kommen in den allermeisten Fällen sogenannte Muschelkopfhörer zum Einsatz.

Muschelkopfhörer lassen sich wiederum in drei Klassen separieren:

  • supra-aurale und
  • circum-aurale Kopfhörer
  • intra-aurale Kopfhörer (die wir in diesem Workshop nicht behandeln und unter die Earbuds und In-Ears fallen)

"Supra-aural" heißt schlicht "über den Ohren aufliegend". "Circum-aural" bedeutet "die Ohren umschließend" und "intra-aural" "innerhalb der Ohren".

Offene Kopfhörer

Ein offener Kopfhörer lässt Schall in beide Richtungen durch die Hörerschale passieren. Demnach gelangen sowohl Umgebungsgeräusche in das Innere des Kopfhörers, als auch der durch das Gerät reproduzierte Schall nach außen.

Offene Kopfhörer bringen spezifische Nachteile mit sich: Trägt man offene Modelle als Musiker etwa in Recording-Situationen, lassen sie eventuell Störschall bis an das Aufnahme-Mikrofon passieren; das Kopfhörersignal wird also mit aufgenommen. Es ist außerdem nicht empfehlenswert, zu einem offenen Modell zu greifen, wenn in relativ lauter Umgebung abgehört werden soll. Aufgrund der Konstruktionsweise offener Kopfhörer würde zu viel Störschall an das Ohr des Anwenders gelangen. Konzentriertes und effektives Abhören wäre nur noch bedingt möglich.

Ein Vorteil offener Kopfhörer ist, dass sich der Anwender beim Tragen weniger von seiner Umwelt abgeschnitten fühlt. Eben weil auch Umgebungsschall an das Ohr des Nutzers dringt. Die Abhörsituation ist natürlicher. Vor allem Musiker empfinden daher längere Arbeitsphasen als angenehmer, wenn offene Modelle verwendet werden. Ferner reduziert sich das Problem der sogenannten Im-Kopf-Lokalisation. Das bedeutet, dass sich ein Signal nicht so anhört, als käme es von einer externen Schallquelle, sondern entstehe gewissermaßen im Kopf.

Offenen Kopfhörern wird nachgesagt, dass sie voluminöser und detaillierter klingen und dass man dadurch die Räumlichkeit bei einer Aufnahme besser wahrnehmen kann. Letztlich hängt das aber von vielen weiteren Faktoren ab; etwa ob es den Herstellern gelingt, die sogenannte Head Related Transfer Function zu übertragen.

HRTF: Head Related Transfer Function

Das normale Hören geschieht binaural, also über beide Ohren. Übersprechen und Zeitverzögerungen zwischen den Signalen an den Ohren fallen deshalb relativ hoch aus. Dazu kommen Abschattungen von Kopf, Ohrmuscheln, Nase und so weiter. All dies wird unter dem Kürzel HRTF zusammengefasst. Die Kopfhörer-Hersteller gehen dabei von generalisierten Werten aus. Schließlich werden Kopfhörer – noch – nicht individuell für jeden Kunden gefertigt.  

Geschlossene Kopfhörer

Mit geschlossenen Kopfhörern kann Störschall verringert werden. Das Gehäuse der Hörmuscheln ist möglichst schallundurchlässig gestaltet. Oft kommen spezielle geschlossene Ohrpolster zum Einsatz. Man fühlt sich mit solchen Modellen aber oft unangenehm von seiner Umwelt abgeschnitten. Wobei dies von Person zu Person unterschiedlich ist und natürlich auch vom Einsatzgebiet abhängt.

Bei Bandproduktionen, wo mehrere Personen gegebenenfalls auch ohne Talkback-Weg miteinander kommunizieren, fällt dieser Nachteil schneller ins Gewicht. Ein Bedroom-Producer ist dagegen froh, wenn er alle Umgebungsgeräusche mal ausblenden kann.

Geschlossene Kopfhörer sind außerdem oft kaum luftdurchlässig. Die Ohren des Anwenders können daher beim Einsatz solcher Modelle schon mal wortwörtlich heiß laufen. Man sollte deshalb auf das verwendete Material der Ohrpolster achten:

Wer viel schwitzt, sollte Velourspolster wählen, da sie im Gegensatz zu Softskin-Polstern aus Kunstleder Schweiß aufnehmen können. 

Wandlerprinzip

Wie ein herkömmlicher Lautsprecher wandelt auch der Kopfhörer ein elektrisches Signal in ein akustisches. Das heißt, er versetzt ein Luftvolumen in Bewegung, wodurch ein Schallwechseldruck übertragen und das Signal schließlich hörbar wird. Das kann man durch unterschiedliche Prinzipien erreichen.

Im Studiobetrieb hat sich das sogenannte dynamische Wandlerprinzip durchgesetzt. Das ist vor allem auf die

  • Robustheit
  • den unkomplizierten Einsatz
  • die vergleichbar günstige Produktion

entsprechender Geräte zurückzuführen.

Elektrostatische Kopfhörer finden sich dagegen zum Beispiel in professionellen Studios kaum, obwohl sie in der Audiowiedergabe durch ihr Konstruktionsprinzips eigentlich für eine präzisere Abbildung prädestiniert sind.

Vielen dürfte das Prinzip der dynamischen Wandlung auch von sogenannten Tauchspulen-Mikrofonen bekannt sein. Bei diesen erfolgt die Wandlung in genau entgegengesetzter Richtung: Ein akustisches Signal wird in ein elektronisches Signal gewandelt.

Beim dynamischen Kopfhörer bewegt sich eine an der Membran des Kopfhörers befestigte sogenannte Tauchspule in einem Magnetfeld analog zum elektrischen Signal. Da Tauchspule und Membran miteinander verbunden sind, kann Letztere das elektrische Signal als Welle an das Medium (die Luft) übertragen.

Elektrostatische Kopfhörer arbeiten dagegen wie umgekehrt betriebene Kondensator-Mikrofone. Hier liegt eine hauchdünne Folie zwischen zwei aufgeladenen Gittern. Analog zum Signal bewegt sich diese Folie aufgrund der elektrostatischen Anziehungskraft.
Wie auch Kondensatormikrofone sind elektrostatische Kopfhörer durch die geringe Masse der eingesetzten Folien sehr impulsfreudig - im Gegensatz zum trägeren Tauchspulenprinzip (das das Signal außerdem nicht durch eine elektrostatische Kraft wandelt, sondern durch die magnetische Lorentzkraft). 

Impedanz

Unter dem Begriff Impedanz wird der Wechselstromwiderstand verstanden, den die Tauchspule (englisch: "Voice-Coil") des Kopfhörer-Wandlers dem Ausgang des Kopfhörer-Verstärkers entgegensetzt.

Eine Impedanz von 0 Ohm wäre ein Kurzschluss des Kopfhöpfhörerausgangs, wobei dieser so viel Strom liefert, dass er sich entweder abschaltet oder im schlimmsten Fall zerstört wird. Bei unendlich hoher Impedanz fließt dagegen gar kein Strom. Während Lautsprecher mit Impedanzen von vier bis acht Ohm arbeiten, sind bei Kopfhörern Werte zwischen 16 und 600 Ohm die Regel.

Hier stellt sich manchem nun vielleicht die Frage, warum es überhaupt Kopfhörer mit unterschiedlichen Impedanzen gibt. Warum wählt man nicht schlicht den idealen Mittelwert und produziert Geräte mit ausschließlich diesem Impedanzwert?

Die kurze Antwort hierauf lautet: Weil es diesen idealen Mittelwert nicht gibt. Je nach Anwendungsgebiet empfehlen sich unterschiedliche Impedanzwerte. Ferner spielen auch die erhältlichen Materialien eine Rolle. So werden einige Kopfhörer etwa für den Anschluss an tragbare Geräte entwickelt. Diese arbeiten intern mit einer vergleichbar niedrigen Spannung, da diese aus relativ kleinen Batterien oder Akkus gewonnen wird. Die daraus resultierende Betriebsspannung setzt der Ausgangsspannung am Kopfhörerausgang klare Grenzen.

Auswirkungen in der Praxis

Ein niederohmiger Kopfhörer kann an einer niedrigen Ausgangsspannung lauter betrieben werden. Die in dynamisch wandelnden Kopfhörern eingesetzte Schwingspule, die in das Magnetfeld eintaucht, besteht aus gewickeltem Kupferdraht. Dünnerer Draht hat einen höheren Widerstand als dickerer. Das Magnetfeld, das eine Spule beim Anlegen des Audiosignals erzeugen soll, ist unter anderem von der Anzahl der Windungen abhängig.

Für ein niederohmiges Wandlersystem ist daher vergleichbar dicker Draht notwendig, der zwangsweise auch schwerer ist. Hinzu kommt, dass auch die eingesetzte Membranfolie nicht unendlich leicht sein kann. Beide Faktoren führen dazu, dass die Masse, die bewegt wird, recht groß ist. Eine größere Masse folgt einem Audiosignal aber weniger präzise als eine kleinere.

Dünnerer Draht bietet dagegen diese geringere Masse und bildet daher ein Audiosignal (theoretisch) genauer ab. Durch dünneren Draht wird jedoch auch die Tauchspule hochohmiger. Das wiederum führt dazu, dass bei ansonsten baugleichen Kopfhörern die hochohmigere Variante für gewöhnlich transparenter klingt. In Abhängigkeit des eingesetzten Verstärkers fällt sie aber eventuell ein wenig leiser aus.

Man wird also je nach Anwendungsgebiet auf Kopfhörer mit unterschiedlichen Ohmwerten setzen. Musiker, die im Studio einen Part einspielen und sich gegen Umgebungsgeräusche durchsetzen müssen (etwa das Drumset), werden zum Beispiel gern auf lautere, also niederohmige Varianten zurückgreifen.

Es kommt hier ja auch gar nicht auf letzte klangliche Details an. Feel, Timing, die richtige Tonhöhe und so weiter sind vor allem zu kontrollieren.

Um dies in einer typischen Studiosituation im Griff zu haben, bedarf es vor allem eines hohen Pegels. Ganz anders stellt sich die Lage etwa beim Abmischen im Studio dar. Wenn mit einem Kopfhörer abgehört wird, sind normalerweise keine Störgeräusche mit hohem Pegel vorhanden. Deshalb kann auf hochohmigere Versionen zurückgegriffen werden, die zwar leiser, aber eben auch präziser in der Abbildung sind.

Klirrfaktor 

Ein weiteres wichtiges Kriterium von Kopfhörern ist der sogenannte Klirrfaktor. Gemeint ist damit das Verhältnis von unerwünschten Störgeräuschen zum Originalsignal. Der entsprechende Wert wird in Prozent angegeben. Anders formuliert: Der Klirrfaktor gibt Auskunft über die Signaltreue. Oder noch etwas umgangssprachlicher gewendet: Der Klirrfaktor sagt euch, wie stark das via Kopfhörer übertragene Signal verzerrt wird.  

Nicht nur die Technik entscheidet

So viel an dieser Stelle über Bauform, Wandlerprinzip, Impedanz und Klirrfaktor. Dies alles sind wichtige Kenndaten, die eine Menge über das jeweilige Gerät aussagen können.

Unterschätzen sollte man allerdings auch nicht Faktoren wie etwa den Sitzkomfort. Hier kommt die Theorie an ihre Grenzen.

Wie auch bei einem Musikinstrument hängt die Antwort auf die Frage, wie ihr den richtigen Kopfhörer findet, letztlich von eurem persönlichen Geschmack ab. Der eine mag es in den Bässen etwas dicker, der andere bevorzugt es in diesem Bereich knackig, aber zurückgenommen.

Viel lässt sich über technische Ausdrücke fassen – doch längst nicht alles. Am Ende kommt es auf den Klang und Komfort des Systems an. Und beides muss man schlicht selbst ausprobiert haben, um sich wirklich sicher sein zu können, welchen Kopfhörer man kauft. 

Anwendungsfragen bei Kopfhörern

Sicher, es gibt Kopfhörer, die sich für fast jede Anwendung eignen. Es kommt aber darauf an, was
der Anwender von seinen Kopfhörern konkret erwartet. Wie erwähnt, kann ein offener Kopfhörer etwa für den einen Musiker bei der Recording-Session genau die richtige Wahl sein, während ein anderer hier geschlossene Modelle bevorzugt.

Noch wichtiger werden etwaige Unterschiede in der Konstruktion aber, wenn es in den Bereich DJing geht. Hier muss zum Beispiel unbedingt ein hoher Schalldruckpegel gewährleistet sein, um die mitunter enorme Lautstärke in einem Club übertönen zu können (mehr als 100 dB sollten es schon sein).

Dafür kann man aber die Klangqualität einigermaßen vernachlässigen. Was gleich zwei Punkte sind, die bei einem Gerät, das hauptsächlich fürs Mischen im Studio genutzt wird, ganz anders gewertet werden sollten. Außerdem legen viele DJs Wert darauf, dass sich die Ohrmuscheln möglichst weit drehen lassen, um schnell mit bloß einem Ohr abhören zu können.

Kopfhörer - die richtige Passform finden

Anders als bei den meisten tontechnischen Geräten ist der Abstand zwischen Mensch und Werkzeug
beim Kopfhörer gleich Null. Das heißt vor allem, dass ihr unbedingt auf die richtige Passform achten
solltet. Wer schon einmal auf der Suche nach dem richtigen Kopfhörer eine ganze Reihe von Modellen
beim Händler probegehört hat, weiß, dass die meisten Geräte in den ersten Minuten einigermaßen komfortabel wirken.

Das kann sich jedoch im Lauf eines mehrstündigen Einsatzes drastisch ändern. Und wenn ein Kopfhörer schon nach einer Stunde zu schmerzenden Ohren führt, hat man sicherlich einen Fehlkauf getätigt.

Zwar können Herstellerangaben wie etwa jene zum Anpressdruck des Bügels, wertvolle Hinweise liefern; vor allem für erfahrene Anwender, die schon mit vielen verschiedenen Kopfhörern gearbeitet haben. Am Ende wird man aber am persönlichen Ausprobieren nicht herumkommen.

Eine Rolle spielt hier auch der Umstand, ob es sich um ein ohraufliegendes oder ohrumschließendes System handelt. Während bei ohraufliegenden Kopfhörern die Polster des Geräts auf dem Ohr liegen, umschließen sie bei ohrumschließenden Systemen das gesamte Ohr. Erstere Systeme liegen meist weniger sicher auf dem Kopf, sind in der Regel aber deutlich leichter und häufig auch günstiger in der Anschaffung. Bei ohrumschließenden Systemen wird der Druck auf eine größere Fläche abgeleitet – mit dem Ergebnis, dass das betreffende System besser auf dem Kopf sitzt.

Virtuelle Soundkarte: New Audio Technology Spatial Sound Card

Wie in diesem Special mehrfach erwähnt, bringt das Abhören über reguläre Kopfhörer eine Reihe von Nachteilen, wie die Im-Kopf-Lokalisation mit sich. Es ist schlicht nicht dasselbe Erlebnis, über Kopfhörer abzuhören, wie in einem Raum zu sitzen und den Sound – via Lautsprecher – im Raum wahrzunehmen.

Seit einigen Jahren arbeitet eine Reihe von Herstellern daran, diesem Hörerlebnis auch mit Kopfhörern näherzukommen. Ein Unternehmen, das sich dieser Aufgabe angenommen hat, ist die
Firma New Audio Technology, die mit der Spatial Sound Card Pro eine software-basierte Soundkarte im Programm hat, mit der es möglich ist, auf jedem Computer virtuellen Stereo- und Surround-Sound von 5.1 bis 7.1 mit gewöhnlichen Kopfhörern zu erleben.

Dank dieses virtuellen Ansatzes bedarf es lediglich handelsüblicher Kopfhörer und eines Computers, um auch ohne ein professionelles Nahfeldmonitorsystem fast so abhören zu können, wie es das
Mischen professioneller Produktionen voraussetzt (nämlich auch ohne Im-Kopf-Lokalisation et cetera). Die dafür eingesetzte Technologie ist laut Hersteller bereits seit über 15 Jahren etabliert und soll in Hollywood unter anderem für diverse DVD- und Bluray-Veröffentlichungen verwendet worden sein. Die Spatial Sound Card wird zwischen Playback-Anwendung, Betriebssystem-Sounds und Audiohardware des Computers installiert.

Die passende Konfiguration

Um adäquat mit der Spatial Sound Card Pro arbeiten zu können, sollte man das virtuelle Lautsprecher-system auf die verwendeten Kopfhörer anpassen. Hierfür hat New Audio Technology eine Reihe von Profilen beliebter Kopfhörer erstellt (AKG K 313, AKG K 701, beyerdynamic DT 770 M, beyerdynamic DT 880 Pro, Dr. Dre Beats Pro, iPhone-Earbuds, Koss Porta Pro, Sennheiser HD 555, Sennheiser HD 600, Sony MRD-F1). Die Stereo-Version der Spatial Sound Card Pro beschränkt sich auf das Monitoring von zwei (Stereo-) Kanälen. Mit der Standard-Version lassen sich dagegen bis zu acht Kanäle (7.1-Surround) abhören.

Fazit Kopfhörerkauf

Zwar kommt es längst nicht in allen Situationen darauf an, dass eure Kopfhörer einen optimalen Klang
liefern – man denke beispielsweise den eben erwähnten Einsatz am DJ-Pult. Trotzdem solltet ihr zumindest darauf achten, dass der infrage kommende Kopfhörer bei höheren Lautstärken nicht anfängt, verzerrt zu klingen.

Geht es um diffizilere Aufgaben, wie etwa den Einsatz bei einer Mixing-Session, sollten auch Daten wie der Impedanzwert eine Rolle spielen. Hochohmigere Modelle sind normalerweise, wie oben erwähnt, neutraler im Klang, aber auch etwas leiser. Auch die Impulstreue und der Klirrfaktor eures Systems sollten dann stimmen. Ebenso wie natürlich der Frequenzgang und weitere Faktoren, die auch bei der Wahl von Studiomonitoren wichtig sind.

Apropos Studiomonitore: Kopfhörer können eine herkömmliche Speaker-Abhöre nicht restlos ersetzen. Zwar gibt es mittlerweile eine Reihe digitaler Technologien, die den Unterschied zwischen normalen Lautsprechern und Kopfhörern kleiner werden lassen. Dennoch sind diese auch mit solchen Technologien noch nicht gänzlich ausgemerzt. Verlasst euch also nicht ausschließlich auf eure Kopfhörer – nur so vermeidet ihr Phänomene wie die Im-Kopf-Lokalisation oder das Überbewerten klanglicher Details wirklich sicher.

Neben dem Klang und Tragekomfort kommt es bei der Wahl des richtigen Systems zudem besonders auf die Robustheit der Kopfhörer an. Klar, robust ist irgendwie immer gut. Doch bei einem teuren Großmembran-Gesangsmikro, das eh stets mit Seidenhandschuhen angefasst wird, oder etwa einem fest im Studiorack verschraubtem Kompressor, spielt dieses Merkmal doch eine kleinere Rolle als bei einem Werkzeug wie dem Kopfhörer.

Letzterer wird täglich im normalen Arbeitseinsatz dutzende Male auf und abgesetzt – damit steigt natürlich auch die Gefahr, dass das gute Stück einmal zu Boden fällt oder sonst wie grob behandelt wird. Wenn im Gerät etwa minderwertiger Kunststoff verbaut wurde, sind schnell einige hundert Euro in den Sand gesetzt.

Jetzt wisst ihr, worauf es ankommt, wenn man die richtigen Kopfhörer kaufen will. Weitere interessante Workshops zum Thema Homerecording oder DIY Release und Band Demo gibt es hier!