Dante im DI-Format

Dante ist ein hoch flexibles Audio Netzwerk, das zu jeder beliebigen Größe skaliert werden kann. Manchmal braucht man jedoch nur einzelne Audio-Ein- und Ausgänge an bestimmten Stellen im Setup oder möchte in der Signalkette so früh wie möglich ins digitale Netzwerk. Wir haben die Lösungen von Radial Engineering getestet.

Audio Netzwerke sind ein Trend in der Pro-Audio-Branche. Unter den vielen Netzwerken auf dem Markt ist Dante eines der am weitesten verbreiteten. Das liegt vor allem an der hohen Flexibilität und an der einfachen Konfiguration. Zudem sind Dante-fähige Geräte in allen Preisbereichen zu finden und so nicht nur dem professionellen User mit großem Budget vorbehalten.

Natürlich bleibt eine Hauptanwendung des Dante-Netzwerks das Streamen vieler Audiokanäle oder Audiospuren für die Audioproduktion im Live- und Studio-Bereich. Auf der Bühne dürfte die wohl bekannteste Anwendung die Anbin­dung von digitalen Stageboxen an Digital­mischpulte sein, sowie die Aufnahme und das Playback mehrerer Spuren, die dadurch ermöglicht werden.
Flexibel ist das Netzwerk jedoch wegen der Möglichkeit, mehrere Audioge­räte im Netzwerk zusammenzuschließen und den Signalfluss zu konfigurieren. Und nicht immer ist an jeder Stelle des Netzwerks eine Vielzahl von Inputs und Outputs nötig.

Auf der Bühne ist das vielleicht eine Gitarre oder ein Keyboard, das am anderen Ende der Bühne oder einem Bühnenausleger direkt ins Netzwerk gespeist werden soll. Oder es soll ein Delay-Lautsprecher direkt aus dem Audio Netzwerk beschickt werden. Im Broadcast-Breich ist es die einzelne Sprechstelle oder im Installationsbereich ein dezentral stehender Zuspieler. Für genau diese Anwendungen hat Radial Engineering zwei äußerst praktische I/O-Devices im Programm.
Der Radial Engineering DiNET DAN-TX ist ein kompakter, zweikanaliger A/D-Wandler mit analogen Eingängen und Dante-Ausgang, der Radial Engineering DiNET DAN-TX ist quasi das Gegenstück, ein zweikanaliger D/A-Wandler mit Dante-Eingang und analogen Outputs.


Technische Daten Radial Engineering DiNET DAN-TX

  • Kanäle: 2
  • Frequenzgang: 20Hz - 20kHz
  • Dynamikumfang: >103dB
  • Harmonische Verzerrung: 0.008% @ -6dBfs
  • Eingangs-Impedanz: Unbal 240 kΩ (20 kΩ Line Mode), Bal 40 kΩ
  • Rauschabstand: -98dB (EIN)
  • Samplerates: 44.1 kHz, 48 kHz, 88.2 kHz, and 96 kHz (24bit)
  • Features: Input Pad, HPF, Level Control
  • Inputs: 1/4" (6,3 mm) TRS, 3.5 mm & RCA
  • Outputs: RJ45 Ethernet
  • Maße (HxBxT): 12,7 cm x 8,4 cm x 4,8 cm
  • Gewicht: 0.66 kg
  • Netzanschluss: 15 VDC 400 mA (enthalten) oder PoE

Technische Daten Radial Engineering DiNET DAN-RX

  • Kanäle: 2
  • Frequenzgang: 20Hz - 20kHz
  • Dynamikumfang: >100dB
  • Gain: 8dBu max @ -6dBfs
  • Harmonische Verzerrung: 0.007% @ -6dBfs
  • Ausgangs-Impedanz: 150Ω
  • Samplerates: 44.1 kHz, 48 kHz, 88.2 kHz, and 96 kHz (24 bit)
  • Features: Kopfhöreranschluss
  • Inputs: RJ45 Ethernet
  • Outputs: XLR
  • Maße (HxBxT): 12,7 cm x 8,4 cm x 4,8 cm)
  • Gewicht: 0.66 kg
  • Netzanschluss: 15 VDC 400 mA (enthalten) oder PoE   

Beide Geräte kommen im DI-Box-Format daher, sind also sehr kompakt und für den Bühnengebrauch in einem äußerst stabil wirkenden Metallgehäuse verpackt. Die Unterseiten sind mit einer Moosgummischicht beklebt. So können die DI Boxen auch auf sensiblen Flächen abgestellt und verwendet werden. Beide Geräte benötigen zur Stromversorgung je ein externes Netzteil, das mitgeliefert wird. Alternativ können die Boxen auch via PoE (Power over Ethernet) betrieben werden, wobei das Netzwerkkabel auch die Stromzufuhr übernimmt.

Radial Engineering DiNET DAN-TX

Trotz der kompakten Maße bietet der DiNET DAN-TX Audio-Transmitter eine ganze Menge I/Os und Funktionen. Die Signale können über zwei TRS-Klinkenbuchsen für 6,3 mm Stecker, zwei RCA-Chinch-Buchsen oder eine Stereo-Miniklinke-Buchse (3,5 mm) ins Netzwerk geschickt werden. Für die Feineinstellung des Eingangspegels sitzt ein Trim-Poti auf der Frontseite.
An der Seite der Box sind drei kleine Schalter angebracht, mir denen die Eingänge auf Line- beziehungsweise Instrumentenpegel, ein Pad mit -18 dB und ein Hochpass­filter mit einer Trennfrequenz bei 80 Hz geschaltet werden können. Die Schalter sind ins Innere des Gehäuses vertieft, um versehentliche Bedienungen auszuschließen.

Auf der Rückseite wird das Gerät über eine RJ45-Netzwerkbuchse – leider keine roadtaugliche Ethercon-Variante – mit dem Dante Audio Netzwerk verbunden. Hier befindet sich auch der Anschluss für das Netzteil sowie LED-Anzeigen für PoE, Netzwerk-Sync / Clock und eine mit SYS gekennzeichnete LED als Aktivitätsanzeige. Zwei LEDs mit der Kennzeichnung L und R geben an, ob ein Signal am rechten und/oder linken Eingang anliegt (grün) und fungieren gleichzeitig als Overload-Anzeige (rot). Auch an eine Zugentlastung für das Netzkabel wurde gedacht.

Radial Engineering DiNET DAN-RX

Die Frontseite des DiNET DAN-TX Receivers zeigt den Netzwerkanschluss und die Sync- und SYS-LEDs mit gleicher Funktion wie beim DiNET DAN-TX. Außerdem ist hier ein Köpfhöreranschluss als 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse mit Lautstärkeregler zu finden. Die Box eignet sich daher auch wunderbar um mit dem Kopfhörer in Dante-Streams zu hören – beispielsweise bei einem Mehrspur-Live-Mitschnitt, der nicht direkt über das Mischpult läuft.
Zwei symmetrische XLR-Ausgänge dominieren die Rückseite des Geräts, die ansonsten nur noch den Netzanschluss mit Zugentlastung bietet. Auf der rechten Seite sind die LED-Indikatoren für PoE und den Netzteil-Betrieb zu finden. Auf der linken Seite befindet sich ein kleiner, unbeschrifteter Schalter für den Ground-Lift, um eventuelle Brummschleifen zu vermeiden und eine einwandfreie Signalübertragung ohne Störgeräusche sicherzustellen.

Installation und Betrieb der DI Boxen

Dante Audio Netzwerke sind einfach zu konfigurieren. Man benötigt normalerweise einen Netzwerk-Switch und einen Computer mit der Dante-Controller-Software, die man kostenlos auf der Audinate-Homepage beziehen kann. Man steckt die Dante-Geräte nur an den Switch und es kann theoretisch sofort losgehen. Die Konfiguration der Geräte übernimmt die Software automatisch.

Für komplexere Setups kann das Netzwerk natürlich jederzeit per Hand komplett umkonfiguriert werden, für unseren Test haben wir jedoch das einfachere Auto-Setup gewählt.
Schließt man also die DiNET-Boxen an den Netzwerk-Switch, werden diese sofort von der Software erkannt, konfiguriert und im Netzwerk angemeldet. Das dauerte bei unserem Test etwa eine gute Minute. Danach waren die Boxen uneingeschränkt betriebsbereit und "ready to go".
Clocking und Samplerates können nun in der Software konfiguriert werden. Wir wählten die DiNET DAN-TX als Clock-Master und 96 kHz als Sampler­ate. Die Änderungen wurden prompt übernommen. Nach wenigen Handgriffen stand unser Netzwerk mit den beiden I/O-Boxen. Die Latenz in unserer Test-DAW konnten wir auf dem niedrigsten Wert halten.
Was den Sound betrifft gibt es eigentlich gar nichts einzuwenden – und das ist als großer Pluspunkt der DiNET-Boxen zu verstehen. Glasklar und ohne hörbare Verfärbungen nahm die DiNET DAN-TX auf, und die DiNET DAN-RX gab das Aufgenommene ebenso klar und deutlich wieder.

Fazit Radial Engineering DiNET DAN-RX und DAN-TX

Alles in allem lässt sich sagen: Genau so müssen Audiotools klingen – nämlich gar nicht. Durch die unverfälschte Wiedergabe sind die Geräte in allen erdenklichen audiophilen Umgebungen einsetzbar – natürlich im Studio, aber auch im Live-Einsatz.
 Insgesamt bieten die beiden DiNET-Boxen eine günstige, flexible, äußerst kompakte und roadtaugliche Lösung für die „kleinen Jobs“ im Dante-Netzwerk. Und das mit Broadcast-tauglichem Sound.

Bewertung der DI Boxen

  • Gut verarbeitet +
  • Verhältnismäßig preiswert +
  • Sehr guter Klang +

Wenn ihr jetzt Lust auf mehr Testberichte rund ums Thema Bandequipment bekommen habt, seid ihr hier richtig!