Chauvet DJ Intimidator Trio

Breites Licht für die Grund-stimmung, enges Licht für die Akzente und dazu noch dreidimensionales Effekt-licht das mit seinen im Hazerdunst sichtbaren Strahlen im Raum wirkt. Für eine effektive Lightshow braucht man verschiedenste Scheinwerfer – oder den Intimidator Trio von Chauvet DJ.

Frei übersetzt heißt Intimidator der Einschüchterer. Ganz so martialisch wirkt der Scheinwerfer beim ersten Kontakt auf mich zwar nicht, doch haben wir es hier auf jeden Fall mit einem etwas größeren und substanzielleren Gerät zu tun. Dies gilt vor allem dann, wenn man den Intimidator Trio mit anderen modernen LED-Strahlern vergleicht. Alles in allem gefällt mir der neueste Geniestreich aus dem Hause Chauvet DJ sehr gut, vor allem deshalb, weil der wuchtige Illuminator natürlich nicht zuletzt auch durch seine Leuchtqualitäten überzeugen kann.

Solide Basis

Die Gerätebase wirkt im Vergleich zum großen Schwenkkopf fast schon zierlich, bietet aber dennoch eine vernünftige Standfläche, um den Scheinwerfer auf der Bühne auch stehend betreiben zu können. Soll er dagegen aufgehängt werden, so verfügt er zu diesem Zweck praktischerweise über ein mittiges Loch an der Basis-Unterseite, in das die Schraube einer Schelle direkt eingedreht werden kann. Desweiteren sind zwei seitliche Löcher für eine Montageplatte vorgesehen. Leider muss auch diese geschraubt werden, eine Variante mit Schnellverschluss hätte mir in dieser Preisklasse besser gefallen. Ansonsten ist an der Base aber nichts zu bemängeln. Die Verarbeitung macht einen sehr robusten Eindruck. Ein hochauflösendes, mehrfarbiges Display zeigt alle wichtigen Informationen an. Der Strom wird über eine Kaltgerätebuchse zugeführt und es gibt auch eine Stromausgangsbuchse zum Weiterschleifen des Stroms. Die DMX-Anschlüsse sind dreipolig ausgeführt.

Auch der Kopf und die ihn haltenden Gabelarme sind sauber und sehr robust ausgeführt. Dominiert wird das Ganze von sechs großen Linsen, hinter denen jeweils eine vierfarbige Hochleistungs-LED sitzt, die 21 Watt zu leisten in der Lage ist. Gut zu sehen ist auch jetzt schon die motorisierte Zoom-Mechanik. Diese wurde vom Hersteller so realisiert, dass das gesamte vordere Kopfmodul mit seinen sechs Linsen aus dem Scheinwerfer herausgefahren werden kann.

Von automatisch bis DMX

Nach einem kurzen Reset ist der Scheinwerfer einsatzbereit. Die Ansteuerung ist über verschiedene Modi möglich. So kann der Intimidator entweder musikgesteuert oder aber mithilfe von automatischen Programmen laufen und auch manuell eingestellt werden. Da er aber sehr viele Funktionen hat, testen wir ihn am sinnvollsten per DMX, wofür zwei verschiedene Betriebsarten zur Verfügung stehen: ein kleinerer mit 15 Kanälen und ein großer mit ganzen 30 DMX-Kanälen.  

Im kleinen Betriebsmodus stehen die Bewegungen nur im 8-Bit-Modus zur Verfügung. Will man eine hochauflösende Bewegungssteuerung, muss man den größeren Modus wählen. Dieser ermöglicht dann auch die Ansteuerung von drei Segmenten. Dabei werden immer die zwei gegenüberliegenden LEDs gemeinsam angesteuert und jedes dieser Segmente kann stufenlos in jeder Farbe eingestellt werden. Mit 30 Kanälen trägt dieser aber ziemlich auf und es gibt auch einige Kanäle, deren Funktion sich mir nicht so recht erschließen will. Einen in der Mitte der beiden Alternativen angesiedelten Modus –  beispielsweise mit 16-Bit-Ansteuerung – gibt es leider nicht.

Fluter und Beam-Scheinwerfer in einem

In Sachen Helligkeit punktet der Intimidator Trio auf jeden Fall und erzeugt sattes und helles Licht in allen Farben. Auch die Farbmischung kann dabei nur als absolut einwandfrei bezeichnet werden. Sämtliche erzeugten Farbnuancen geraten nicht nur hell, sondern auch sauber ohne Farbränder oder andere Verfälschungen. Über die Zoomfunktion kann man den Abstrahlwinkel von breiten 53° auf sehr enge 7° verfahren. Dabei erzeugt der Scheinwerfer ein sehr homogenes, weiches Licht. Nur im engsten Abstrahlwinkel wird die Abbildung etwas eckig. Auch dies aber ist keineswegs als Nachteil zu sehen, sondern kann durchaus als ästhetisch-ansprechender Effekt interpretiert werden. Man hat also schon Mal einen Fluter und einen Beam-Scheinwerfer in einem.

Worin besteht nun aber die im Namen implizierte, dritte Funktion des Intimidator Trio? Die Antwort auf diese Frage besteht darin, dass dieser Moving Head seine Linsen auch drehen kann. Dadurch werden die sechs LEDs auseinander gezogen und es entstehen sechs einzelne, sehr scharfe Diodenpunkte in der Abbildung, die im Kreis angeordnet sind. Gerade im Nebel entsteht auf diese Weise ein sehr ansprechender Effekt, denn beim direkten Blick in den Scheinwerfer zeigt sich, dass jeder dieser Punkte einen eigenen Lichtstrahl erzeugt. Durch die Drehung kann dieser Kreis jetzt größer oder kleiner gefahren und dadurch verschiedene Abbildungen erzeugt werden. Wird die Linse stetig gedreht, so entsteht ein kontinuierliches Auf- und Zufahren der Lichtstrahlen – ein sehr schöner Effekt. Besonders gut finde ich daran aber, dass auch hier die Farbmischung sehr gut gelungen ist und sich wirklich homogene Effekte in einer Farbe erzeugen lassen. Hier kann der Scheinwerfer dann auch die einzelne Ansteuerung der drei Segmente voll ausspielen. 

Kommen wir schlussendlich zu den Bewegungen. Auch hier konnte mich der Intimidator Trio im Test voll und ganz überzeugen, denn die langsamen Fahrten gerieten ruckelfrei und absolut präzise. Auch die Maximalgeschwindigkeit liegt sehr hoch und so verursachen auch wildeste Hochgeschwindigkeitsfahrten keinerlei Probleme. Zusammengefasst präsentierte sich mir der Intimidator Trio als ein toller Scheinwerfer, den ich mir speziell auf größeren Musikerbühnen und größeren Clubs ideal vorstellen kann. Leider ist der Lüfter relativ laut, sodass das Gerät für ruhigere Umgebungen eher ungeeignet ist. Aber wirklich ruhig geht es ja auf klassischen Club- oder Musikerbühnen ohnehin eher selten zu.