Audio Interface: Herz des Homestudios

Das Audio Interface bildet ein Kernelement des Produktions-Setups. In diesem Workshop widmen wir uns den wichtigsten Funktionen und Ausstattungsmerkmalen von Audio Interfaces und stellen einige Geräte im Detail vor.

Musikproduktionen werden heute weitgehend in the box umgesetzt. Sprich: Vieles, was ehedem in der analogen Welt vonstatten ging, wird dieser Tage im Computer realisiert. Bekanntlich kommen mittlerweile nicht nur Samples und typische Synth-Sounds aus dem Rechner, sondern auch Effekte, Gitarren-Amp-Modelle, erste Vocalsimulationen und vieles mehr.

Trotzdem gibt es selbst bei vorwiegend digitalen Produktionen immer wieder Bedarf, analoge Klänge einzufangen. Sei es Gesang, eine Akustikgitarre, die für ein etwas organischeres Flair sorgen soll, oder bloß eigens erstellte Drumsamples. Außerdem ist am Ende ja ohnehin jeder gezwungen, seine digitalen Projekte in analoge Signale zu übersetzen – nämlich dann, wenn er sie sich anhören möchte. Kurz: In irgendeiner Form sind wir letztlich alle auf ein Audio Interface angewiesen.  

Funktionsweise von Audio Interfaces

Ein Audio Interface übersetzt analoge Signale in digitale und umgekehrt – aber was wird hier eigentlich konkret übersetzt? Information. Der Definition des Elektrotechnikers Claude Shannon zufolge trägt ein Signal genau dann Information über eine Quelle, wenn sich der Zustand der Quelle durch das Signal vorhersagen lässt. Im technischen Sinne ist Information demnach eine geordnete Folge von Symbolen, die eine Nachricht festhalten oder übertragen. In Computern geschieht dies auf digitalem Wege, also mithilfe diskreter Werte. In einem digitalen System besteht ein klarer Unterschied zwischen den Symbolen. Es ist klar entscheidbar, ob zum Beispiel eine Null oder eine Eins gespeichert beziehungsweise übertragen werden soll. Analoge Systeme arbeiten dagegen mit einem kontinuierlichen Verlauf zwischen den Werten, um Information zu repräsentieren. 

Audio Interface: Inputs und Outputs

Bevor das Audio Interface überhaupt Signale vom analogen ins digitale Format wandeln kann, muss das analoge Signal aber verständlicherweise zuerst ins Interface gelangen und später, um
gehört zu werden, wieder herausgelangen. Es werden also Ein- und Ausgänge benötigt – im Englischen als Inputs und Outputs (oder kurz: IOS) bezeichnet. Eine wichtige IO-Variante sind die
Line-In/-Outs. Hier schließt man etwa die Ausgänge eines Synthesizers, Mischpults und Ähnliches an. Wobei mitunter zwischen dem sogenannten Homerecording-Pegel von -10 dBV und dem professionellen Studiopegel +4 dBu unterschieden wird.

Symmetrische und unsymmetrische Anschlüsse

Line-Anschlüsse gibt es in symmetrischer oder unsymmetrischer Ausführung. Professionelle Audioverbindungen sind symmetrisch ausgelegt. Die Signalübertragung erfolgt hier anstatt
mit nur einem Signalleiter über ein Paar. Wobei das Signal in der Plus- und Minusader des Kabels gegenphasig schwingt. Kommt es zu einer Einstreuung, wird diese durch die am Empfänger erfolgende Phasendrehung des Signals (aus einer Ader) nahezu ausgelöscht. Die Störung lässt sich beim Bilden der Differenz beider Leiterpotenziale weitgehend aufheben, weil die Beeinflussung des Nutzsignals auf dem Übertragungsweg durch Einkopplungen auf beiden Leitern in etwa gleich
ausfällt. Symmetrische Anschlüsse werden als Klinken- oder XLR-Ausführungen angeboten, die unsymmetrische Variante ist meist im Klinken- oder Cinch-Format ausgeführt. 

Hi-Z und Phantomspeisung

Wer hochohmige Instrumente wie E-Gitarren oder -Bässe direkt über sein Audio Interface betreiben will, benötigt einen extra Eingang mit hoher Impedanz. Dieser ist oft mit dem kürzel Hi-Z bezeichnet.

Wer Gesang oder akustische Instrumente aufnehmen möchte, ist dagegen auf Mikrofoneingänge angewiesen. Diese sind anders als Line-Ins mit einem integrierten Preamp verbunden, der die vergleichbar niedrigen Mikrofonpegel verstärkt.

Um Kondensatormikrofone an einem Mic-Input zu betreiben, muss euer Audio Interface auch
48-Volt-Phantom-Power bereitstellen.

Audio Interface: Ausgänge 

Die meisten Audio Interfaces verfügen über eine Möglichkeit, das Playback an Studiomonitore oder Kopfhörer auszuspielen. Überlegt euch gut, wie viele Ausgänge ihr benötigt: Nehmt ihr auch live mit anderen Musikern auf, dann sollten es vielleicht zwei Kopfhörerausgänge sein. Bei großer und kleiner Abhöre bieten sich zudem zwei paar Monitor-Ausgänge an. Hier kann natürlich auch ein sogenannter Monitor-Controller zum Einsatz kommen, der das Signal an die unterschiedlichen Systeme verteilt (was aber mit zusätzlichen Kosten verbunden ist).

Von Vorteil sind außerdem fast immer Insert-Wege, über die man Signale aus dem Audio Interface etwa zu externen Effektprozessoren schicken kann. Das Signal wird hier nach dem Mic/Line-Eingang, aber noch vor der AD-Wandlung abgegriffen.  

Digitale Ein- und Ausgänge beim Audio Interface

Viele Audio Interfaces besitzen außerdem digitale Ein- beziehungsweise Ausgänge. So ist man in der Lage, Signale zwischen digitalen Geräten auszutauschen. Digitaler Signaltransfer bringt zwei große Vorteile mit sich: Erstens erübrigt sich zeitraubendes Einpegeln zur Vermeidung von Verzerrungen beziehungsweise Rauschen. Die Datenübertragung kann sofort beginnen.
Wichtiger ist aber, dass die bei analoger Signalübertragung im Grunde unvermeidlichen Qualitätsverluste wegfallen, da lediglich eine Folge von Nullen und Einsen übertragen wird. Das Signal erreicht das Zielgerät somit als identischer Klon. 

Digitale Formate

Am häufigsten trifft man auf digitale Schnittstellen in den Formaten S/PDIF und ADAT. Die Abkürzung S/PDIF steht für Sony/Philips Digital Interface.
Unterschieden wird zwischen den Formaten Koaxial und Optisch. In ersterer Ausführung werden die Daten für gewöhnlich über einen Cinch-Anschluss übertragen, bei letzterer finden optische TOSLINk-kabel (Lichtwellenleiter) Verwendung. Daneben existiert noch die weniger oft anzutreffende professionelle AES/EBU-Schnittstelle, die XLR-Anschlüsse in symmetrischer Leitungsführung und eine etwa zehnmal höhere Spannung nutzt.

Per ADAT können mittels eines Lichtwellenleiters acht digitale Kanäle bei bis zu 24 Bit/48 Khz übertragen werden. Höhere Sample-Rates kann man erzielen, indem man die Kanalzahl reduziert, was im S/MUX-Modus Verwendung findet. Auf diese Weise erreicht man bei vier Kanälen bis zu 96 Kilohertz und bei zwei Kanälen bis zu 192 Kilohertz. Neben ADAT und S/PDIF existieren im Profibereich noch weitere Standards wie etwa AEs3 (2 Kanäle bis zu 192 khz) oder MADI (64 Kanäle bis zu 96 khz). Weitere in Audio Interfaces oft anzutreffende digitale Standards sind unter anderem MIDI und Wordclock, die zur Übertragung von Steuerdaten (MIDI) beziehungsweise von Taktsignalen zur Synchronisation digitaler Setups (Wordclock) dienen. Beide Elemente lassen sich
auch später über weitere Gerätschaften nachrüsten, die Erfahrung zeigt aber, dass zumindest ein MIDI-Interface direkt am Audio Interface häufig von Vorteil ist.

Audio Interface: AD/DA-Wandlung

Kommen wir zur oben schon angesprochenen Wandlung des Signals. Ein  guter Wandler zeichnet sich dadurch aus, dass er möglichst viele der Informationen, die im analogen beziehungsweise digitalen Signal enthalten sind, korrekt in die jeweils andere Domäne überführt. Ein Analog-Digital-Wandler (kurz: AD-Wandler) entnimmt einem analogen Signal in regelmäßigen Abständen Proben (englisch: Samples). Dies geschieht durch die Abtastung eines Signals. Die Frequenz dieser Abtastung lässt sich als Samplerate angeben. Bei Audio-CDs beträgt die Auflösung 44,1 Khz – dem anliegenden Audiosignal werden hier pro Sekunde 44.100 Proben entnommen. Theoretisch kommt es bei der Abtastung immer zu Verlusten – die praktisch allerdings nicht hörbar sein müssen. Die Verluste entstehen etwa dadurch, dass bei sogenannten Sample-and-Hold-Schaltungen, die bei der Abtastung zum Einsatz kommen, ein Spannungswert jeweils für einen gewissen Zeitraum gehalten wird. Das Signal erhält dadurch eine Treppencharakteristik.

Bit-Tiefe

Zu den wichtigen Merkmalen der Audio-Wandlung zählt neben der Samplerate auch die sogenannte Bit-Tiefe. Der Bit-Wert bestimmt den theoretisch möglichen maximalen Dynamikbereich der Audiodaten. Wobei jedes zusätzliche Bit die Dynamik des Audiosignals um 6 dB erweitert. Das heißt zum Beispiel, dass mit einer größeren Bit-Tiefe leise Signale besser eingefangen werden können. Je größer die Bit-Tiefe, desto mehr Headroom steht zur Verfügung. CD-Qualität erreicht man bereits mit 16 Bit. 

Aliasing und Jitter

Hinsichtlich der Qualität der Wandlung spielt auch das sogenannte Aliasing-Verhalten eine Rolle. Genauer: die Höhe der Scheinfrequenzen, die im Zuge einer AD-Wandlung auftreten, wenn mehrere Samples durch denselben Wert repräsentiert werden oder die Abtastrate das Abtasttheorem nicht erfüllt. Ein anderer Faktor sind die Jitter-Werte. Mit Jitter ist eine nichtkonstante Streuung gemeint. Es handelt sich um Abweichungen von einem periodischen Signal (meist in Referenz zu einem Clock-Signal). Während eine bestimmte Latenz in einem gegebenen Setup stets zu einer Verzögerung des Signals von beispielsweise 2 ms führt, liegt der Abstand, wenn Jitter auftritt, zwischen zwei Ereignissen mal bei 2 ms, dann aber bei 0,5 ms, 3 ms und so weiter.

Tritt Jitter in Relation zum festgelegten Taktsignal des Wandlers auf, kann es zu akustisch wahrnehmbaren Artefakten kommen. Wie unser kurzer Überblick zeigt, ist das Angebot an Audio Interfaces vielfältig – selbst wenn man sich, wie wir in diesem Fall, auf einen relativ klar abgesteckten Bereich kompakter Schnittstellen beschränkt. Am Ende kommt es auf den Charakter der Anwendungen an, für die ihr eure Schnittstelle vorseht.

Folgende Fragen können euch helfen, herauszufinden, welches Audio Interface zu euch passt: Genügt die Qualität der Wandler unseren Anforderungen? Welche analogen Ein- und Ausgänge benötigen wir? Welche digitalen Ein- und Ausgänge brauchen wir? Soll das Audio Interface leicht transportierbar sein? Welche Monitoring-Features sind für uns unerlässlich? Legen wir Wert auf einen integrierten DSP? Wie möchten wir das Audio Interface an meinen Rechner anbinden (USB, Thunderbolt et cetera)? Wie robust muss das Gerät sein?

Doch schauen wir uns jetzt, wie versprochen, einige Schnittstellen an, die der Markt aktuell bietet. 

Roland UA-S10

Mit dem UA-S10 präsentiert Roland ein Audio Interface der neuesten Generation für Mac und PC, das aufgrund seines Designs besonders gut für mobile Einsätze geeignet ist – dank Breakout-Erweiterung müssen Mikrofone oder Monitore nämlich bei entsprechenden Einsätzen nicht ausgestöpselt werden.

Rolands Audio Interface unterstützt 1-Bit-DSD- und 32-Bit-PCM-Wiedergabe, was eine hohe Klangqualität gewährleisten soll. Die hohe Wandler-Qualität bezahlt man allerdings auch mit einem etwas höheren Preis.

Zu den weiteren Merkmalen zählen:

  • Vier Ein- und Ausgänge mit XLR- und Klinkenanschlüssen
  • Kopfhörerausgänge in Klinken- und Miniklinkenausführung
  • Robustes Aluminiumgehäuse
  • Großer Multifunktions-Drehregler
  • Beleuchtete Tasten
  • Smooth-Metering-Anzeige  

Tascam MiNiSTUDIO Creator US-42 

In einer anderen Preisklasse als das UA-S10 bewegt sich Tascams MiNiSTUDIO Creator US-42 – und es spricht auch einen etwas anderen Nutzertyp an.

Neben Audio-Produzenten ist dieses Audio Interface nämlich vor allem auch für Anwender gedacht, die Videos für YouTube produzieren, Podcasts aufnehmen oder Spiele auf Plattformen wie etwa Twitch streamen wollen.

So erklärt sich dann auch die für ein Audio Interface etwas ungewöhnliche zusätzliche Ausstattung mit drei beleuchteten und berührungsempfindlichen Trigger-Pads zum Abfeuern von Sound-Effekten sowie einer On-Air-Taste, mit der sich die Übertragung zum Computer starten lässt.  

Schaltet man in den Creator-Modus, fungiert das Gerät nicht mehr als Broadcast-Tool, sondern verhält sich wie ein herkömmliches Audio Interface. Eingangsseitig stehen zwei XLR-/Klinke-Eingänge mit zuschaltbarer Phantomspannung bereit, ergänzt durch einen Kopfhörerausgang (6,3-mm-Klinke und Miniklinke) sowie einen Line-Out (L/R) via Cinch. 

Apogee Duet

Voll auf den Mac und iOS-Geräte fokussiert ist das Audio Interface Apogee Duet. Es bietet eine hohe Wandlerqualität, wie man sie von diesem Hersteller erwartet. Apogee produziert seit Jahren Konverter, die zum Besten zählen, was der Markt bietet. Insofern verwundert es nicht, dass auch dieses höchst kompakte Modell einen ganz ausgezeichneten Klang liefert.

Zwei Class-A-Mic-Preamps bereiten das Signal auf, gewandelt wird bei bis zu 192 Khz. Das Duet ist kein Schnäppchen, sondern wendet sich mit einer UVP von rund 700 Euro an Anwender, die es mit dem Musikproduzieren ernst meinen.

Auch der große Bruder des Duet, das Apogee Quartet, ist auf Apple-Anwendungen maßgeschneidert. Es bietet aber nicht, wie das Duet, zwei Eingänge und vier Ausgänge, sondern gleich vier Ein- und acht Ausgänge sowie vier Class-A-Mic-Preamps. Auch ein MIDI-IO zählt hier (wie übrigens auch beim Duet) zur Ausstattung.

RME Fireface UCX

Bei dem Audio Interface RME Fireface UCX haben die Entwickler das oft verwendete Attribut kompakt wirklich ernst genommen: Laut Hersteller stecken rund 300 elektronische Komponenten mehr im RME Fireface UCX als im bereits gut bestückten Vorgänger Fireface UC.

Ganze 18 Ein- und Ausgänge sind hier gleichzeitig nutzbar. Auf digitaler Seite stehen ADAT-, S/PDIF- und MIDI-Anschlüsse zur Verfügung (Letztere in zweifacher Ausführung).

Zwei Micpres mit digital kontrolliertem Gain und einzeln zuschaltbarer Phantomspeisung bilden zusammen mit acht weiteren IOs und einem Instrumenteneingang die analoge Eingangsseite. synchronisiert wird über Wordclock.

Ein leistungsstarker Matrix-Mixer erweitert den Feature-Umfang um diverse Effekte. Die hohe Klangqualität, die sehr niedrige Latenz und weitere Features wie die nahtlose Einbindung eines iPads rechtfertigen den nicht ganz niedrigen preis dieses Audio Interfaces.

Steinberg UR44

Das Steinberg UR44 bietet frontseitig vier Kombibuchsen-Inputs (Mic/Line, Inputs 1 und 2 als Hi-Z nutzbar). Hinzu kommen noch zwei Klinkeneingänge für Line-Signale auf der Rückseite, deren Empfindlichkeit sich zwischen +4 dBu und -10 dBV schalten lässt.
Zusammen mit dem Main- (zweimal Monoklinke) und zwei Line-Ausgängen (viermal Monoklinke) wird das UR44 so zum 6-In/4-Out-Interface.

Auch zwei DIN-MIDI-Buchsen (In, Out) gehören zur Ausstattung. Vergleichbar großzügig zeigt sich das UR44 in puncto Kopfhörer-Ausgänge:
Hier stehen dem Anwender auf der Frontseite gleich zwei Outputs zur Verfügung, die sich zudem separat regeln lassen. Das UR44 hat einen DSP an Bord, was den rechnerunabhängigen Einsatz von

  • Reverb (Rev-X)
  • Kompressor
  • EQ
  • und vier Amp-Simulationen im Monitor über die dspMixFX-Software des Audio Interfaces

ermöglicht. Nutzt man das mitgelieferte Cubase AI – oder eine andere Cubase-Version – können diese Effekte sogar über ein Fenster in der DAW aufgerufen und justiert werden.
Durch dieses Feature erübrigt sich dann letztlich der Rückgriff auf die dspMixFX-Anwendung.

Das UR44 zeigt sich rauscharm und vergleichbar neutral im Klang. Gewandelt wird mit bis zu 192 Khz bei 24 Bit.  

MOTU Ultralite MK4

Wie das Fireface UCX von RME bietet auch das Audio Interface MOTUs Ultralite Mk4 18 Eingänge, stellt darüber hinaus aber 22 Ausgänge zur Verfügung (insgesamt können so bis zu 40 Ios simultan genutzt werden).

Ausgestattet mit einem Digitalmixer (48 Eingänge, 7 stereo-AuxBusse, 3 sends) erlaubt das Gerät internes Audio-Routing und dank eines DSPs auch 192-Khz-Aufnahmesessions mit nahezu latenzfrei einsetzbaren Effekten.

Die digitalen Schnittstellen MIDI und ADAT (optisch, auf TOSLink schaltbar) erweitern den Feature-Umfang. An IOs sind vorhanden: 2 Mic-Instrument-Kombi-Inputs (XLR/Klinke) mit eigenen Vorverstärkern und 6 x 10 symmetrische 6,35-mm-Klinken. 

Das Gehäuse des Ultralite MK4 wurde besonders robust ausgeführt und ist mit einem LC-Display (128 x 48 Pixel) ausgestattet.

Zoom Livetrak L-12

Wer auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau ist, liegt mit dem Zoom Livetrak L-12 richtig. Das Audio Interface ist eine interessante Kombination aus USB-Audio Interface, Livemixer und
Stand-Alone-Rekorder.

Zwölf Eingangskanäle, eine Reihe von Effekten, fünf Monitorwege – und natürlich die Interface-Funktion, die das Livetrak L-12 zur Platz sparenden All-Inclusive-Lösung macht. Kleines Extra-Gimmick: Mit dem Audio Interface sind auch mobile Aufnahmen möglich. Wer also gerne an inspirierenden, aber eher außergewöhnlichen Orten aufnimmt, hat hier die Möglichkeit – und kann dann die Spuren in seiner DAW bequem im Studio weiterverarbeiten.

Mit knapp unter 600 Euro ist das Gerät zwar verhältnismäßig teuer – wartet aber auch mit deutlich mehr Features auf als andere, einfache Audio Interfaces. Gerade für Bands, die gerne gleichzeitig ihre Spuren recorden, um das Gefühl des Live-Zusammenspielens auf die Aufnahme bannen wollen, bietet Zoom hier eine gute Lösung.  

Audient iD14

Audient kennt man in der Tonstudioszene vor allem aufgrund der exzellenten Recording-Konsolen und Mic-Preamps dieser Firma. Mit dem Audient iD22 präsentierten die Briten allerdings bereits vor einiger Zeit eine Kombination aus 2/6-Kanal-USB-Audio Interface, Micpre und Monitor-Controller.

Mittlerweile bietet Audient auch das iD14 an, eine kompakte Variante, die sich Class-Compliant unter Windows wie Mac iOS nutzen lässt. In Sachen Wandlung stehen Burr-Brown-Konverter (24 Bit bei 96 Khz) bereit.

An I/Os finden sich

  • zwei Main-Speaker-Outs (Klinke)
  • ein Kopfhörer-Ausgang
  • zwei Mic/Line-Kombi-Inputs (Klinke/XLR)
  • ein digitaler Eingang (S/PDIF und ADAT kombiniert, optisch)
  • ein diskreter JFET-Instrumenten-Eingang (Klinke)

Das iD14 klingt teuer. Die Class-A-Micpres des Audio Interfaces, die man auch aus den gefragten Audient-Konsolen kennt, liefern einen durchsetzungsfähigen Sound, der Tiefe und Volumen hat und dabei oft nicht einmal einer Bearbeitung durch den Equalizer bedarf.

Die Höhen sind luftig, die Bässe satt und definiert, die Mitten prägnant, ohne aber zu sehr hervorzustechen.In puncto Bedienung kann das Audio Interface iD14 mit einer Besonderheit aufwarten: Auf Knopfdruck wird der Hauptpegelsteller des Geräts zu einem (virtuellen) Scroll-Rad, mit dessen Hilfe sich etwa Einstellungen in der Mixer-App des iD14, aber auch von Plug-in-Parametern in einer DAW vornehmen lassen. Entscheidend ist lediglich, wo sich der Mauszeiger gerade befindet. Fungiert der Main-Volume-Regler nicht als Scroll-Rad, kann er auch zur Kontrolle der Monitoring-Features verwendet werden.

Universal Audio Apollo Twin Duo

Das Desktop-Interface Apollo Twin beeindruckt mit erstklassigem Sound und UAD-Echtzeitprocessing (mittels zwei SHARC DSPs). Mittlerweile ist das Audio Interface auch für Windows-Rechner erhältlich.

Nahezu latenzfrei steht dem Anwender hier die gesamte Palette an UAD-Powered-Plug-Ins zur Verfügung. Man kann etwa auf hochwertige Plug-In-Emulationen zurückgreifen, von:

Zum Lieferumfang gehören zum Beispiel das Realtime-Analog-Classics-Bundle, der Pultec EQP-1A Program Equalizer und die Softube Amp Room Essentials. Gewandelt wird in 24 Bit /192 Khz.

IO-seitig besitzt das Gerät:

  • zwei Mic-/Line-Kombo-Eingänge (XLR/Klinke)
  • einen Hi-Z-Instrumenten-Eingang (6,3-mm-Klinke)
  • vier Line-Ausgänge (6,3 mm klinke) 
  • einen optischen Digitaleingang  (TosLink: S/PDIF, ADAT)
  • einen Stereo-Kopfhörer-Ausgang (6,3-mm-Klinke)

Zwei digital gesteuerte analoge Ausgänge sorgen für beste Auflösung der Monitorpegel. 48 Volt Phantomspeisung sind zuschaltbar. Und per Unison-Technologie lassen sich die Klangcharakteristiken diverser klassischer Preamps emulieren. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal. 

Focusrite Scarlett 6i6

Beim Audio Interface Scarlett 6i6 handelt es sich um ein 6-In/6-Out-Interface im USB-Standard für Mac, PC und iOS-Geräte.
Auf der Vorderseite finden über zwei Kombi-Buchsen Mic-, Line- und Instrumenten-Signale Anschluss.

Eine Besonderheit sind die integrierten Halo-Anzeigen der Gain-Regler, die das jeweilige Potenziometer umschließen: Bei grüner Anzeige liegt ein optimaler Pegel vor, während die Farbe rot Clipping signalisiert. Neben einem S/PDIF-Port bietet das Audio Interface an digitalen IOs auch noch ein MIDI-DIN-Paar. Hinzu kommen vier 6,3-mm-Klinken-Line-Ausgänge und zwei zusätzliche Line-Inputs (ebenfalls 6,3-mm-Klinken).

Das Unibody-Gehäuse des 6i6 wirkt robust und ist standsicher. Die Preamps des Scarlett 6i6 bieten
eine für diese Preisklasse längst nicht selbstverständliche Klangqualität. Sie liefern einen offenen Klang ohne störende Verfärbungen. Ähnliches gilt für die Line- und Instrument-Kanäle. Insgesamt fällt der Sound des 6i6 sehr detailreich und dynamisch aus.

Shure X2U

Für schnelle und unkomplizierte Aufnahmen bietet Shure mit dem Audio Interface X2U eine Mini-Lösung an: Ein Eingang für ein XLR-Kabel – also zum Beispiel für ein Mikrofon – wird hier kurzerhand in eine USB-Schnittstelle umgewandelt. So fühlt es sich fast so an, als würde man das Mic direkt in den Laptop stecken können.

Mit etwa 130 Euro ist das Audio Interface auch noch sehr preiswert und bringt dank eines integrierten
digitalen Mixers und einem Kopfhörer-Verstärker alles Nötige mit.
Auch dabei ist bei diesem kleinen, aber feinen Teil die Phantomspeisung zur Verwendung von Kondensatormikrofonen. Damit sind auch hochwertige Gesangsaufnahmen mit minimalem
Equipment und geringem Platzaufwand möglich. 

Mehr Workshops und interessante Testberichte bekommt ihr hier.